Kindergarten St. Marien - Mit einer szenischen Lesung erreichte die "Lesewoche" ihren Höhpunkt / Annkathrin Schneider begeisterte die Mädchen und Jungen Lustige Geschichten rund um die Welt der Tiere

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Mit einer szenischen Lesung der Walldürner Künstlerin Annkathrin Schneider erreichte die "Lesewoche" im Kindergarten St. Marien am Donnerstag ihren Höhepunkt.

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Walldürn. Mit einer szenischen Lesung der Walldürner Künstlerin Annkathrin Schneider erreichte die "Lesewoche" im Kindergarten St. Marien am Donnerstag ihren Höhepunkt. Im Zentrum standen lustige und zugleich anspruchsvolle Geschichten rund um die Welt der Tiere.

Sprache als "Schlüssel zur Welt"

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Schon die Begrüßung hatte es in sich: "Ich bin ein Mensch im ganz besonderen Sinn - wenn ich glücklich bin", erklärte Annkathrin Schneider frei nach James Krüss. So bliebe der Wolf immer der Wolf und der Löwe immer der Löwe, "doch der Mensch kann mit viel Gefühl und Phantasie alles sein, was er möchte".

Nach dem amüsanten Dichtwerk über den "Sperling" nahm Schneider die Mädchen und Jungen - natürlich rein literarisch - mit zu einer Frau, die 22 Haustiere ausprobierte: Der Specht war ihr zu laut, die Katze wiederum zu leise, der Dorsch war ihr zu nass und die Schlange wiederum zu glitschig. Hier halfen die Kinder beim Reimen voller Begeisterung mit, bis man wusste, wie sich die wankelmütige Tierfreundin ihren Wunsch nach einem Haustier erfüllte: Sie richtete sich einen aus Porzellantieren bestehenden Zoo in ihrer Vitrine ein.

Nachdem Annkathrin Schneider in charismatischer Interpretation ein Gedicht über Katzen verlas, ging es vom Katzenkörbchen weiter in den Hühnerstall: Dort nämlich gibt es ein Huhn, das konkurrenzlos viele Eier legt. Das ist solange zufrieden, bis ihm eines Tages ein blaues Osterei ins Auge sticht. So wollte die Henne blaue Eier legen - aber selbst nach dem Hören der "Rhapsodie in Blau" gibt es allenfalls weiße Eier. Sie bricht einen Legerekord nach dem anderen und realisiert eines Tages, dass weiße Eier nun einmal die Laune der Natur sind. Und die kann man eben nicht verbessern.

Gesungen wurde auch

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Gesungen wurde auch noch - und zwar über das lässige "Rap-Huhn", das den Bauernhof aufmischt und rappt, bis sich alle die Ohren zuhalten und das Weite suchen. Die Walldürner Kinder machten mit vollem Einsatz mit, bis es wieder ans "Zuhören" ging. Aus dem Schaffen des James Krüss präsentierte Annkathrin Schneider gegen Ende noch die Geschichte über den "verstörten Tausendfüßler", der sich 500 Paar Schuhe kaufte.

Aber allein das Anziehen und Putzen des Schuhwerks nahm schon den halben Tag in Anspruch. Am Abend zog er sich 606 Schuhe aus, ehe er einschlief und zur Einsicht kam: Er findet niemals seine Ruhe, wenn er meint, Schuhe tragen zu müssen.

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Die "Lesewoche" verstand sich als Projekt zur Sprachförderung der Kinder. Während am Dienstag Gabriele Eder-Herold Geschichten vorlas, besuchte der Kindergarten am Mittwoch die Stadtbücherei. Am Donnerstagnachmittag lasen Eltern aus mitgebrachten Büchern.

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Kindergartenleiterin Monique Jonasch erwähnte die Wichtigkeit guter Sprachentwicklung: "Sprache ist der Schlüssel zur Welt." Der Besuch von Annkathrin Schneider sei durch die dankenswerte Unterstützung des Fördervereins ermöglicht worden. ad