AdUnit Billboard
Hermann Keidel gestorben - Lange Jahre als Lehrer an der Konrad-von-Duern-Realschule unterrichtet

Schüler zu mündigen Bürgern erzogen

Lesedauer: 

Walldürn. Im Alter von 85 Jahren verstarb kürzlich der ehemalige Französisch-, Deutsch-, Geschichts- und Gemeinschaftskundelehrer Hermann Keidel, der an der Konrad-von-Dürn-Realschule 33 Jahre lang als Fach- und Klassenlehrer wirkte. Er brachte sich bei Frankreichaustauschen mit seinen hervorragenden Französischkenntnissen ein und half in jungen Jahren zeitweise als Organist in der Basilika aus.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Seine Sprachgewandtheit, seine umfassende Bildung, aber auch sein scharfsinniger Humor hinterlassen sowohl bei ehemaligen Schülern als auch Kollegen eine bleibende und wertschätzende Erinnerung. Sein Ziel war es stets, seinen Schülern nicht nur Bildung zu vermitteln, sondern sie auch zu rechtschaffenen und mündigen Bürgern zu erziehen.

Keidel liebte Sprachen, Gespräche und Diskussionen und interessierte sich bis ins hohe Alter für Geschichte, Politik, Literatur, Kunst und vor allem für die klassische Musik. Seine besondere Liebe galt Johann Sebastian Bach, dessen Werke er schon in jungen Jahren virtuos an der Orgel beherrschte. Auch Fußball war eine Leidenschaft des Verstorbenen. In seiner Jugend war er aktiver Fußballspieler, später verfolgte er die Spiele am Fernsehen.

Hermann Keidel wurde am 15. März 1936 als Lehrersohn in der Eifel geboren und wuchs im Eifeldörfchen Immerath auf. Sein Vater weckte in ihm schon früh das Interesse an Kirchenmusik und förderte seine Begabung. So lernte er bereits als Kind vom Vater das Harmoniumspielen, bekam später Orgelunterricht und konnte seine Musikalität am Gymnasium in Münstermaifeld ausbauen.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Nach dem Tod des Vaters zog Hermann Keidel mit seiner Mutter, die aus dem Rhein-Neckar-Kreis stammte, nach Heidelberg. In der Kirchengemeinde St.Raphael in Heidelberg Neuenheim brachte er sich während seiner Studentenzeit engagiert als Organist ein und knüpfte dort Freundschaften fürs Leben. Zudem war er Chorsänger und begleitete Solisten gekonnt am Klavier.

Hermann Keidel studierte von 1956 bis 1960 an der Universität Heidelberg Latein, Romanistik und Geschichte. Er entschied sich dann dazu, Lehrer zu werden. Seine erste Stelle trat er in Lauda an, seine nächste in Walldürn, wo er 1972 die Lehrbefähigung an Realschulen erwarb und bis zu seiner Pensionierung tätig war. An der Konrad-von-Dürn-Realschule lernte er seine aus Frankfurt/Main stammende spätere Frau Lotti, geborene Liebener, kennen, die dort unter anderem Englisch unterrichtete.

Das Ehepaar kaufte sich in Walldürn ein Haus, wo es bis 2020 still und ausgeglichen lebte. Keidels pflegten ein gutes Miteinander zu Nachbarn, befreundeten Kollegen und deren Familien. Sie liebten Ausflüge und Spaziergänge in der näheren Umgebung, trafen Verwandte und Freunde und besuchten sehr gerne Kunstausstellungen, vor allem im Städel in Frankfurt. Ihre Reiseziele in den Schulferien wurden nach kulturellen und landschaftlich reizvollen Gesichtspunkten geplant und so reisten sie mit ihrem Auto, sie am Steuer und er als gewissenhafter Beifahrer, quer durch Deutschland und Europa. Immer wieder waren Frankreich und Italien beliebte Ziele– auch der Sprachen wegen.

Krankheits- und altersbedingt zog das Ehepaar 2020 in den Sonnengartenstift nach Buchen um, wo die beiden noch einige Monate, wenn auch unter Pandemiebeeinträchtigungen, zufrieden miteinander leben durften. Seinem Wunsch entsprechend wurde Hermann Keidel im Friedwald in Michelstadt in einer würdigen Beisetzung, geleitet von Stadtpfarrer Josef Bregula, im Kreis von ehemaligen Kollegen, Freunden und seiner Frau Lotti , mit der er eine lange Ehe führen durfte, bestattet.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1