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Karl-Ernst-Gymnasium - Werk von Georg Büchner als Film

„Woyzeck“ über Teams inszeniert

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Amorbach. „Ich will ihm die Nas ins Arschloch prügeln!“, schleudert der Tambourmajor dem von Eifersuchtsqualen heimgesuchten Franz Woyzeck entgegen, bevor er ihn auf der Bühne zusammenschlägt. So war es geplant. Mit der fertigen Produktion im Gepäck wollte der Kurs „Dramatisches Gestalten“ am Karl-Ernst-Gymnasium unter der Leitung von Studiendirektorin Brigitte Specht bereits im Frühjahr 2020 auf der Bühne der Zehntscheuer ihre Interpretation des Fragmentes von Georg Büchner präsentieren. Wenige Tag vor dem geplanten Auftritt kam der erste Lockdown. Auch der zweite Versuch, ein knappes Jahr später, diesmal auf der schuleigenen Bühne, fiel der Pandemie zum Opfer.

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Wie konnte man nun ein Theaterstück Corona-konform einem Publikum zeigen? Die Schüler hatten all die Monate den Unterricht über die Plattform Teams bestritten. Warum also nicht „Woyzeck“ als Teams-Sitzung inszenieren? In mehreren abendlichen Online-Meetings agierten die Schauspieler allein vor dem Bildschirm und dennoch miteinander. Entstanden ist ein unterhaltsamer, eindringlicher knapp 30-minütiger Film, der nun im Deutschunterricht in der Schule gezeigt wird. Jeder Interessierte kann sich den Trailer dazu auf der Homepage des KEG ansehen.

Büchners Sprache wurde beibehalten, jedoch deutlich gekürzt und mit diversen Mitteln des modernen Schultheaters wie Mehrfachbesetzungen, chorischem Sprechen, Elementen des biografischen Theaters sowie Erbsen und Popcorn als Leitmotiven versehen.

Das Agieren auf der Bühne kann ein Film nicht ersetzen, in Zeiten der Pandemie ist er jedoch eine sehenswerte Alternative.

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