Wallfahrt zum Heiligen Blut ist vorbei - Stadtpfarrer schloss den Blutschrein / Ministranten geehrt Gebot der Nächstenliebe folgen

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Mit dem Schließen des Blutschreins in der Basilika durch Stadtpfarrer Pater Josef endete am Sonntag die Walldürner Wallfahrt zum Heiligen Blut.

© Stieglmeier

Walldürn. Zum feierlichen Schlussgottesdienst der Wallfahrt "Zum Heiligen Blut" waren viele Gläubige in die in festlichem Glanz erstrahlende Basilika und den Wallfahrtsplatz gekommen. Viele Walldürner Bürger sowie zahlreiche auswärtige Pilger hatten sich zum Schlussgottesdienst eingefunden. Ein letztes Mal war das Leitwort "Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer" (Matthäus 9,13) zu hören, ein letztes Mal sprach man gemeinsam das Gebet zur Verehrung des heiligen Blutes Jesu Christi, und noch einmal stimmte man gemeinsam das "Heilig-Blut-Lied" sowie das "Großer Gott, wir loben dich" an, ehe Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter Pater Josef Bregula den Blut-schrein mit dem Blutkorporale, der vier Wochen lang geöffnet war, wieder schloss.

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Zum Dankgottesdienst, der vom Musikverein Hettingen feierlich umrahmt wurde, begrüßte der Stadtrpfarrer unter anderem Bürgermeister Markus Günther, die Mitglieder des Pfarrgemeinderats mit dem Vorsitzenden Wolfgang Eisenhauer an der Spitze sowie Major Maiworm vom Bundeswehrstandort Walldürn.

Vier intensive und bewegte Wallfahrtswochen lägen hinter Walldürn. Für viele Pilger sei es wie eine Erlösung gewesen, das Ziel dieser Wallfahrt zum Heiligen Blut zu erreichen und an der Gnadenstätte anzukommen. Dank gelte allen Pilgern, ohne die diese Wallfahrt nicht gelingen könne, sowie allen Helfern.

Nach den vom Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Wolfgang Eisenhauer als Lektor vorgetragenen Lesungen aus dem Buch Levitikus und aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer sowie nach dem von Diakon Friedhelm Bundschuh verkündeten Heiligen Evangelium nach Matthäus ging Stadtpfarrer Bregula in seiner Abschlusspredigt auf das Leitwort "Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer" näher ein.

Nicht schüren, nicht aufrechnen

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In der Lesung habe man Satz "Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig" gehört. Und dann stehe da auch noch, wie man heilig wird. Was Moses seinen Leuten gesagt habe, das solle im Zusammenleben untereinander gelten: Keinen Hass schüren, nichts aufstauen oder aufrechnen, sondern es dem anderen sagen, ihn zurechtweisen und ihm so eine Möglichkeit geben, sich zu ändern und zu bessern. Keine Rachegedanken hegen und nichts nachtragen, sondern den anderen Menschen so behandeln, wie ich selber behandelt werden will. Das uralte Gebot der Nächstenliebe also.

Dieses Gebot gelte natürlich für die Familie, aber auch darüber hinaus. Sätze wie "Auge um Auge, Zahn um Zahn" oder "Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen" - die könne man vergessen, so Jesus. Die verändern die Welt und die Menschen nicht zum Guten hin. So eine Einstellung führe höchstens dazu, dass man Unrecht gegeneinander aufrechnet. Und solange man Unrecht mit Unrecht und Gewalt mit Gewalt vergelte, solange fühlt sich immer einer unterlegen oder gedemütigt und sinnt wieder auf Rache und Vergeltung, und so gehe das immer weiter.

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Darum gehe es Jesus, wenn er sage: "Nur die zu lieben, die euch auch lieben, das reicht nicht. Ihr sollt aufs Ganze gehen! Wenn dir einer etwas Böses tut, dann schau nicht, dass du mit ihm wieder quitt wirst. Schau lieber, dass du seine Schuld mit Liebe wiedergutmachst und sogar noch etwas drauf legst!" Heiligkeit sei das äußerste dessen, was ein Mensch verwirklichen könne. Auf Rache, Vergeltung und Gewalt zu verzichten, das verlange schon einiges. Aber darüber hinaus auch noch Gutes zu tun - das sei das äußerste dessen, was ein Mensch verwirklichen könne.

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Zum Abschluss des Hochamtes folgte der Dank des Stadtpfarrers mit Blick auf die vierwöchige Wallfahrtszeit, die allen wieder viel Engagement und Tatenkraft abverlangt habe, tief bewegt und sichtlich gerührt all denjenigen, die mithalfen, dass die Wallfahrt so gut und so reibungslos wie ein Uhrwerk abgelaufen sei.

Zum Abschluss ehrte er sechs Ministranten für deren zehnjährige Tätigkeit bei der Wallfahrt: Luka Berres, Felix Bleifuß, Tina Gehrig, Denise Günther, Stefan Metz und Sophia Walter.

Schaffen und Wirken gewürdigt

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Wolfgang Eisenhauer dankte allen Patres des Franziskaner-Minoriten-Konvents und allen anderen geistlichen Würdeträgern, vor allem jedoch Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter Josef Bregula für dessen hervorragende Planung und Organisation und für deren unermüdliches und beispielhaftes Schaffen und Wirken im Dienste der Wallfahrt.

Pater Josef habe die Wallfahrt unter Einsatz seiner ganzen Kraft und Persönlichkeit mit sehr viel Engagement und viel Übersicht zur Zufriedenheit aller geleitet und die Pilger stets mit viel Liebe und Gastfreundschaft empfangen und ihnen allen mit innerer Überzeugung und tiefer Frömmigkeit den Weg zu Gott aufgezeigt. Sonja Heusler-Enders war es dann vorbehalten, zusammen mit Wolfgang Eisenhauer den Stadtpfarrer für dessen zehnjährige Tätigkeit als Seelsorger in Walldürn und für seine neunjährige Tätigkeit als Wallfahrtsleiter unter dem großen Beifall aller Gottesdienstbesucher besonders zu ehren.

Mit der anschließenden "Großen Lichterprozession" durch die festlich illuminierten Straßen der Innenstadt und der Schließung des Blutschreins durch den Wallfahrtsleiter endete die Hauptwallfahrtszeit. ds