Besondere Gottesdienste - Online-Team der Seelsorgeeinheit sorgt für Übertragungen aus der Wallfahrtsbasilika Gemeinsamkeit per Livestream erleben

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Ralf Marker
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Das Online-Team der Seelsorgeeinheit bei der Arbeit (von links): Marcel Ditrich, Achim Dörr, Clemens Heffner, Christopher Henk und Felix Kaufmann. © Ralf Marker

Das pastorale Angebot in der Seelsorgeeinheit sieht in diesen Tagen anderes aus als sonst. Da die Gläubigen nicht vor Ort sein können, werden Gottesdienste per Live-Stream übertragen.

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Walldürn. Es ist eine merkwürdige Stimmung am Sonntag in der Basilika: Es sind nur noch wenige wenige Minuten bis zum Gottesdienst – und die Bänke in dem Gotteshaus sind alle leer. Einzig das Online-Team der der Seelsorgeeinheit ist in der Basilika, um den Live-Stream vorzubereiten. Kameras werden aufgebaut und justiert, der Ton wird geprüft, das Licht richtig eingestellt.

Einige Minuten zuvor ist Diakon Friedhelm Bundschuh in die Basilika gekommen, kurz nach ihm Stadtpfarrer Pater Josef Bregula. Die beiden werden die Andacht zur Barmherzigkeitsstunde gestalten. Ohne Zuschauer in der Basilika – aber mit vielen Zuschauern, die die Andacht online verfolgen. Und auch auf die Kirchenmusik mussten die Zuschauer nicht verzichten. Die Familie Drayß umrahmte die Andacht musikalisch.

Wegen der Corona-Pandemie können keine öffentlichen Gottesdienste in der Wallfahrtsbasilika gefeiert werden. Seit einiger Zeit werden Gottesdienste und Gebete über die Videoplattform „YouTube“ live übertragen. Und einige Gottesdienste werden auch vom katholischen Sender K-TV übertragen.

Neuland betreten

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Im Online-Team der Seelsorgeeinheit sind Marcel Ditrich, Achim Dörr, Clemens Heffner, Christopher Henk und Felix Kaufmann aktiv. Und sie haben mit den Onlineübertragungen Neuland betreten, wie sie im Gespräch mit den FN sagen. Online ist das vor drei Jahren ins Leben gerufene Team schon immer unterwegs. Auf Facebook und Instagram ist man in Sachen Wallfahrt aktiv, es gibt einen Newsletter, der mehrmals im Jahr erscheint, der Internetauftritt wird ständig angepasst und es gibt eine gut angenommene Wallfahrts-App. „Glaubenskommunikation nach außen“, nennen das die Mitglieder des Teams. Die nun um eine Facette erweitert wurde: „Denn wir haben jetzt eine ganz andere Situation“. Besondere Umstände erfordern besondere Formen des Gottesdienstes.

45 Minuten vor der Andacht beginnen am Sonntag die Vorbereitungen. Das technische Equipment wird privat von den Mitgliedern des Teams gestellt. Das Lan-Kabel wurde vom Pfarrbüro in die Basilika gelegt, um eine störungsfreie Übertragung zu gewährleisten. Und die kommen an: Bei der Übertragung am 15. April etwa gab es 6000 Einzelnutzer, für das Video wurden 14 000 Aufrufe verzeichnet. „Das Angebot wird angenommen, die Zugriffszahlen sind gut.“ Und mit jeder Übertragung steigt die Zahl der Nutzer. Dazu trägt auch der katholische Sender K-TV bei, mit dem man „in enger Kooperation und Abstimmung zusammenarbeitet“.

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Das Online-Angebot kommt auch bei den Pilgergruppen gut an, die jedes Jahr zur Hauptwallfahrtszeit nach Walldürn pilgern. Positives Feedback gibt es etwa aus Fulda, Heidingsfeld oder Köln. „Die Wallfahrer sind sehr dankbar das Angebot aus der Basilika.“

„Es geht um Glaubensvermittlung“

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„Eine gute und harmonische Zusammenarbeit zeichnet auch die Arbeit des Teams in diesen Zeiten aus“, sagt Achim Dörr. Gab es vorher regelmäßige Sitzungen, bei denen man zusammenkam, so sehen sich die „Onliner“ jetzt in der Woche an mehreren Tagen gleich mehrfach.

Es geht hier nicht um Schau, so die Onliner, sondern „um Glaubensvermittlung für die Christen in der Seelsorgeeinheit und darüber hinaus“. Mit den Onlinegottesdiensten wird in diesen besonderen Zeiten mit verordneter und gebotener Distanz ein Gefühl der Gemeinsamkeit geschaffen.

Redaktion Stellvertretender Redaktionsleiter Buchen, zuständig für Walldürn.