Forstbetriebsleitung Walldürn - Patrick Halbauer neuer Leiter / Stellvertretender Leiter der Unteren Forstbehörde Umbau des Waldes das große Thema

Wechsel an der Spitze der Forstbetriebsleitung Walldürn: Oberforstrat Patrick Halbauer ist der neue Leiter. Die FN haben sich mit ihm über Ziele und Aufgaben unterhalten.

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Ralf Marker
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Patrick Halbauer ist der neue Leiter der Forstbetriebsleitung Walldürn. © Ralf Marker

Walldürn. Patrick Halbauer ist seit dem 1. Januar stellvertretender Leiter der Unteren Forstbehörde im Neckar-Odenwald-Kreis, und er ist Forstbetriebsleiter des Standorts Walldürn. Er ist 35 Jahre alt, und war in den vergangenen 4,5 Jahren in der Forstverwaltung im Landkreis Heilbronn aktiv. Er ist Nachfolger von Anna Haas. Die stand im Rahmen des „Traineeprogramms Forst“ bis Februar ein Jahr an der Spitze der Forstbetriebsleitung und macht jetzt eine Hospitanz bei Forst BW in Tübingen. Er habe schon früh eine Affinität zum Wald entwickelt und sich für das Ökosystem Wald begeistert. Zum Bereich der Forstbetriebsleitung Walldürn gehören neun Forstreviere, zuständig ist man für die forstliche Förderung und bei der Beratung der Privatwaldbesitzer. Eine breite Palette, die die Aufgabe aber auch interessant macht.

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Bei einem Gespräch mit einem Förster dauert es in diesen Zeiten nicht lange, und es geht um den Klimawandel. Das war natürlich auch am Montag bei der Betriebsleitung in Walldürn so, als sich die FN mit Patrick Halbauer unterhalten haben.

„Das wird eine Daueraufgabe für die Mitarbeiter des Forstes werden“, sagte Halbauer. „Und in den vergangenen drei Jahren mit den heißen und trockenen Sommern hat das Thema noch an Brisanz gewonnen. Da hat man den Wald an vielen Stellen leiden sehen.“ Die Natur gibt den Takt vor und waldökologische Fragen werden zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Region ist ohnehin eine der niederschlagsärmsten Gegenden in Baden-Württemberg. „Die extreme Witterung der vergangen drei Jahre hat uns die Auswirkungen des Klimawandels auf das Ökosystem Wald deutlich aufgezeigt.“

Man werde sich bei der Baumvielfalt noch breiter aufstellen müssen. Er habe nicht die Sorge, dass Waldflächen verlorengehen oder der Wald untergeht. Klar sei aber: „Das Waldbild wird sich ändern.“ Bäume, die jetzt noch das Waldbild prägen, werden an Bedeutung verlieren. Die Fichte etwa sei ein „Klimaverlierer“. Sie werde nicht verschwinden, aber die Tendenz gehe zu klimastabilen Bäumen, die mit dem Wetter besser zurechtkommen. Und das geht auch nicht von heute auf morgen – im Forst denkt man in Generationen. Buche und Eiche seien Hauptbaumarten, die mit vielen anderen Arten angereichert werden.

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Im Bereich der Forstbetriebsleitung Walldürn laufen bereits Versuche mit klima- und hitzeresistenten Bäumen (die FN berichteten). Daran werde sich auch künftig nichts ändern. „Der Waldumbau in Zeiten des Klimawandels wird das bestimmende Thema sein. Hauptaufgabe und auch Daueraufgabe wird es sein, den Wald mit seinen vielfältigen Funktionen im Klimawandel zu erhalten und so zu bewirtschaften, dass er die an ihn gestellten Aufgaben nachhaltig erfüllt.“

Großer Waldbesitzer

Die Fläche des Walldürner Stadtwaldes beträgt 3333,6 Hektar. Das Landeswaldgesetz definiert Wald als „jede mit Forstpflanzen bestockte Fläche“ sowie die dazugehörigen Flächen wie Waldwege, Leitungstrassen, Wildwiesen oder Waldparkplätze. Rechnet man nur die Flächen, auf denen Bäume stehen, sind es 3209,4 Hektar. Walldürn ist damit unter den Kommunen des Landes der achtgrößte Waldbesitzer.

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Eine wichtige Weichenstellung wird es dabei noch in diesem Jahr geben: Die Forsteinrichtung steht wieder auf dem Programm – sie erfolgt alle zehn Jahre. Die Forsteinrichter erfassen für diese periodische Betriebsplanung zunächst den Zustand von Bäumen und Waldflächen, also eine Inventur. In einem zweiten Schritt kontrollieren sie, wie die zuletzt vereinbarten Maßnahmen umgesetzt wurden und ob die geplanten ökologischen und wirtschaftlichen Ziele im Wald (Vollzug) erreicht werden konnten. Auf der Grundlage dieser Inventur- und Vollzugsergebnisse entsteht dann eine neue Naturalplanung für die nächsten zehn Jahre.

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Der Walldürner Gemeinderat wird sich auf seiner nächsten Sitzung in der Nibelungenhalle am Montag ebenfalls mit der Forsteinrichtung befassen. Dann steht die „Eigentümerzielsetzung im Kommunalwald der Stadt Walldürn im Zuge der Forsteinrichtung“ auf der Tagesordnung.

Redaktion Stellvertretender Redaktionsleiter Buchen, zuständig für Walldürn.