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„Doredräwer“ - Zweite Wandeltheater-Saison startet mit dem Stück „Weiberg’schichten“ am 15. Juli

Alltägliche Dramen zum Schreien komisch

Von 
Inge Braune
Lesedauer: 
Schon die Leseprobe machte Laune: Die Doredräwer-„Weiberg’schichten“ versprechen einen höchst heiteren Sommerabend. © Inge Braune

Schäftersheim. Erstmals im vergangenen Jahr setzten die „Doredräwer“ auf Wandeltheater-Aufführungen – schlicht aus der Not geboren. Denn die Corona-Einschränkungen ließen selbst eine Freilicht-Aufführung im alten Schulhof nicht zu. Viel zu dicht hätte das Publikum da sitzen müssen. Um den Fans im Schäftersheimer Jubiläumsjahr trotzdem etwas zu bieten, natürlich zum 875-jährigen Ortsjubiläum passend Geschichtliches, schickten sie ihr Publikum in Kleingruppen von maximal 20 Personen auf Wanderschaft durchs Dorf.

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Die Trüppchen fanden an der Theaterwanderung mit den Stationen Schulhof, Kirchenlinde, Hof 8 und Rotem Platz ebenso viel Vergnügen wie die Akteure, obwohl die ihre Szene pro Abend vier Mal vor unterschiedlichem Publikum zu geben hatten.

Und heuer? Na ja: Corona ist noch nicht vorbei, da ist es durchaus ratsam, erneut auf Nummer sicher zu gehen und die im Vorjahr erstmals erprobte Spielform wieder aufzulegen. Vier Szenen, diesmal mitten aus dem Alltag gegriffen, haben die beiden Autorinnen Tanja Jacoby-Fleuchaus und Andrea Riegler-Seyffer, die auch gemeinsam Regie führen, mit umwerfender Treffsicherheit und einer gehörigen Portion Selbstironie entworfen: „Weiberg’schichten“ vom allerersten Liebesträumchen über die Zipperlein der Wechseljahre bis hin zu den weisheitsschwangeren Kommentaren von Dorfoma Ria, der kaum etwas entgeht, auch wenn sie noch so vertieft in ihren Strickstrumpf zu sein scheint. „Ein Griff ins volle Leben!“, kommentiert die „Doredräwer“-Vorsitzende Jutta Gromes, die es sich natürlich nicht nehmen lässt, selbst mitzuspielen – als beste Freundin der unverstandenen Ehefrau, die von Sonja Hein ins Rampenlicht geholt wird. Ins vertraute Frauengespräch mischt sich als Ehemann Kurt Immel mit trocken-boshaften Zwischenrufen. Ob er die beiden Damen bei der Szene im Schulhof auf die Palme bringen kann? Hingehen, anschauen!

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Am Roten Platz trifft die Hebamme (Marlene Herrmann) ihre sportliche und mit allen Wassern der modernen Angebotspalette gewaschene Freundin (Linda Eder) zum Joggen. Eigentlich, denn natürlich kommen sie erst mal ins Reden. Schwangerschaften, viele, nach Coronalockdown und einer Homeoffice-Ewigkeit. Schnell stellt sich heraus: Helikoptermütter, die ihre Kinder permanent umschwirren, hinken der Zeit hinterher. Die Karriereplanung für den Nachwuchs beginnt längst präkonzeptionell . . .

Zur frommen Gislea (Susanne Klärle), die ihr Gesangbuch nie aus der Hand legt, dürfte sich das noch nicht herumgesprochen haben. Die Fromme steht unter Beobachtung der Dorfjugend (Zita Klärle, Lea-Sophie Klärle und Esther Konrad), und auch Oma Ria (Lore Herzig), die der neue Kaplan (Werner Pfeiffer) als erste in ein Gespräch verwickelt, entgeht bei der Szene auf Hof 8 kaum etwas.

Ein etwas bröckliges Familienidyll erwartet das Publikum nach dem Aufstieg zur alten Linde: Das Töchterchen (Josefine Fleuchaus) ist, ganz anders als Papa (Rainer Hörner) noch glaubt, schon längst zum Pubertier geworden. Mama (Isolde Neef) muss nicht nur Differenzen glätten, sondern hat nebenbei auch noch den Haushalt am Hals. Echt heavy – und ein Frontalangriff auf die Lachmuskulatur!

Ihre „Weiberg’schichten“ präsentieren die Doredräwer am Wochenende 15. bis 17. Juli sowie am 22., 23. und 24. Juli. Die Vorstellungen an den Freitagen und Samstagen beginnen um 20 Uhr, am den beiden Wandeltheater-Sonntagen zwei Stunden früher.

Platzreservierungen sind ab Montag, 27. Juni, über die „Doredräwer!“-Homepage (www.theater-doredraewer.de) möglich und mehr als nur ratsam: Pro Auftrittsabend gibt’s Karten nur für jeweils 120 Menschen. Mit ihrer Reservierungsbestätigung wird den Besuchern ihr „Startplatz“ für die Theater-Wanderung zugeteilt, damit das Gruppenmaximum von 30 Personen nicht überschritten wird.

Auch wenn der Eintritt frei ist, sollten Besucher den Geldbeutel nicht vergessen: An den bestuhlten und mit kleinen Verzehrtischen ergänzten Spielstationen harren Spendenkassen freundlicher Fütterung.

A propos Fütterung: An der Bauernhalle können sich die Gäste bereits eine Stunde vor dem Aufführungsbeginn mit kühlen alkoholfreien wie alkoholischen Getränken und Knabbereien eindecken, perfekt schulterbar im zum Theater-Wanderspaß passenden „Doredräwer“-Coolbag.

Freie Autorin Berichte, Features, Interviews und Reportagen u.a. aus den Bereichen Politik, Kultur, Bildung, Soziales, Portrait. Im Mittelpunkt: der Mensch.

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