Landschaftserhaltungsverband Neckar-Odenwald-Kreis - Die Mitgliederversammlung fand digital statt / Vorstellung des Arbeitsprogramms 2021

Viele Beispiele zeigen Naturschutzmaßnahmen in der Praxis

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Das Feuchtgebiet am Eiderbach bei Walldürn: Hier soll neuer Lebensraum für Amphibien entstehen. © LEV

Neckar-Odenwald-Kreis. Beim Landschaftserhaltungsverband Neckar-Odenwald-Kreis (LEV) fand am 28. April die jährliche Mitgliederversammlung erstmals als Videokonferenz statt. Ergänzend dazu hatten die Mitglieder im Anschluss Gelegenheit ihre Stimme zu der üblichen Entgegennahme, Wahlen sowie der Entlastung des Vorstands über ein Umlaufverfahren schriftlich abzugeben.

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Berthold Weigand verabschiedet

Zu Beginn stand die Verabschiedung von Vorstandsmitglied Berthold Weigand auf der Tagesordnung. Landrat Dr. Achim Brötel, Vorsitzender des LEV, dankte Berthold Weigand für sein großes Engagement und den immer fairen Dialog ganz im Sinne der Drittelparität im Verein mit Kommunen, Naturschutz und Landwirtschaft. Weigand hatte den Landesnaturschutzverband seit Gründung des LEV im Jahr 2012 im Vorstand vertreten. Durch sein Hintergrundwissen und seine Ortskenntnis war er wertvoller Impulsgeber für den Verein.

Großen Raum bei der Veranstaltung nahm der Tätigkeitsbericht 2020 und die Vorstellung des Arbeitsprogramms 2021 durch Geschäftsführer Matthias Jurgovsky ein. Jurgovsky erläuterte einige aktuelle Herausforderungen und Themen, die im Geschäftsjahr 2021 die Vereinsarbeit prägen werden.

Stelle wird gefördert

Als erste Neuerung wurde der landesweite Biotopverbund genannt. Mit dem Biodiversitätsstärkungsgesetz wurde das verbindliche Ziel in die Naturschutzgesetzgebung aufgenommen, den landesweiten Biotopverbund im Offenland bis zum Jahr 2030 auf 15 Prozent auszuweiten. Dazu fördert das Land eine neu geschaffene und auf fünf Jahre befristete Stelle beim LEV mit der Biotopverbundbotschafterin Luisa Klingmann. Sie wird die Kommunen bei der Aufgabe beraten, entsprechende Verbundplanungen erstellen zu lassen, welche mit 90 Prozent vom Land gefördert werden.

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Neu ist auch das Pestizidverbot in Naturschutzgebieten, welches ab dem 1. Januar 2022 greift. Neben vielen anderen Vorschlägen seitens der Ministerien an die Landwirte gibt es auch neue Fördermöglichkeiten über die Landschaftspflegerichtlinie Baden-Württemberg mit Modulen für Ackerextensivierungen. Die betroffenen Bewirtschafter der Äcker in Naturschutzgebieten wurden seitens der Verwaltung angeschrieben und können zunächst eine Beratung beim Landwirtschaftsamt erhalten. Der LEV unterstützt dann bei einem Wunsch nach einer Förderung nach der Landschaftspflegerichtlinie.

Aus Sicht der Europäischen Union setzt die Bundesrepublik Deutschland die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) nur schleppend um, was zu einem Vertragsverletzungsverfahren geführt hat. Deshalb unterstützt der LEV die Behördenvor allem Mähwiesen- und Magerrasenverluste wiederherzustellen. Hier ist man mit zahlreichen Maßnahmen auf einem guten Weg.

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Als letzten Punkt nannte Matthias Jurgovsky die neue Agrarförderperiode mit einer zu erwartenden neuen Ausgestaltung des Förderprogramms der Landschaftspflegerichtlinie Baden-Württemberg ab 2023. Der LEV hofft, dass das Förderprogramm fortgeführt wird und gut ausgestattet bleibt.

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Zahlreiche Beispiele

Anhand von Beispielen zeigte Jurgovsky eindrücklich die Umsetzung von Landschaftspflege- und Naturschutzmaßnahmen in der Praxis. So will man gemeinsam mit den Landwirten über den Vertragsnaturschutz Grünlandextensivierungen im Elzbachtal bei Fahrenbach und Limbach erreichen. Außerdem wurden Maßnahmenvorschläge aus dem FFH-Managementplan am Hollersee in Buchen umgesetzt. Umfangreich war die Erstpflege verbrachter Streuobstwiesen am Wartberg bei Buchen sowie durch Sukzession beeinträchtigte Kalkmagerrasen bei Ravenstein und Hardheim, auf denen die einstige Artenvielfalt verloren ging. Durch Jurgovsky vorgestellt wurden exemplarisch für 2021 geplante Pflegeaktionen, wie am Enzianbuckel bei Bödigheim/Seckach als Beispiel für die FFH-Managementplan-Umsetzung.

Mit einem Dankeschön schloss Landrat und Vorsitzender Dr. Achim Brötel die Mitgliederversammlung des LEV. Im nächsten Jahr hoffen alle Mitglieder wieder in Präsenz tagen zu können und im Anschluss zur sonst üblichen Exkursion aufzubrechen