Raubüberfall in Kirchzell - Zwei Männer überwältigten Taxifahrer und erbeuteten mehrere Hundert Euro Bargeld/ Fluchtwagen an der B 27 abgestellt / Großfahndung ohne Erfolg Spur der Täter verliert sich in Walldürn

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Ralf Scherer
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Zivil- und Streifenbeamte der Kriminalpolizei Aschaffenburg, der Polizeiinspektion Erlangen und des Buchener Polizeireviers verfolgten am Freitagvormittag mit einem Hund mehrere Stunden die Spur der beiden Täter. Kurz vor 13 Uhr waren die Beamten im Theodor-Heuss-Ring unterwegs.

© Ralf Scherer

Walldürn/Kirchzell. Zwei unbekannte Fahrgäste haben am frühen Freitagmorgen einen Taxifahrer in der Nähe von Kirchzell überfallen und sind mit dessen Fahrzeug bis nach Walldürn geflüchtet. Dort fand die Polizei das Auto verlassen auf, von den Tätern fehlt bislang jede Spur.

Polizei sucht Zeugen

  • Hinweise nimmt die Kriminalpolizei in Aschaffenburg, Telefon 0 60 21 / 85 71 73 2, entgegen.
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Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen nahm der 40-jährige Taxifahrer in Heidelberg zwei Fahrgäste auf, die nach Kirchzell im Landkreis Miltenberg gefahren werden wollten. In der Nähe von Breitenbuch soll das Duo das Taxi auf einen Feldweg gelotst haben. Dort schlugen die Männer dem 40-Jährigen mehrfach ins Gesicht und machten sich anschließend mit dem Taxi mit Heidelberger Kennzeichen aus dem Staub.

Der Taxifahrer, der durch die Schläge erhebliche Gesichtsverletzungen erlitten hatte, informierte gegen 3.45 Uhr einen Anwohner, der schließlich den Notruf wählte. Der Verletzte kam in der Folge zur Behandlung in ein Krankenhaus. Die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken leitete sofort eine Fahndung ein, an der sich länderübergreifend zahlreiche Streifenbesatzungen beteiligten.

Das entwendete Taxi fand die Polizei gegen 5.15 Uhr am Straßenrand der B 27 kurz vor der Abfahrt Walldürn-Mitte. Offenbar hatten die Täter das Fahrzeug dort zurückgelassen und ihre Flucht mit einigen Hundert Euro Beute zu Fuß fortgesetzt.

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Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde die Fahndung auf das Umfeld des Auffindeortes des Taxis ausgeweitet. Mehrere Streifenwagen waren am frühen Morgen und im Verlauf des Vormittags in Walldürn zu sehen. Um die Mittagszeit nahm schließlich ein Polizeihund die Fährte der flüchtigen Täter auf. Begleitet von einem Streifenwagen folgten vier Beamte zu Fuß der vermeintlichen Spur der beiden Männer. Zunächst führte diese am Lidl vorbei über die Straße Richtung Bahnhofsgelände, entlang der Gleise und über den Bahnhofsvorplatz an den Kreisverkehr. Im Bereich der Frankenlandschule schien sich die Fährte zu verlieren. Die Beamten stellten die Suche nach einer kurzen Besprechung vorübergehend ein. Parallel dazu sicherten mehrere Einsatzfahrzeuge den Bereich um den Fundort des Taxis ab. Die Beamten ließen das Fluchtfahrzeug schließlich von einem Abschleppunternehmen abtransportieren.

Mehrere Straßen abgesucht

Gegen 12.30 Uhr nahm dann ein ausgeruhter Spürhund der Polizeiinspektion Erlangen die Fährte der Flüchtigen erneut auf. Auch er führte die Beamten von der B 27 auf nahezu identischem Weg bis an die Frankenlandschule. Während ein ziviles Einsatzfahrzeug jeweils die nächste Kreuzung absperrte und zwei weitere Polizeiautos nach hinten absicherten, bewegte sich der Tross langsam über die Dr.-Trautmann-Straße, Hildenbrandstraße und Ringstraße bis in den Theodor-Heuss-Ring, wo den Beamten nach Schulende zahlreiche Schüler entgegen strömten. Von dort ging es in die Blumenstraße, über einen Schleichweg in die Monterau-Allee, über den Parkplatz hinter der Nibelungenhalle und den Schulhof der Auerberg-Werkrealschule zurück in den Theodor-Heuss-Ring.

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Gegen 13.30 Uhr endete die Suche ergebnislos im Innenhof einiger Mehrfamilienhäuser am "Weißen Stein". Zuvor hatte der Hund die Beamten noch entlang der Hornbacher Straße, über einen Fußweg in die Stettiner Straße und über eine Wiese wieder zurück in die Hornbacher Straße geführt, ehe die Fahndung schließlich abgebrochen wurde.

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"Es hat sich nichts ergeben", erklärte am späten Nachmittag Michael Zimmer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken. Ob sich die beiden Männer noch in Walldürn oder der unmittelbaren Umgebung befanden, war bis Redaktionsschluss unklar. "Hinweise auf eine Gefährdung der Bevölkerung haben wir nicht", betonte Zimmer. "Die Ermittlungen laufen jetzt routinemäßig weiter."

Um den Männern auf die Spur zu kommen, erhoffen sich die Beamten der Kriminalpolizei Aschaffenburg Hinweise zum Geschehen am Tatort in der Nähe von Breitenbuch und im Bereich der B 27 bei Walldürn, wo die Täter das Taxi zurückgelassen haben.

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse sucht die Polizei einen etwa 40 Jahre alten Mann mit Glatze, einer dünnen Statur und einem dünnen, länglichen Gesicht. Der zweite Täter soll ebenfalls etwa 40 Jahre alt sein und circa drei bis vier Zentimeter lange, schwarz-graue Haare haben.

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Redaktion Ralf Scherer ist als Redakteur in der Lokalredaktion Buchen und im Online-Bereich tätig. In seiner Heimatstadt Walldürn, aber auch in vielen anderen Gemeinden des Neckar-Odenwald-Kreises ist er seit 14 Jahren als Lokaljournalist unterwegs.