IG Bau Nordbaden - Gewerkschaft fordert besseren Schutz von Erntehelfern und sieht hohe Infektionsgefahr/ 450 Beschäftigte im Kreis

Saisonbeschäftigte tragen hohes Risiko

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat die Einhaltung der Arbeitsschutz- und Hygienevorschriften in der Landwirtschaft angemahnt.

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Die IG Bau Nordbaden fordert einen besseren Schutz von Erntehelfern. © Roland Weihrauch

Neckar-Odenwald–Kreis. „Saisonbeschäftigte in der Region, die in der Ernte und Aussaat arbeiten, tragen ein hohes Risiko, an Covid-19 zu erkranken. Ein Großteil der Erntehelfer ist nach wie vor in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Genauso gefährlich ist es, wenn Beschäftigte in Sammeltransporten zu den Feldern gefahren werden“, kritisiert IG BAU-Bezirksvorsitzender Wolfgang Kreis (Nordbaden).

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Nicht zum Hotspot werden

Die Unternehmen müssten alles dafür tun, dass die Branche nicht zum Corona-Hotspot werde. Außerdem seien verstärkte Arbeitsschutz- und Hygienekontrollen der Behörden notwendig. Saisonbeschäftigte dürften nicht ungeschützter sein als Menschen, die in Büros oder auf Baustellen arbeiteten. Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt die Landwirtschaft im Neckar-Odenwald-Kreis rund 450 Menschen. Die überwiegend aus Osteuropa stammenden Saisonkräfte sorgten dafür, dass in den Supermärkten Erdbeeren und Gurken nicht ausgingen. Dabei arbeiteten sie zu niedrigen Löhnen und häufig ohne Krankenversicherungsschutz. Nach einer neuen Regelung können Erntehelfer in diesem Jahr 102 statt wie bislang 70 Tage lang sozialversicherungsfrei in der Landwirtschaft arbeiten, was sie in ihrer sozialen Absicherung schlechterstellt, kritisiert die Gewerkschaft.