Geschäftswelt in Walldürn - Schutz und Sicherheit der Bevölkerung stehen jetzt an erster Stelle / Betriebe hatten und haben es nicht leicht Kreativität und Ideenreichtum gezeigt

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Adrian Brosch
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Von den gelockerten Maßnahmen erhofft sich Markus Günther „vor allem eine Entspannung der Situation für die Gewerbetreibenden“. © Adrian Brosch

Geschäfte bis 800 Quadratmeter dürfen zwar wieder öffnen, doch ist dies auch in Walldürn nur ein erster Schritt in Richtung Normalität, den es jetzt zu schützen gilt.

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Walldürn. Der 20. April 2020 könnte Geschichte schreiben: Mit Beschluss der Regierung dürfen seit Montag alle Geschäfte bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche sowie flächenunabhängig auch Auto- und Fahrradhäuser und Buchhandlungen ihre Pforten wieder öffnen. Die Fränkischen Nachrichten zeichneten im Gespräch mit der Stadtverwaltung ein Bild der in Walldürn vorherrschenden Lage.

„Die tiefgreifenden, aber dringend notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung der Corona-Pandemie haben unsere Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleistungsunternehmen vor große wirtschaftliche Herausforderungen gestellt. So hatten die Walldürner Unternehmen Ideen oder Lösungen hervorgebracht, welche unter den normalen Umständen nicht vorstellbar gewesen sind. Als Stadtoberhaupt bin ich auf die Kreativität und den Ideenreichtum der lokalen Händler stolz“, betont Bürgermeister Markus Günther. Zudem arbeiten Stadtverwaltung und Stadtmarketingverein Walldürn Hand in Hand.

„Mit den Webportalen www.wallduern.de/togo oder www.wallduern.de/shop haben wir nach der Vorbereitung ab 18. März der Bevölkerung sehr früh die Möglichkeit geboten, sich über die Angebote und Dienstleistungen unserer Gewerbetreibenden zu informieren. Des Weiteren veranstalten wir gerade zusammen ein Gewinnspiel mit attraktiven Preisen, wie einem kompletten Kinosaal für sich und seine Freunde oder Einkaufsschecks, um die Geschäftswelt zu unterstützen“, fährt er fort. Auch für die Abstands- und Hygieneregelung gibt es eindeutige Hinweise: „‚Social Distancing’ ist Wort und Gebot der Stunde. Per Tröpfchen-Infektion wird das Corona-Virus verbreitet, also beim Sprechen, Niesen und Husten. Um das zu verhindern hilft es, anderen nicht zu nahe zu kommen. So schützen wir insbesondere Ältere und Menschen mit schwachen Immunsystemen, die besonders gefährdet sind“, erklärt Günther, „Schutz und Sicherheit der Bevölkerung stehen an erster Stelle“. So startete man zu Beginn der Pandemie zur Sensibilisierung eine Plakataktion (die FN berichteten), die Plakate mit den Verhaltenshinweisen vorsah. „Ebenso haben wir diese Aktion auf unsere Website übernommen. In den Sozialen Medien erinnern wir mit auffälligen Grafiken in regelmäßigen Abständen an diese Hinweise und Regeln“, so Meikel Dörr als Leiter der Stabsstelle Bürgermeister, welcher sich für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich zeigt. Probleme habe es kaum gegeben, wie der stellvertretende Hauptamtsleiter Michael Teichmann einräumt. „Unser gemeindlicher Vollzugsdienst kontrolliert die Einhaltung der Vorschriften und Regeln auch an Wochenenden und zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Wir konnten bisher keine besonderen Verstöße feststellen – die Bevölkerung hält sich an die vorgegebenen Einschränkungen“, betont er.

