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Großer Blutsfeiertag - Feierliches Pontifikalamt und anschließende Blutsprozession lockten viele Hunderte Wallfahrer nach Walldürn

Zukunft und Hoffnung in der Anbetung finden

Von 
Bernd Stieglmeier
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Das Pontifikalamt am Großen Blutsfeiertag in Walldürn zelebrierte auch in diesem Jahr der Erzbischof der Erzdiözese Freiburg, Stephan Burger. © Bernd Stieglmeier

Walldürn. Mit dem Großen Blutsfeiertag begingen am Donnerstag die Stadt Walldürn, die Katholische Pfarrgemeinde – und mit ihnen viele Hunderte Wallfahrer den größten und bedeutendsten Feiertag im Verlauf der vierwöchigen Wallfahrtszeit.

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Mit den Walldürnern feierten Mitglieder des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem aus den Komptureien St. Bonifatius Walldürn, St. Bernhard von Clairvaux, Mannheim/Heidelberg, St. Martin Stuttgart und St. Kilian Würzburg, fünf größere Pilgergruppen sowie unzählige einzelne Wallfahrer aus dem gesamten süddeutschen Raum.

Erzbischof als Hauptzelebrant

Das Pontifikalamt zelebrierte auch in diesem Jahr der Erzbischof der Erzdiözese Freiburg, Stephan Burger. Organist und Kirchenmusiker Sven Geier an der Dauphinorgel, sowie der Kirchenchor, ein Bläserensemble und Vokalsolisten der Wallfahrtsbasilika unter der Leitung von Sven Geier und Bernd Heß sorgten mit der Aufführung des „Kyrie“ und des „Agnus“ aus der „Missa Antiqua“ von Wolfram Menschick, dem „Ave verum“ von Wolfgang Amadeus Mozart und dem „Walldürner Blutlied“ gemeinsam für ein feierliches kirchenmusikalisches Gepräge.

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Nach dem feierlichen Geleit des Hauptzelebranten, der Konzelebranten, der Diakone sowie der über 30 Ministranten vom Pfarrheim aus durch die Basilika auf den Wallfahrtsplatz übernahm Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter Pater Josef Bregula die Begrüßung.

Papst Eugen IV habe 1445 die ursprüngliche Walldürner Kirche durch eine Ablassgewährung auf den Oktav-Tag von Fronleichnam ausgezeichnet. Trotz aller Geschehnisse in der jahrhundertelangen Vergangenheit sei dieser Tag bis heute als örtlicher Feiertag und Höhepunkt der Wallfahrt beibehalten worden, und es sei eine Freude zu sehen, wie viele Menschen ihn gemeinsam hier feiern möchten. Auch die letzten beiden Jahre während der Corona-Pandemie habe man diesen Tag, wenn auch im kleinen Rahmen, gefeiert und nicht ausfallen lassen.

Erzbischof Burger versicherte, dass er gerne und mit dankbarem Herzen an diesen besonderen Gnadenort christlichen Wallfahrens gekommen sei. Die Walldürner Wallfahrt mit der Feier der Heiligen Eucharistie und dem Herrn und seinem Sohn Jesus Christus in der Mitte sei zweifelsohne die gelebte Wirklichkeit in der Nachfolge des Herrn.

Nach den von Andrea Hemberger vorgetragenen Lesungen aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser und aus dem 1. Brief des Apostel Paulus, sowie der Verkündigung des Heiligen Evangeliums nach Markus durch Diakon Friedhelm Bundschuh stellte der Erzbischof das Leitwort der Wallfahrt zum kostbaren heiligen Blut – „Wir sind gekommen, ihn anzubeten“ – in den Mittelpunkt seiner Predigt.

Welche Formen die Anbetung annehmen könne und damit auch welche Fehlformen, darauf verweise schon das Alte Testament, das Buch Exodus. Kaum seien die Israeliten der Sklaverei entflohen und der Bund mit dem Volk am Berg Sinai im Zeichen des Blutes der dargebrachten Opfertiere geschlossen gewesen, hätten sie begonnen, ihre neu gefundene Freiheit aufs Neue auf Spiel zu setzen und den soeben geschlossenen Bund mit Gott zu brechen.

Wer wisse heute nicht vom damaligen Tanz um das goldene Kalb, der bis in die Gegenwart die unterschiedlichsten Formen angenommen habe. So würden bis heute immer wieder Menschen ums Kapital als höchsten Wert irdischer Maßstäbe tanzen. Andere wiederum würden sich in einem Kult um die ewige Gesundheit, Schönheit und Jugend verlieren. Da würden junge Menschen als Influenzer in den sozialen Medien vergöttert – und so manche Werbe- und Verkaufsstrategie wolle einem durch den Erwerb verschiedener Produkte glaubhaft machen, himmlische Freude zu erreichen.

Macht und Einfluss seien für Menschen oft so erstrebenswert, dass sie alles daransetzen würden, um Göttern gleich Anerkennung, Ehre, ja Verehrung zu genießen. Man denke hier an die Gegenwart, in der Kriege vom Zaun gebrochen würden – um der Macht und des Einflusses wegen.

Doch nichts von alledem habe bleibenden, habe wirklichen Wert, wenn dabei der aus dem Blick gerate, dem wir Menschen unser Leben letztendlich zu verdanken hätten: dem allmächtigen dreifaltigen Gott - Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist, so der Erzbischof.

Dort, wo der Mensch beginne, ein Leben ohne Gott zu führen, wo er glaube, auf Gott verzichten zu können, sich sogar an die Stelle Gottes setze, da werde der Mensch den anderen Menschen zum Wolf. Dieser Versuchung würden auch immer wieder Menschen innerhalb der Kirche erliegen – gerade dann, wenn menschlicher Wille über den göttlichen Willen gestellt werde.

Das ganze Missbrauchsgeschehen beispielsweise gründe auf nichts Anderem. Darin würden sich kranke und pervertierte Vorstellungen von angeblicher Nähe und Zuwendung spiegeln, die dem göttlichen Heilsplan zuwiderlaufen würden.

Wenn Gott die Liebe ist, und das gesamte Evangelium Jesu Christi belege nichts anderes, so bewähre sich diese Liebe gerade darin, dass sie ganz und vorbehaltlos auf den anderen ausgerichtet sei – nicht vereinnahmend, nicht dominierend, nicht verletzend, uneigennützig, offen und immer ausgerichtet auf das Wohl und Leben des Nächsten, auf dessen Glück und Erfüllung hin orientiert. Dafür stehe das geöffnete Herz Jesu am Kreuz.

„Sein Herz für uns geöffnet“

Die Lebenshingabe Jesu sei für Christen der größte Beweis seiner Liebe, den der Herr habe wirken können: „Sein Herz für uns geöffnet, damit wir zur Herzmitte Gottes gelangen können, in das Zentrum der Liebe, die alles Leben, ja eine ganze Schöpfung ermöglicht.“ Sich diesem Geheimnis zu öffnen, geschehe in der wahren Anbetung, geschehe in der Feier der heiligen Eucharistie, und erfahre seine Fortsetzung im Blick auf den, der sich in dieser Feier ganz und gar und jedes Mal neu schenke.

Der Predigt und dem weiteren Verlauf des Pontifikalamtes schloss sich die große Blutsprozession durch die mit vielen kleinen Hausaltären geschmückten Straßen an. Daran nahmen unzählige Gläubige teil.

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