Madonnenlandbahn Masken-Wechsel an der bayerischen Landesgrenze?

Von 
Maren Greß
Lesedauer: 

Walldürn/Amorbach. Seit Montag besteht in Bayern die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske im Öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkaufen. In Baden-Württemberg besteht diese Pflicht – Stand Dienstagmittag – noch nicht.
Die Madonnenlandbahn verbindet die beiden Bundesländer, zwischen den beiden Halten Rippberg und Schneeberg verläuft die Landesgrenze. Doch was passiert, sobald man in Bayern angekommen ist? Muss die Maske gewechselt werden und wird das kontrolliert? Ich habe es ausprobiert, und mich am Dienstagmorgen in Walldürn in den Zug gesetzt. Mein Ziel: Amorbach. Zwei Männer steigen mit in die Regionalbahn ein, beide tragen, wie ich auch, nur eine Alltagsmaske – von FFP2-Maske keine Spur.
In der Hoffnung, endlich einen Hinweis zu bekommen, wie ab der Landesgrenze zu verfahren ist, lausche ich den Durchsagen kurz nach der Abfahrt am Walldürner Bahnhof. „Denken Sie bitte daran, dass in unseren Zügen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung besteht“, sagt die Computerstimme. Noch immer kein Hinweis – naja, noch ist die Landesgrenze nicht überquert.

Abfahrt in Amorbach – allerdings nur mit FFP2-Maske. © Maren Gress
AdUnit urban-intext1

Kurz nach dem Halt in Rippberg sind wir im anderen Bundesland angekommen. Durchsage? Fehlanzeige. Ich wechsle brav meine Maske, doch kontrolliert werde ich bis zu meinem Ausstieg in Amorbach nicht. Auf der Anzeigetafel am Bahnsteig entdecke ich nun endlich den ersten Hinweis zum Tragen einer FFP2-Maske.

In Amorbach habe ich etwa eine halbe Stunde Zeit, bevor mein Zug nach Walldürn zurückfährt. Zeit genug, um einem nahe gelegenen Supermarkt einen Besuch abzustatten. Denn dort gilt seit Montag ebenfalls FFP2-Maskenpflicht. Lediglich ein Kunde trägt eine gewöhnliche Alltagsmaske und wird freundlich von der Verkäuferin auf die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske hingewiesen.

In den Zug zurück nach Walldürn steigen ein paar mehr Menschen ein, und bis auf einen Mann tragen alle vorschriftsmäßig die Maske. Kurz vor der Grenze werde ich Rippberg kontrolliert – jedoch nur der Fahrschein. Ich frage die Schaffnerin nach den Regularien. Muss die Maske nun gewechselt werden, wenn ich von Walldürn nach Amorbach fahre? „Jetzt sind wir ja eh wieder in Baden-Württemberg“, sagt sie. Auf meine Frage kann sie mir keine eindeutige Antwort geben.
Daraufhin habe ich bei der Pressestelle der Deutschen Bahn nachgefragt. Auch deren Aussage beantwortet meine Frage nicht direkt. „Seit Montag gilt laut Verordnung der Bayerischen Staatsregierung im öffentlichen Nahverkehr in Bayern die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske – sowohl in allen Verkehrsmitteln als auch in Bahnhöfen, an Bahnsteigen und Haltestellen. Die Deutsche Bahn setzt die Verordnung der Bayerischen Staatsregierung um“, sagt ein Bahnsprecher auf Anfrage der Fränkischen Nachrichten.

AdUnit urban-intext2

Es gibt zu dieser besonderen Situation also keine konkrete Regelung. Wer auf „Nummer sicher“ gehen will, sollte deshalb lieber gleich zur FFP2-Maske greifen.
 

Volontariat Im Einsatz für die Redaktionen Buchen und Sport