Heinz Allmann wird 75 - Jubilar ist fast sein halbes Leben schon für die Bewohner des "Sonnengartens" in Buchen aktiv Neue Aufgabe gefunden

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Heinz Allmann feiert heute im "Sonnengarten" Buchen 75. Geburtstag - unter anderem mit Betreuer Walter Diehm, Pflegedienstleiter Michael Heilig, Heinz Allmann und Einrichtungsleiterin Nicola Laukenmann.

© Brosch

Walldürn/Buchen. Pflege- und Wohneinrichtungen gelten als Ruhestätten "für den Lebensabend", wo ältere Menschen geruhsame Tage verbringen, gelegentlich besucht werden und Karten spielen können. Doch es gibt seltene Ausnahmen. Eine davon ist Heinz Allmann, der am heutigen Samstag seinen 75. Geburtstag feier: Er ist zwar ein waschechter "Dürmer", doch seit 1979 wohnt er im Buchener "Sonnengarten". Allmann hat somit fast die Hälfte seines Lebens dort verbracht - aber nicht gemütlich im Sessel sitzend, sondern stets aktiv für die Heimgemeinschaft.

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Geboren am 4. April 1940 in Walldürn, wuchs er zunächst bei seiner Mutter und nach deren frühem Tod bei seiner Großmutter auf. In seiner Heimatstadt war Allmann unter anderem Gründungsmitglied des SV "Fortuna" Walldürn im Jahr 1962; als Funktionär begleitete er "seinen" Verein mit Leib und Seele.

Seine berufliche Heimat waren Firmen in Osterburken und Walldürn, bis private und gesundheitliche Schwierigkeiten ihm keine alleinige Lebensführung mehr gestatteten. Somit kam er im Juni 1979 in den "Sonnengarten". Dort übernimmt Heinz Allmann seit damals zahlreiche kleinere und auch größere Arbeiten. "Ich bin mehr als 20 Jahre lang Vorsitzender des Heimbeirats gewesen", erklärt er; Betreuer Walter Diehm (Schneeberg) ergänzt, dass sein Schützling "immer ein offenes Ohr" für die Mitbewohner habe. Auch der typische Tagesablauf ist ganz auf die Gemeinschaft eingestellt: "Zwischen fünf Uhr und halb sechs stehe ich auf", bemerkt Allmann, "und dann geht es direkt ab in den Speisesaal". Dort wird aber nicht gefrühstückt, sondern gearbeitet: So deckt der rüstige Jubilar den Tisch und verrichtet diverse allgemeine Küchendienste.

Das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet er durch zahlreiche in- und externe Botengänge und Besorgungsdienste für andere Heimbewohner: Dies bedeutet für Allmann nicht nur Abwechslung, sondern auch eine sinnvolle Aufgabe. Walter Diehm bestätigt: "Das Leben im Heim war für Heinz damals der soziale Anker, sozusagen eine letzte Rettung, dass er die Kurve noch mal kriegt", erklärt er.

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Einen weiteren Ausgleich, der ihm viel bedeutet, schenkt ihm sein großes Hobby: der Sport. Gerade das "runde Leder" hat es dem Fußballfan angetan. So verfolgt er mit Freuden die Berichterstattung in Presse und Fernsehen und ist bisweilen auch mit seinem Betreuer oder guten Bekannten live an Sportplätzen anzutreffen, wenn die Regionalmannschaften um Tore kämpfen. "Oft unternehmen wir auch gemeinsam Ausflüge, die Walter und ich sehr genießen."

Enge Freundschaft

Zwischenmenschliche Kontakte nehmen in seinem Leben einen hohen Stellenwert ein. So entstand nicht nur mit Hausbewohnern, deren großes Vertrauen er hat, sondern auch mit Betreuer Walter Diehm, der ihn seit Juli 1994 für ihn zuständig ist, eine enge Freundschaft: "Wir wollen gemeinsam alt werden", lacht er, und Diehm ergänzt: "Wenn Heinz 100 ist, bin ich 90 - und betreue ihn immer noch, so Gott will."

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Den Kontakt hält das Geburtstagskind auch zu den Mitschülern aus Walldürn. "Ich werde zu den Klassentreffen eingeladen und komme auch gern. Es bedeutet mir viel".

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Sein 75. Geburtstag ist "eine große Zahl", die Allmann durchaus zum Nachdenken animiert: "Ohne die Unterstützung und Betreuung des Heimes und lieber Menschen wäre ich vermutlich nicht mehr da". ad