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Pontifikalamt - Bischof Dr. Gerber hielt die Predigt in der Wallfahrtsbasilika

Geschichte erzählt von der Kernbotschaft des Glaubens

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ds
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Bischof Dr. Gerber hielt beim Pontifikalamt die Predigt, in der er auf das Leitwort der Wallfahrt einging. © Bernd Stieglmeier

Walldürn. Im Anschluss an den Einzug der Pilger aus dem Baunatal, aus dem Eichsfeld und aus Fulda fand am Mittwochnachmittag in der Wallfahrtsbasilika noch ein von Bischof Dr. Michael Gerber (Fulda) zelebriertes Pontifikalamt statt. Er ging dabei auf das Leitwort der diesjährigen Wallfahrt „Wir sind gekommen, ihn anzubeten“ (aus dem Matthäus-Evangelium) näher ein.

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Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter P. Josef Bregula begrüßte den Bischof und die Pilger dieser Fußprozession am Gnadenort in der Basilika. Die diesjährige Walldürner Wallfahrt „Zum Heiligen Blut“ stehe unter dem Leitwort: „Wir sind gekommen, ihn anzubeten“. Es sei die Aussage der drei Weisen aus dem Morgenland, von denen das Matthäus-Evangelium in seinem zweiten Kapitel berichtete: „Sie orientieren sich am Himmel, deuten seine Zeichen, sie fragen und suchen und machen sich auf den Weg. So finden sie schließlich Gott in ganz überraschender Gestalt: als Kind, in einer Krippe, in Bethlehem“.

Dabei sei auffallend, dass deren Gottesbegegnung nicht am Beginn des Weges stehe – sie sei am Ende gleichsam seine Frucht. Sie hätten auf ihrer Suche den Mut und das Vertrauen mitgebracht, sich auf ihrem Lebensweg auf Erfahrungen mit Gott einzulassen. Ohne diese Bereitschaft und ohne diese Offenheit wäre ihnen die Begegnung mit Gott im Stall von Bethlehem versagt geblieben. Wie für alle unsere Lebensbereiche gelte erst recht in Fragen des Glaubens: „Wer sitzenbleibt, wer nicht losfährt, kann keine Erfahrungen sammeln“.

Er hoffe, dass alle Pilger auf ihrer r Wegstrecke genügend Erfahrungen hätten sammeln können und auch gute Begegnungen gehabt hätten. Allen an diesem feierlichen Pontifikalamt teilnehmenden Wallfahrern und Gottesdienstbesuchern wünsche er, dass jedem die Offenheit für Begegnungen mit Gott auf vielfältigste Art und Weise erhalten bleibe und dass ein jeder hier an diesem Gnadenort in Walldürn dazu auch die Kraft schöpfen könne.

Bischof Dr. Michael Gerber aus Fulda sagte, er sei sehr beeindruckt gewesen von dem erhebenden und bewegenden Einzug der Fußprozession nach der durch die Corona-Pandemie bedingten „Zwangspause“. Es sei immer wieder sehr bewegend, die Teilnehmer beim Einzug in der Wallfahrtsstadt und bei der Teilnahme an diesem Wallfahrtsgottesdienst zu erleben.

Nach der Lesung aus der Apostelgeschichte und nach der Verkündigung des Heiligen Evangeliums nach Matthäus stellte Bischof Dr. Gerber in seiner Predigt das Leitwort der Wallfahrt in den Mittelpunkt seiner Predigt. Eingangs zeigte er auf, dass er persönlich – aus dem Erzbistum Freiburg stammend – erst 2014 mit 44 Jahren diesen besonderen Gnadenort in Walldürn kennengelernt habe. Er habe er gleich bei seinem ersten Besuch feststellen können, dass man am Wallfahrtsort Walldürn an einer bleibenden Stätte der eucharistischen Gegenwart des Herrn verweile, an einem ganz besonderer Ort der realen Präsenz Jesu Christi unter den Gestalten von Brot und Wein.

Große Bedeutung erhalten

Hier habe sich im Jahr 1330 bei dem Priester Heinrich Otto das Blutwunder ereignet, dem man sich heute noch in dem kleinen ausgestellten Korporale nähern könne. Nachdem der Priester damals den Kelch mit dem Blut Christi umgestoßen habe, hätte sich der Wein gefärbt rot wie Blut und es hätten sich um die Gestalt des Gekreuzigten in der Mitte 11 „Veronicae“ (Köpfe des Dornengekrönten) geformt. Seit dem 15. Jahrhundert habe sich daraufhin die Heilig-Blut-Wallfahrt entwickelt, die bis auf den heutigen Tag ihre große Bedeutung erhalten habe. Die Geschichte, die hinter dem Blutwunder stehe, erzähle von der Kernbotschaft christlichen katholischen Glaubens. Sie offenbare Sehnsucht und Geduld auf dem Weg des Glaubens. Für den damaligen Priester Heinrich Otto sei die Geschichte zu einer partiellen Demütigung seines Lebens geworden.

Oftmals könne durch eine solche Demütigung auch Gefährliches entstehen. Wichtig sei es für jeden Katholiken, zu wissen, dass das Blutkorporale die Vergegenwärtigung dessen sei, was wir an Ostern feiern würden. Auch Ostern sei im Zusammenhang mit dem Begriff „Demütigung“ verbunden. Deshalb sei es umso wichtiger, dass im Zusammenhang mit dem Blutkorporale nicht ein spalten, sondern vielmehr ein „neu zusammenfinden“ im Mittelpunkt stehen sollte und müsse, so wie das Blut Jesu Christi uns Menschen zusammenführe. Wichtig sei immer wieder auf die stete Begegnung mit Gott und Jesus Christus durch solche Wallfahrten und das hierbei erlebte Zusammenfinden ganz unterschiedlicher Menschen durch das Wallfahren und Pilgern und das gemeinsame Beten mit ganzem und vollem Herzen.

Er appellierte an die Pilger sowie Gottesdienstbesucher, eine wichtige Kammer seines Herzens zu öffnen für Gott und dessen menschgewordenen Sohn Jesus Christus unter dem Aspekt und mit dem Blickpunkt auf das Leitwort der diesjährigen Walldürner Wallfahrt zum heiligen Blut: „Wir sind gekommen, ihn anzubeten!“ ds

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