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Konzert in der Basilika - „The Gregorian Voices“ gastierten bei ihrer Europatournee in Walldürn

Gregorianische Choräle und Klassiker der Popmusik in Walldürn

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ds
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„The Gregorian Voices“ gastierten in der Basilika. © Bernd Stieglmeier

Walldürn. Unter dem Motto „Gregorianik meets Pop“ stand das sehr gut besuchte Kirchenkonzert des Vokaloktetts „The Gregorian Voices“ aus Bulgarien am Dienstagabend in der Basilika. Die Sänger gastierten im Rahmen ihrer Herbsttournee durch Europa in Walldürn.

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Das Programm bestand aus klassisch-gregorianischen, von geistlicher Tiefe geprägten Chorälen, orthodoxen Kirchengesängen, Liedern und Madrigalen der Renaissance und des Barocks sowie ausgewählten Klassikern der Popmusik, gesungen im Stil der mittelalterlichen Gregorianik. Die acht Chormitglieder unter der künstlerischen Leitung von Oleksiy Semenchuk spannten somit einen Bogen zwischen Mittelalter und Moderne.

Wunderbare Stimmen

Die wunderbaren Stimmen des Chorensembles entführten das begeisterte Konzertpublikum in beeindruckender Weise in eine spirituelle Klangwelt ohne zeitliche, religiöse oder sprachliche Grenzen, und durch die stets schlichte Präsentation der Beiträge hatten die Besucher die Möglichkeit, sich voll und ganz auf die mystische Stimmung und die beeindruckende gesangliche Darbietung zu konzentrieren. Alle Lieder des ersten Konzertteils waren von geistlicher Tiefe geprägt und entführten den Zuhörer in die Welt der mittelalterlichen Klöster. Den Mitgliedern der Gruppe wurde die seltene Erlaubnis zuteil, während der Konzerte Mönchsgewänder zu tragen, wodurch eine größtmögliche Authentizität erreicht wird.

Zu hören waren klassisch-gregorianische Choräle wie das „Ave Maria“ oder „Salve Regina“, orthodoxe Gesänge wie „Domine Dominus noster“ oder der Kanon „Cantate Domino“. Geboten wurde dabei hohe Gesangskunst aus der frühmittelalterlichen Tradition des gregorianischen Chorals heraus, die in Perfektion vorgetragen wurde. Immer wieder glänzte das Chorensemble mit bezaubernden Stimmen und einer faszinierenden musikalisch-gesanglichen Vielschichtigkeit.

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Beeindruckend war auch, wie hervorragend es der Chor immer wieder verstand, all die vielen stimmlichen Nuancen zwischen dem äußerst schwierigen leisesten Pianissimo und dem stimmgewaltigen Fortissimo scheinbar mühelos zu bewältigen. Ebenso imponierend auch die Fähigkeit jedes Chormitgliedes, bei einem solistischen Auftritt den wunderschönen Klang der Stimme auch einzeln vor dem akustischen Hintergrund des Chores erklingen und wirken zu lassen.

Wie überall, wo „The Gregorian Voices“ auftreten, lösten sie auch in der Basilika große Begeisterung aus. Den Konzertbesuchern wurde beim Erklingen der gregorianischen Choräle und orthodoxen Gesänge vor Augen geführt, dass die Kraft der Melodien des gregorianischen Gesangs, die von zahlreichen Elementen alter Musikkulturen geprägt ist, nicht nur der Liturgie einen festlichen Charakter verleihen, sondern gleichsam zu einer Brücke werden, die Zeiten, Religionen und Sprachen verbindet. Im Mittelpunkt des zweiten Teils standen ausgewählte Klassiker der Popmusik.

Sie machten – im Stil der mittelalterlichen Gregorianik gesungen – deutlich, dass die Gregorianik ab den 1990er Jahren eine Renaissance erfuhr und zum Teil die Charts der Popmusik stürmte: einerseits in ihrer ursprünglichen Form und mit liturgischen Texten und andererseits als Darbietungsform für Coverversionen bekannter Pop- und Rock-Hits.

Zu hören waren Songs wie „Hallelujah“ von Leonard Cohen, „Sailing“ von Rod Stuart, „Imagine“ von John Lennon oder „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel.

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Ein begeisterter Schlussapplaus des Publikums veranlasste die „Gregorian Voices“ zu zwei Zugaben: zu „Thank you for the Music“ von Abba und zu einem gregorianischen Beitrag in lateinischer Sprache, dem zeitgemäßen modernen „Pie Jesu“ aus dem Requiem von Andrew Lloyd Webber. ds

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