Kommunale Unterbringung - Bürgermeister Markus Günther weist Kritik von Flüchtlingshelfern zurück Unterkunft nur zur Überbrückung

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Ralf Scherer
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In das Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Bauhofs der Firma Leis sind seit Mitte September 33 Asylbewerber eingezogen. Bis Jahresende sollen sie die städtische Unterkunft schon wieder verlassen.

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Walldürn. Mitte September sind die ersten Asylbewerber in die städtische Unterkunft in der Alten Amorbacher Straße eingezogen. Bis Ende des Jahres sollen die aktuell 33 Bewohner das Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Bauhofs der Firma Leis schon wieder verlassen und sich eine eigene Wohnung suchen. Das geht aus einem Schreiben der Stadtverwaltung hervor, das den jungen Männern aus Afrika vor kurzem zugestellt wurde.

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Nach der Schließung der Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises in der Waldstraße im Juni und dem Umzug in die Gemeinschaftsunterkunft auf dem ehemaligen Lidl-Areal wäre damit für die Asylbewerber der dritte Wohnungswechsel innerhalb weniger Monate verbunden.

Keine Schachfiguren

Völlig unzumutbar, sagen die Aktiven eines Helferkreises, die sich ehrenamtlich um die Asylbewerber kümmern und ihnen bei der Integration in Beruf und Gesellschaft helfen. Ihren Unmut haben sie deshalb vor wenigen Tagen öffentlich zum Ausdruck gebracht und moniert, dass die Flüchtlinge von der Stadt Walldürn wie Schachfiguren hin- und hergeschoben würden.

Diesen Vorwurf will Bürgermeister Markus Günther nicht im Raum stehenlassen. Auf die Umzüge der Asylbewerber von der Waldstraße in die Buchener Straße und schließlich in die Alte Amorbacher Straße habe die Stadt Walldürn keinen Einfluss gehabt. Nach 24 Monaten ende die vorläufige Unterbringung durch den Landkreis, der Wechsel in die kommunale Anschlussunterbringung sei dann unausweichlich.

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Günther bestätigt, dass die Asylbewerber in besagtem Schreiben aufgefordert werden, sich bis 31. Dezember eine Unterkunft auf dem freien Wohnungsmarkt zu suchen. "Das ist die Aufgabe jedes Einzelnen", so Günther. Aus dem Schreiben gehe aber auch hervor, dass sie in der Unterkunft bleiben dürfen, wenn sie bis Jahresende keine Wohnung finden. Die Unterbringung von Asylbewerbern in städtischen Gebäuden sei ohnehin nicht auf Dauer angelegt, sondern als Überbrückung zur Vermeidung von Obdachlosigkeit. Das vom Helferkreis beanstandete Schreiben bezeichnet Günther deshalb als "ganz normalen Verwaltungsvorgang".

Die Stadt Walldürn bemühe sich um Unterbringung und Integration der Asylbewerber und erhalte diesbezüglich auch regelmäßig positive Rückmeldungen.

Redaktion Ralf Scherer ist als Redakteur in der Lokalredaktion Buchen und im Online-Bereich tätig. In seiner Heimatstadt Walldürn, aber auch in vielen anderen Gemeinden des Neckar-Odenwald-Kreises ist er seit 14 Jahren als Lokaljournalist unterwegs.