Waldbegehung des Igersheimer Gemeinderates - Das Gremium votierte ohne Gegenstimme für die Zielfestlegung in Sachen Waldwirtschaftsplan 2016 bis 2025 Eschentriebsterben als echtes Problem

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Klaus T. Mende
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Mit großem Interesse verfolgten die Igersheimer Gemeinderäte bei der Waldbegehung am Donnerstag den Ausführungen der Forstexperten - hier im Eichwald.

© Klaus T. Mende

Igersheim. Einmal im Jahr entledigen sich die Igersheimer Gemeinderäte ihrer Straßenschuhe und schlüpfen in Gummistiefel. Dann geht es zur Waldbegehung. Diesmal, am Donnerstag auf dem Tauberberg und im Eichwald, war's eine ganz besondere, denn im Anschluss galt's im Rathaus, über die Zielsetzung beim Waldwirtschaftsplan für die nächste Dekade zu beraten und Selbige zu verabschieden. Dies erfolgte letztlich in großem Einvernehmen - ein Indiz dafür, dass es einerseits um den Wald der Taubertalkommune gar nicht so schlecht bestellt ist, andererseits aber auch dafür, dass die Truppe um Revierförster Klemens Aubele sehr gute Arbeit leistet.

Vier Fachleute dabei

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Mit Leitendem Forstdirektor Dr. Wolfgang Raisch, Oberforstrat Thomas Lehn (beide Regierungspräsidium Tübingen), Forstdirektor Karlheinz Mechler und Revierförster Klemens Aubele waren gleich vier Fachleute mit von der Partie, um dem Gremium bei dem gut zweistündigen Waldbegang die aktuelle Situation zu erläutern und zu zeigen, wohin der künftige Weg des Igersheimer Gemeindewaldes führen wird (detaillierte Informationen gibt es in einem weiteren Bericht auf dieser Seite).

Thomas Lehn hob hervor, dass "öffentliche Wälder alle zehn Jahre neu justiert werden müssen". Hierbei gelte es, den aktuellen Zustand zu erfassen um zu sehen, was der Wald bringe, Rückschau zu halten und eine Bilanz zu ziehen, den neuen Hiebsatz für die kommende Dekade festzulegen (wobei man immer davon ausgeht, dass es keine Naturkatastrophen wie etwa Stürme gibt), zu bestimmen, in welche Richtung es in Sachen Sorten gehen soll und die Nachhaltigkeit zu ermitteln.

Was den Igersheimer Wald, dessen forstliche Betriebsfläche sich zu Jahresbeginn auf rund 644 Hektar belaufen hatte, angehe, so die Fachleute, habe sich das Eschentriebsterben, hervorgerufen durch einen resistenten Pilz, zu einem echten Problem entwickelt, das nicht mehr in den Griff zu bekommen sei.

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Es gebe mittlerweile bei dieser Baumart eine hohe Mortalität, was schlussendlich dazu führen werde, dass die Esche über kurz oder lang von der Bildfläche verschwinden werde.

In guter Verfassung

Derzeit sei der Wald insgesamt dennoch in einer recht guten Verfassung, was auch darauf zurückzuführen sei, so die Forstexperten aus dem Regierungspräsidium, weil die Bediensteten vor Ort genug dafür täten, unter anderem was die Verjüngungsflächen angehe.

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Auch künftig werde ein Hauptaugenmerk darauf gelegt, dass die Mischung stimme. Die Buche und vor allem die Eiche würden in eine gute Zukunft blicken und weiterhin eine führende Rolle einnehmen. Die Fichte hingegen befinde sich auf dem absteigenden Ast und werde prozentual weiter an Boden verlieren, wohingegen die Douglasie künftig hoch im Kurs stehe. Unterm Strich werde auch der Nadelholzbestand einen bestimmten Anteil verteidigen können.

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Die augenblickliche feuchte Witterung sehen die Fachleute mit zwei lachenden Augen, denn die Regenperiode sei ein "hervorragendes Wachswetter" und führe zu Bedingungen, mit denen ein trockeneres Folgejahr leichter zu überwinden sei.

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt