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Buntsandstein-Erlebnisweg - Auf die Wanderer warten viele Eindrücke

Zeugnisse reichen bis in die Steinzeit

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Das Felsenmeer oberhalb von Miltenberg ist sehenswert. © Holger Leue

Miltenberg. Die Region Churfranken mit dem Main als Lebensader zwischen Spessart und Odenwald ist eine faszinierende Natur- und Kulturlandschaft mit einer reichen Geschichte, in der Burgen und Schlösser, Weinbau und der Sandstein Hauptrollen spielten. Während der Weinbau sich seine ehemals dominante Rolle zurückerobert hat, fristet der rote Sandstein in der öffentlichen Wahrnehmung und wirtschaftlichen und touristischen Nutzung nur ein „Nischendasein“.

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Dabei reichen die Zeugnisse bis in die Steinzeit zurück, die Römer nutzten den Sandstein intensiv und ab Mitte des 19 Jahrhunderts bis zum 1. Weltkrieg dominierte und prägte der Abbau und die Verarbeitung des Sandsteines Orte und Landschaft von Wertheim bis Obernburg. Er entzog damit dem Weinbau, dessen Terrassen die besonnten Mainhänge bedeckten, Arbeitskräfte und Grundlage.

Zeugnisse unübersehbar

Auch heute noch sind die Zeugnisse des Sandsteins in der Kulturlandschaft unübersehbar und doch ging die Wertschätzung dessen, was unsere Vorväter unter heute undenkbaren Bedingungen schufen, verloren. Das mit öffentlichen Mitteln der EU, des Freistaates Bayern, des Bezirkes Unterfranken, des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, sowie weiterer öffentlicher Stellen geförderte Projekt „Buntsandstein“ will nun mit dem Erlebnisweg und einer dokumentarischen Ausstellung dem Trend entgegenwirken, den Sandstein wieder ins Bewusstsein rücken und die faszinierenden Geschichten erzählen, die sich mit seiner Geschichte verknüpfen.

Weg 40 Kilometer lang

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Der Weg selbst zieht sich über 40 Kilometer an beiden Seiten des Mains von Miltenberg bis Faulbach. Er kann je nach Kondition und Interesse „portionsweise“ in sieben Etappen mit unzähligen Wegpunkten erwandert werden und vereint leichte mit durchaus anspruchsvollen Wegstrecken. Immer aber werden die Anstrengungen belohnt. Seien es die Burgen, die Fassaden öffentlicher, herrschaftlicher und privater Bauten, Kirchen, Bildstöcke und Kruzifixe, Denkmale, Brücken und die unzähligen Kilometer an Weinbergsmauern. Sehr anschaulich lässt sich das Können der Steinmetze und Bildhauer auch in etlichen Friedhöfen und Museen nachvollziehen.

Faszinierend auch das „Felsenmeer“ oberhalb von Miltenberg und die mächtigen Fronten der Steinbrüche an den Prallhängen des Mains, an denen sich die hochgefährlichen Abbaumethoden, wie auch die Schichtung, die Klüfte und Spalten und damit die geologischen Prozesse, die zu den Sandsteinvorkommen führten, nachvollziehen oder erahnen lassen. Der Weg führt auch an etlichen originalen und rekonstruierten Steinmetz-Werkhütten vorbei und auch dort wird deutlich warum die Steinmetze einen der gefährlichsten Berufe ausübten und im Schnitt nur ein Alter von 30 bis 40 Jahren erreichten. An 26 Wegpunkten ist mittels Informationstafeln die jeweilige Situation beschrieben und bebildert erläutert. Die Eindrücke, die der Weg bietet, sollten aber unbedingt auf halber Wegstrecke in der Ausstellung „Buntsandsteingeschichten“ in Collenberg vertieft und verfestigt werden. Dort wurden in der kleinen ehemaligen Reistenhausener Kirche die sechs Themenfelder Geologie, Gewinnung, Bearbeitung, Transport, Verwendung und Wohl & Wehe umfassend aufgearbeitet und präsentiert. Ergänzt durch herausragende Exponate und vier Medienstationen. So kann man sich dort die Herstellung einer Figur, Bearbeitungsschritte und Werkzeuge und das Wissen eines Zeitzeugen audiovisuell vergegenwärtigen. Die Ausstellung ist während der Sommerzeit die ganze Woche über von 9 bis 20 Uhr und von November bis März an Samstag und Sonntag von 9 bis 17 Uhr kostenlos zugänglich.

Für die beiden Projektteile, den Erlebnisweg und die Ausstellung liegt jeweils eine Broschüre vor, die über die Geschäftsstelle von churfranken angefordert oder aus der Homepage des Projektes www.buntsandstein.de heruntergeladen werden können. Die Homepage hält natürlich alle generellen und aktuellen Informationen zum Projekt und über dessen Entwicklung und Entstehung im Detail bereit. Die Wegetappen können zudem über Churfranken und die interaktive Karte eingesehen und für mobile Endgeräte genutzt werden.

Die Etappen sind mit Zug oder Bus gut zu erreichen, wohingegen die Gastronomie nicht überall und zu allen Wochentagen und Tageszeiten offen ist. Die Mitnahme von Rucksackverpflegung kann deshalb nicht schaden. Unterkünfte weist die Internetseite www.churfranken.de aus.

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