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Tauber-Philharmonie

Disco und Orchester mal ganz anders

Ganz ungewöhnliches Konzert gegeben

Von 
Verena Trottmann
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Konzert und Performance: Das Orchester im Treppenhaus inspirierte und animierte das Publikum. © J. M. Koch

Zu einer ungewöhnlichen Uhrzeit begann das Konzert im Konzertsaal der Weikersheimer Tauber-Philharmonie.

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Weikersheim. Um 21.30 sollte es mit einem ebenfalls ungewöhnlichen Programm losgehen. Bestuhlt war nur der hintere Teil des Zuschauerraumes, das Parkett blieb eine freie Fläche. Denn das Programm des Abends trug den Titel „Disco“ und sollte auch als solches verstanden werden: tanzen wie in einer Disco – zu Musik gespielt von einem Live-Orchester.

Damit versprach das Konzert einen weiteren spannenden Abend in der Konzert-Reihe „Schaufenster Jeunesses“, mit der die Jeunesses Musicales Deutschland einen Ausschnitt dessen zeigt, was in der Musikakademie Schloss Weikersheim stattfindet. Aktuell: das „mu:v-Camp“, das sich unter dem Motto „Musik verbindet“ auf die Fahnen schreibt, ungewöhnliche Zugänge zu Musik zu ermöglichen.

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Das „Orchester im Treppenhaus“ hat sich ungewöhnlichen Konzertformaten verschrieben mit dem Ziel, nicht nur jungen Leuten zu zeigen, dass Orchester-Musik viel mehr und anderes sein kann als frontal in einem bestuhlten Konzertsaal einem Orchester lauschen. Das Ensemble hat bereits einige außergewöhnliche Formate entwickelt. Sei es eine Performance in völliger Dunkelheit mit einem Synchronsprecher oder die Musik in einer Video-Rauminszenierung intensiver erfahrbar zu machen.

Ensemble überzeugt

Mit seinem Disco-Format überzeugte das Ensemble unter der Leitung von Thomas Posth: An der Schnittstelle zwischen analogem Techno und neuer Musik erzeugte das „Orchester im Treppenhaus“ treibende Rhythmen – ein Aufruf an die Zuschauer, ihre Sitzplätze zu verlassen und vor der Bühne zu tanzen. Und das funktionierte. Nach zehn Minuten fanden sich die ersten jugendlichen Zuhörer auf der Tanzfläche wieder. Schnell füllte sich das Parkett auch mit älteren Zuschauern, die die Musik nicht mehr nur im Sitzen, sondern hörend, die Lichtshow genießend und sich im Rhythmus bewegend mit allen Sinnen erfahren wollten.

Für sein Programm hatte das „Orchester im Treppenhaus“ mehrere Kompositionsaufträge mit entsprechenden Parametern vergeben. Vor allem der Beat, so Thomas Posth, sei ausschlaggebend für die Disco-Komponente des Formats. Die Spiel-Techniken und Klänge der zwölf Instrumentalisten, erklärte er, kämen oftmals aus dem Bereich der neuen Musik. Im Kontext des Disco-Konzerts würden diese spannend und antreibend, und weniger als experimentell empfunden werden. Und tatsächlich entstand im Laufe des Konzerts mit den durchkomponierten Werken und den eigenwilligen Klängen auf klassischen Instrumenten etwas ganz Eigenes. Das Konzept des Ensembles überraschte und begeisterte das Publikum: nicht, arrangierte Chart-Hits mit klassischen Orchesterinstrumenten, wie einer Querflöte, einem Schlagzeug und Streichinstrumenten, nachahmen, sondern völlig neu zu denken und erlebbar machen, was „Konzert“ sein kann. Disco einmal anders und Orchester einmal anders. Diese Entdeckungslust des Ensembles war auch der Grund für die Jeunesses Musicales Deutschland einige der Musiker auch als Dozenten für das Camp zu engagiert, das in der vergangenen Woche auf Schloss Weikersheim stattfand.

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