Die Strohbären sind los - Mitmach-Aktion der Kolpingsfamilie Walldürn zum 40-Jahr-Jubiläum Strohbären finden und gewinnen

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Walldürn. Wer in den nächsten Tagen aufmerksam in der Walldürner Innenstadt unterwegs ist, kann sie in so manchem Schaufenster entdecken: Die Strohbären sind los und das sogar ohne die üblichen Fastnachtsaktionen. Wegen Corona haben in diesem Jahr schon so einige langjährige Traditionen pausiert, darunter fallen nun auch die närrischen Tage.

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Doch um ein klein wenig närrisches Gefühl aufkommen zu lassen, setzt die Kolpingsfamilie Walldürn erneut auf corona-konforme Aktionen. So auch bei der Strohbären-Mitmach-Aktion „Finde die Strohbären“ mit Gewinnspiel, die in der Fastnachtswoche bis Aschermittwoch stattfindet.

Die Kolpingsfamilie führt zum Jubiläum 40 Jahre Strohbärtreiben eine Aktion durch, bei der es auch etwas zu gewinnen gibt. © Kolpingsfamilie

Vom 6. bis zum 17. Februar können alle Narren in der Walldürner Innenstadt auf die Suche nach Strohbären gehen. In insgesamt acht Geschäften haben sich die Bären im Schaufenster versteckt und warten darauf entdeckt zu werden. Wer mindestens drei Strohbären findet, sich mit ihnen fotografiert und die Fotos per E-Mail an die Kolpingsfamilie schickt, nimmt am Gewinnspiel teil. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht.

Zu gewinnen gibt es drei Walldürner Einkaufsgutscheine mit fünf Euro, zehn Euro und 15 Euro Einkaufswert, ein großes Wandbild, zur Verfügung gestellt von WohnFitz Walldürn sowie 25 kleine Strohbär-Anhänger. Zudem wird in einem separaten Wettbewerb das närrischste Foto mit einem großen Strohbär-Aufsteller belohnt. Hierzu können Bilder unter einem Facebook-Beitrag der Kolpingsfamilie Walldürn kommentiert werden – das Foto mit den meisten „Likes“ gewinnt.

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Die Strohbären-Aktion hätte in diesem Jahr ein Fest zum 40-jährigen Jubiläum des Strohbär-Treibens werden sollen. Bereits seit 1981 sind die meist zahmen Bären ein wichtiger Teil der Walldürner Faschenaachts-Tradition und heute nicht mehr aus der Kampagne wegzudenken (die FN berichteten). Der damalige Vorstand der Kolpingsfamilie belebte den alten Brauch in enger Zusammenarbeit mit dem ehemaligen FG Präsident Walter Mairon wieder. Am Rosenmontag 1981 zog man dann erstmals nach mehreren Jahrzehnten Pause wieder mit einer großen Gruppe an Bären, Treibern, Dürmer Klohns und Krachkapelle durch die Straßen Walldürns und sammelte „Schwarzer Hawwer“.

Seit inzwischen 40 Jahren pflegt die Kolpingsfamilie dieses Brauchtum, das weit über die Grenzen der Wallfahrtsstadt hinaus bekannt ist. Mittlerweile findet die Aktion so großen Anklang, dass jedes Jahr über 100 Klohns, Musiker, Sänger, Treiber und Strohbären durch die Walldürner Gassen ziehen und mit Gesang und Krach auf sich aufmerksam machen. Dabei haben sich über die vergangenen 40 Jahre viele Stationen auf dem Weg der Gruppe etabliert. Neben den beiden Bankgebäuden in der Innenstadt und einigen Fachgeschäften zählt dazu auch ein Besuch der Bewohner des Geriatriezentrums. Hier wird die große Strohbärgruppe am Rosenmontag morgens bereits freudig erwartet, um mit ihnen zu schunkeln, zu singen und zu klatschen.

Fastnacht feiern und Gutes tun

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Bereits bevor die Kolping mit ihren Strohbären 1981 startete, stand für die Verantwortlichen fest, dass die Spenden des Strohbärtreiben am Rosenmontag der damaligen „Aktion Sorgenkind“ (heute „Aktion Mensch“) zugeführt werden sollten. So konnte die Kolpingsfamilie nicht nur einem alten Brauch zu neuer Vitalität verhelfen, sondern gleichzeitig auch ihrem Vereinszweck gerecht werden. Auch heute noch werden die gesammelten Gelder für einen guten Zweck eingesetzt und beispielsweise an regionale gemeinnützige Projekte gespendet.

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Heutzutage ist die Kolpingsfamilie mit ihren Strohbären nicht mehr aus den Fastnachtstagen wegzudenken und ist neben dem Strohbärtreiben auch beim Walldürner Umzug und ausgewählten Veranstaltungen des Narrenrings mit von der Partie.

Aufwändige Vorarbeit

Die Strohbär-Tradition braucht nicht nur an den närrischen Tagen selbst Zeit, sondern die Arbeiten dafür beginnen bereits weit vorher. Im Sommer des Vorjahres wird der eigens angebaute Hafer in traditioneller Handarbeit mit Sense und Rechen von den Mitgliedern der Kolpingsfamilie geerntet. Moderne Maschinen können hier nicht zum Einsatz kommen, denn das Haferstroh muss lang genug bleiben. Nach mehreren Wochen der Trocknung wird der Hafer in einer großen Halle flach ausgelegt und gedroschen, um Stroh, Spreu und Körner zu trennen. Auch hier ist Handarbeit am Dreschflegel gefragt.

Das fertige Stroh wird anschließend bis zu den Fastnachtstagen gebunden und eingelagert. Am Rosenmontag früh morgens beginnen die erfahrenen Strohbär-Binder dann die Freiwilligen mit viel Draht einzubinden. Nur so hält das Stroh für den ganzen Umzug am Körper. Rund eine Stunde dauert es, bis ein Strohbär fertig eingebunden ist.

Auch wenn in diesem Jahr Vieles anders ist, verstummen auch die Narren der Kolpingsfamilie nicht. Das eingelagerte Stroh wird – da ist man sich im Verein einig – für das 41. Strohbärtreiben im nächsten Jahr aufgehoben, auf das sich alle Freunde der närrischen Gaudi bereits heute freuen. Die Wartezeit soll aber mit der Aktion „Finde die Strohbären“ zumindest ein wenig überbrückt werden.