Munitionsdepot Altheim - Studie des IfaS-Instituts schlägt als Nachnutzung einen Tourismusstandort vor Rund um die Bunker herum Angebote für Touristen

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Statt der Kontrolle von Munition und Lenkflugkörpern könnt es im Altheimer Depot jede Menge Freizeitspaß geben. Diese Nachnutzung der militärischen Liegenschaft schlägt das IfaS-Institut vor.

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Altheim. Wo jetzt noch höchste Sicherheitsstufe herrscht, könnten schon bald die Schlagbäume für Touristen hochgehen. Im Munitionsdepot in Altheim gehen noch in diesem Jahr militärisch die Lichter aus.

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Was aus der Bundeswehrliegenschaft werden könnte, das hat das Institut für angewandtes Stromstoffmanagement (IfaS) im Auftrag des Gemeindeverwaltungsverbandes Hardheim-Walldürn untersucht. Die Kernaussage der Studie: Das Depot wäre ein guter Tourimusstandort.

Kontrolliert und überprüft werden in Altheim noch Bordkanonenmunition für Flugzeuge und Lenkflugkörpersysteme. Damit ist bald Schluss - als Folge der im Herbst 2011 verkündeten Bundeswehrreform wird das Depot in diesem Jahr schließen.

Erweiterung der Freizeitangebote

Und das bietet Chancen für eine zivile Nachnutzung, wie Institutsleiter Professor Dr. Peter Heck am Donnerstag erläuterte. Und hier hat das Institut vor allem Touristen im Blick.

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Deutschland sei das Land mit dem größten Inlandsreiseanteil in Europa. Es liege als Urlaubsziel der Deutschen vor Spanien, Italien und Türkei. Das sei ein großes Potenzial für die deutsche Tourismusbranche und somit natürlich auch für den Gemeindeverwaltungsverband. Der Tourismusbereich im Gemeindeverwaltungsverband ist laut Aussage der ansässigen Tourismusvertreter ein wichtiger regionaler Wirtschaftsfaktor.

Als Tourismusstärken der Region nannte Professor Heck:

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Naturnahe Landschaft.

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Vielfältige Freizeit- und Sportangebote.

Kulturgeschichte (Römer / Kelten) und Sehenswürdigkeiten.

Gut ausgebaute Radwege und Wanderwege.

Die Wallfahrt "Zum Heiligen Blut".

Diese Stärken wurden bei der Konzeption weiterer touristischer Angebote berücksichtig, so dass eine ganzheitliche Vermarktung des Verbandsgebietes als Urlaubsregion möglich ist.

Durch die Umnutzung der Konversionsfläche mit touristischen Höhepunkten soll die Attraktivität des Verbandsgebietes als Urlaubsregion erhöht und so zusätzliche Tourismussegmente wie etwa klimabewusste Urlauber oder junge Familien mit Kindern erschlossen werden.

Der Institutsleiter plädierte für einen modularen Aufbau eines Tourismusparks. Das biete den Vorteil, dass man klein beginnen und den Park mit zusätzlichen Modulen sukzessive erweitern könne. Schwerpunktthema sollen "Erneuerbare Energien" sein, so der Professor weiter.

Im Eingangsbereich könne man etwa in einer Ausstellung nachhaltige Wirtschaftsmethoden zeigen und in einem kleinen Kino Themen wie erneuerbare Energien, Energieeffizienz oder Nachhaltigkeit aufgreifen. Ein Generationenpark kann eine Begegnungsstätte für Jung und Alt werden. Neben Spielgeräten für Kinde würde es hier Aktivgeräte geben. Dabei handelt es sich um Geräte zum Erhalt der Mobilität und des Motoriksinns. Mit einer solchen Kombination der Geräte spricht man verschiedene Zielgruppen an, die Älteren, aber auch junge Familien mit Kindern.

In einem Kulturlandschaftsbereich könne man dem Besucher die Vorzüge kulturlandschaftlich entwickelter Flächen in der Praxis aufzeigen. Gefolgt von einem Bereich, in dem die nachhaltige Waldholznutzung ein Thema ist.

Die Windkraft spielt ebenfalls eine Rolle: Eine Anlage mit Aussichtskanzel wäre ein besonderes Element.

Sonnenenergie erkären

Im Altheimer Depot gibt es viele Bunker und Munitionslager. Auf einige Dächer könnte man Solaranlagen bauen, um dann im Innern Grundzüge und Merkmale der Sonnenenergie und anderer erneuerbarer Energien zu verdeutlichen. Entstehen könnte auch ein außerschulischer Lernort, an dem Kinder und Jugendliche durch Anschaulichkeit, Praxisnähe und aktives Mitmachen Wissen vermittelt wird.

Der Park soll unterschiedlichen Zwecken dienen: durch die Beschäftigung mit den erneuerbaren Energien der Bildung, zweitens auch als Naherholungsfläche beziehungsweise Freizeitraum für die hiesige Bevölkerung durch Angebote wie Grillplätze, eine Park-Wanderroute oder eine Sommer-Rodelbahn.

Das alles kostet natürlich Geld. Für einen solchen Park brauche man ebenso natürlich Investoren. Für eine kleine Anfangslösung mit einer Ausstellung, einem Indoor- und einem Abenteuerspielplatz sowie einer Adventuregolfanlage liege die Summe bei etwa einer Million Euro. Das sei natürlich ausbaufähig, wenn Elemente wie ein Baumwipfelpfad, eine Achterbahn oder die Aussichtskanzel dazukämen.

Komme eine "große Lösung", stehen Kosten von 25 Millionen Euro im Raum. Zur Risikostreuung, so Professor Heck, sollen diese hohen Investitionskosten auf mehrere Betreiberebenen verteilt werden.

Investoren gewinnen

Der ökonomische Aufwand für den Verband soll relativ gering gehalten werden. Die Hauptinvestitionen würden nach dem Bericht auf Unternehmen aus dem regenerativen Bereich sowie Freizeitparkträgern entfallen. Das biete neben der Risikostreuung zudem den Vorteil, dass diese mit der Umsetzung von Großprojekten vertraut sind und sich dadurch die Erfolgschancen für einen Erlebnispark erhöhen. mar