Entspannung erhofft

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Auch Bürgermeister Günther lobt das Verhalten der Einwohner: „Die Bürger Walldürns verhalten sich sehr gut in dieser ungewöhnlichen Situation.“ Das möge freilich auch in Zeiten gelockerter Maßnahmen so bleiben. Von diesen erhofft sich Günther „vor allem eine Entspannung der Situation für die Gewerbetreibenden, die es nach wie vor nicht einfach haben, zumal nicht alle Betriebe öffnen dürfen“. Des Weiteren hege er die Hoffnung, „dass unsere Bevölkerung weiterhin so besonnen mit der Situation umgeht und nun nicht leichtsinnig wird“ – schließlich werde das Virus den Alltag, das gesellschaftliche Leben und das Führen sozialer Kontakte noch eine Zeit begleiten. Dahingehend sei das Tragen einer Mund-Nasen-Maske zusammen mit regelmäßigem Händewaschen gerade jetzt von enormer Wichtigkeit: „Ein Mund-Nasen-Schutz verringert die Infektionsgefahr für andere Menschen, weil das Material vor Mund und Nase im gewissen Umfang Tröpfchen beim Sprechen, Niesen oder Husten auffängt. Deshalb haben wir auch den Bediensteten der Stadtverwaltung solche Masken zur Verfügung gestellt.“

Umdenken wünschenswert

Wünschenswert sei auch ein Umdenken beim Verbraucher. „Manchmal vergisst man, wie wichtig regionale Geschäfte und Betriebe sind und wie sehr man sie vermissen würde, wären sie nicht mehr da“, schildert der Bürgermeister und appelliert an den Zusammenhalt. „Wir dürfen das Gemeinsame nicht verlieren – unsere Unternehmen benötigen Hilfe. Für eine lebendige Stadtgesellschaft spielt der stationäre Einzelhandel eine zentrale Rolle. Er sichert nicht nur Arbeitsplätze oder bildet Fachkräfte aus, sondern bringt auch eine Frequenz in die Stadt. Ich hatte die Bürger darum gebeten, in diesen schwierigen Tagen die lokale Geschäftswelt zu unterstützen, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise etwas abzumildern. Think global, aber Kaaf´s in Dürn!“, teilt Markus Günther mit.

Anerkennende Wort

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Tanja Naas als Leiterin der Tourist- und Freizeitinformation ergänzt: „Dass dieser Aufruf Wirkung zeigte, bestätigen die vielen positiven Rückmeldungen. Wir erhalten täglich anerkennende Worte von Gastronomen und Händlern, insbesondere für unsere Öffentlichkeitsarbeit und Informationspolitik.“

Viele Aufgaben delegiert

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„Die Landesregierung und die Ministerien haben in der Corona-Verordnung und den Ausführungshinweisen fast alle zu erledigenden Aufgaben an die Ortspolizeibehörde, also an die Stadt Walldürn, delegiert. Es gibt hierbei eine sehr große Masse an Vorschriften und Regelungen, die unsere Stadtverwaltung für Walldürn zu überwachen hat. Zudem werden die Bediensteten des Haupt- und Ordnungsamtes bei vielen Anliegen noch mehr beratend tätig sein und den Unternehmen und Bürgern die einzelnen Normen weiterhin erläutern müssen. Dies gehört gleichfalls zu den Aufgaben einer bürgernahen Verwaltung. Ab und zu treten ebenso Grenzfälle bei den Hygienevorschriften auf, bei denen wir abwägen und abschließend entscheiden müssen. Wir werden weiterhin eine restriktive Auslegung der Vorschriften, zugunsten des Gesundheitsschutzes, vornehmen“, so Bürgermeister Markus Günther.

Kindernotbetreuung

Mit der Anpassung des Anspruchs auf Kindernotbetreuung oder die Wiederaufnahme des Schulbetriebs seien auch zahlreiche Aufgaben und Tätigkeiten verbunden, die noch umzusetzen seien. „Hierbei müssen wir jedoch auch an die Eltern und Alleinerziehende denken. Diese wollen wir in der aktuellen Zeit weiterhin bestmöglich unterstützen“, so das Stadtoberhaupt.

Bürgermeister Günther hat auch einen persönlichen Wunsch für die Zukunft: „Es wäre toll, würde die bisher gezeigte Solidarität wie auf unserer eigens eingerichteten Helferplattform „Nachbarn helfen“ unter www.wallduern.de/hilfe weiterhin Bestand haben!“