Walldürner Wallfahrt zum Heiligen Blut - Weihbischof Dr. Bernd Uhl em. predigte beim Pontifikalamt „Wer Frieden will, muss etwas dafür tun“

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Am Freialtar auf dem Wallfahrtsplatz legte der Weihbischof jedem Kind noch einmal die Hand zum Segen auf. © Bernd Stieglmeier

Walldürn. Das Leitwort der Wallfahrt zum Heiligen Blut stand im Mittelpunkt der Predigt von Weihbischof Dr. Uhl em. aus Freiburg. Wer Frieden wolle, müsse etwas dafür tun, sagte der Geistliche.

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Kirchenmusikalisch feierlich umrahmt wurde diese Pontifikalamt am 3. Wallfahrtssonntag vom Jugendchor5 der Katholischen Pfarrgemeinde St. Georg Walldürn und der Gruppe „Klang4u“ unter der Leitung von Katrin Kirchgeßner.

In der voll besetzten Wallfahrtsbasilika sagte Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter P. Josef Bregula OFM conv., vor zahlreichen Gläubigen und Pilgergruppen, Frieden sei ein großes Wort, das oft schwer erreichbar sei. Doch Frieden fange im Kleinen an, im Wohlwollen, in der Güte, im der Hilfsbereitschaft dem Nächsten gegenüber, im miteinander reden, im aufeinander schauen, wenn wir einander trösten würden - da könnten wir Frieden erfahren. Wenn wir das alles beachten würden, dann könne Frieden wachsen, dann würden wir ihn immer wieder ganz nah in unserer Umgebung finden und könnten auch im Großen helfen, ihn auszubreiten.

Ein jeder möge sich hier an diesem Gnadenort anregen lassen von der Liebe Gottes, dass Sie uns zu großherzigen, Frieden bringenden Menschen mache, die den Mitmenschen auch Fehler verzeihen könnten, damit wir so im Sinne Jesu Christi im Frieden leben würden.

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Nach den beiden von Lektorin Anne Trabold vorgetragenen Lesungen aus dem Buch Jesaja und aus dem 1. Brief des Heiligen Apostel Petrus, sowie nach der Verkündigung des Heiligen Evangeliums aus der Offenbarung des Johannes durch Diakon Friedhelm Bundschuh thematisierte Weihbischof Dr. Bernd Uhl beim festlichen Gottesdienst mit zahlreichen Familien das Leitwort der diesjährigen Wallfahrt „Suche Frieden und jage ihm nach“. Der emeritierte Weihbischof aus Freiburg sagte, dieses Motto gelte in der Politik, aber gerade auch in der Familie.

Nur wer sich des eigenen Versagens und eigener Schuld bewusst sei, könne auch zu Vergebung und Versöhnung beitragen, so der Weihbischof. „Streit und Unfriede wurzeln meistens im Egoismus. Man verlangt und erwartet nur, gibt aber nur wenig oder nichts. Man will dominieren und lässt sich bedienen.“ So müsse die Haltung „Ich komme zuerst“ zu Streit und Zerwürfnis führen. „So geht es nicht. Wer Frieden will, muss zu Ausgleich und Versöhnung bereit sein. Wer Frieden will, muss etwas dafür tun.“

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Weihbischof Uhl sagte, das Leben einer Familie habe etwas mit Gott zu tun: „Sie ist nicht nur Schule des Lebens, sondern kann neues Leben hervorbringen wie Gott. Sie ist im Normalfall auch eine Schule der Liebe. Sie ist liebevolle und friedliche Gemeinschaft unterschiedlicher Personen, die doch eine Einheit sind. Damit ist sie Sinnbild der Dreifaltigkeit.“

„Großer Respekt“

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Die Familie sei aber nicht nur „Quelle der Freude für die Eltern und die Kinder“, sondern auch „Belastung, Kampf, Kummer und Sorge“. So dürfe man froh und dankbar sein, wenn keine schwere Erkrankung, Arbeitslosigkeit oder Wohnungsnot auftrete. „Es ist ein Trauma, wenn ein Kind auf falsche Wege gerät.“ Der Weihbischof bemerkte, in einer Familie werde deutlich, was „einer trage des anderen Last“ bedeute: „Ich habe großen Respekt vor dem, was in Familien geleistet wird. Ich bin davon überzeugt, dass dieser Einsatz und diese Hingabe Gott gefällt. Ich wage zu behaupten, dass hierbei auch eine Form von Gottesdienst stattfindet.“

Am Ende dieses Pontifikalamtes versammelten sich alle Kinder und Jugendlichen am Hochaltar zum Segensempfang durch den Weihbischof em. Dr. Bernd Uhl und zogen dann gemeinsam mit diesem, den Konzelebranten und den Ministranten hinaus zum Freialtar auf dem Wallfahrtsplatz, wo der Weihbischof jedem Kind und Jugendlichen einzeln dann noch einmal die Hand zum Segen auflegte. ds