Verstoß gegen Ausgangsbeschränkung - Jugendliche und junge Erwachsene grillen am Römerbad Polizei beendet Corona-Party

Von 
Ralf Scherer
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Polizeibeamte haben am Samstagabend eine Corona-Party am Römerbad in Walldürn beendet. © Ralf Scherer

Walldürn. Als am Samstagabend gegen 18 Uhr ein Streifenwagen des Polizeireviers Buchen zügig auf das Römerbad zufuhr, schlug die Stimmung schnell von ausgelassener Freude in Hektik um.

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Mindestens acht Jugendliche und junge Erwachsene hatten bis zu diesem Zeitpunkt innerhalb der Mauerreste des Kulturdenkmals zusammen gegessen und getrunken. Obwohl die wegen der Corona-Krise geltenden Ausgangsbeschränkungen solche Treffen nicht erlauben, hatten die Teilnehmer der Party einen Grill aufgebaut und sich offenbar für einen längeren Aufenthalt dort eingerichtet. Als sie die Polizeibeamten bemerkten, rannten mehrere Jugendliche in den angrenzenden Wald und weiter in das Schilf des Biotops „Oberer Marsbach“, um sich dort zu verstecken.

Vier Teilnehmer der Party waren nicht schnell genug. Sie wurden von den Polizeibeamten zurückbeordert, um die Personalien aufnehmen zu können. Nach einer Aufklärung über die Corona-Verordnung der Landesregierung und die damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen erhielten die vier verbliebenen Teilnehmer der Party einen Platzverweis.

Eine Anzeige blieb ihnen nach Auskunft des Polizeipräsidiums Heilbronn erspart. In einem solchen Fall hätten sie laut Bußgeldkatalog für Ordnungswidrigkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz im Zusammenhang mit der Corona-Verordnung je Beteiligtem mit einer Geldstrafe von 100 bis 1000 Euro rechnen müssen. Bevor die vier Jugendlichen das Gelände verließen, mussten sie noch ihre auf den Mauerresten deponierten Grill-Utensilien zusammenpacken und den Müll entsorgen.

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In der warmen Jahreszeit ist das Römerbad in den Abendstunden und an Wochenenden ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche, junge Erwachsene und Familien. Trotz generellen Verbots und entsprechender Hinweisschilder finden auf dem Gelände regelmäßig Grillpartys und Trinkgelage statt. Nicht selten bleibt der Abfall solcher Treffen zwischen und auf den Mauerresten des Römerbads oder um den Springbrunnen herum liegen und muss von den Mitarbeitern des Bauhofs entsorgt werden.

48 000 Euro Sanierungskosten

2016 war das Unesco-Weltkulturerbe Römerbad für rund 48 000 Euro saniert worden, um von Vandalismus und Witterungseinflüssen verursachte Schäden zu beseitigen.

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Gut 80 Prozent der alten Verfugungen des Mauerwerkes mussten erneuert und circa acht Kubikmeter schadhaftes Mauerwerk fachgerecht ausgetauscht werden.

Redaktion Ralf Scherer ist als Redakteur in der Lokalredaktion Buchen und im Online-Bereich tätig. In seiner Heimatstadt Walldürn, aber auch in vielen anderen Gemeinden des Neckar-Odenwald-Kreises ist er seit 14 Jahren als Lokaljournalist unterwegs.