Turnhalle Keimstraße - Neubau ist fertig / Einweihung und Übergabe sind aber wegen der Corona-Pandemie verschoben Halle ist ein „echtes Vorzeigeobjekt“

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Ralf Marker
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Vor Ort-Termin in der neuen Halle mit (von links): Jörg Kettemann, Thomas Link, Martin Haas, Bürgermeister Markus Günther und Meikel Dörr. © Ralf Marker

Die neue Turnhalle in der Keimstraße ist fristgerecht fertig geworden. Ende 2020 – nach Plan. Offiziell eröffnet und eingeweiht wurde die Halle aber wegen der Corona-Pandemie noch nicht.

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Walldürn. Die FN durften sich bei einer kleinen Ortsbegehung mit Bürgermeister Markus Günther, Meikel Dörr, Leiter der Stabsstelle Bürgermeister, Jörg Kettemann, Sachgebietsleiter im Bauamt der Stadt, und Thomas Link und Martin Haas vom Architekturbüro Link in der Halle umschauen.

Ein paar kleinere Arbeiten stehen noch auf dem Bauplan, der Außenbereich muss noch gestaltet werden – aber nutzen könnte man die Halle schon.

Aber nicht in Zeiten von Corona: Der Virus verhinderte die Eröffnung und die Einweihungsfeier. „Sehr schade“ finden das alle. „Das ist eine tolle Halle und ein richtiges Vorzeigeobjekt“. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, so der Bürgermeister: „Das wird sicher nachgeholt, wenn es die Lage wieder erlaubt.“

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In dem Gebäude gebe es Probleme mit Schimmel – diesem in Walldürn umlaufenden Gerücht treten Thomas Link und Martin Haas vehement entgegen. In einem Gang in Richtung der Grundschule gab es einige kleinere Stellen, auf Bildern sind wenige dunkle Punkte zu sehen. Die entstanden durch eine Wärmebrücke und waren weg, als in diesem Bereich die Dämmung eingebaut worden war.

Das hatte der Frosteinbruch im November verhindert, der recht schnell kam. Man konnte die Dämmung auch nicht vorher einbauen, weil das Gerüst an dieser Stelle noch stand und benötigt wurde. Wäre die Dämmung eingebaut gewesen, wäre gar nichts passiert, so Link und Haas. „Das war ein temporäres Problem, das behoben wurde“, sagte Link.

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Ende März 2019 räumten Mitglieder des TV Walldürn die altehrwürdige Halle aus. Am 1. April des vergangenen Jahres begannen dann mit einem symbolischen „Bohrer-Einsatz“ durch Bürgermeister Markus Günther, Christian Berlin, Leiter des Stadtbauamtes, Thomas Link und Jörg Kettemann die Abbrucharbeiten.

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Die Halle wurde entkernt, dann das Gebäude abgebrochen. Am 24. Mai folgte der Spatenstich für den Neubau. Ein geplantes Richtfest fiel bereits wegen der Corona-Pandemie aus.

Die Kosten für die neue Halle belaufen sich auf rund 4,9 Millionen Euro. Davon muss die Stadt Walldürn knapp 3,22 Millionen schultern. Zuschüsse kommen vom Land Baden-Württemberg aus dem Förderprogramm „Kommunaler Sportstättenbau“ und aus dem Ausgleichsstock.

Mit dem Abbruch der altehrwürdigen Halle endete ein Stück Stadtgeschichte. Die Turnhalle war unter großen finanziellen Opfern vom Turnverein Walldürn erbaut und 1911 eingeweiht worden. Verbunden mit einem Turnfest des Main-Neckar-Turngaus. Jenseits aller Nostalgie war der Neubau eine Notwendigkeit, weil die alte Halle den Anforderungen des Vereinssports nicht mehr genügte. Die Sportfläche ist jetzt drei Mal so groß wie vorher. Derzeit wird ein Zeitplan für die Hallennutzung erstellt. Denn irgendwann wird diese Pandemie vorbei sein – und dann kann die Halle genutzt werden. Das wird aber nach Stand der Dinge noch eine Weile dauern.

Im Innern präsentiert sich die Halle hell und licht, von der Galerie bietet sich ein toller Blick ins Innere der Halle. Außen fügt sich das Gebäude gut in die Umgebung ein. Etwa mit der Farbe und Gestaltung der Außenfassade, das setzt sich in den Gebäuden der Umgebung fort. Das liegt auch an der Holzfassade, die Bäume dafür wurden in Altheim eingeschlagen. Farblich passt sich das Äußere farblich so etwa an den Sandstein des Grundschulgebäudes an.

Die Holzfassade war seinerzeit im Gemeinderat nicht unumstritten. Jetzt fördert das Land Bauen mit heimischem Holz – bei der Halle war man also der Zeit voraus. Was auch sinnvoll ist, so der Tenor bei dem Termin. Schließlich ist die Stadt ein großer Waldbesitzer, da liegt es nahe, diesen Baustoff auch einzusetzen.

Redaktion Stellvertretender Redaktionsleiter Buchen, zuständig für Walldürn.