Leserbrief - Zu „Rechtsstaat muss durch Judikative nicht jedes Handeln von Bürgern vorschreiben“ (FN 16. Februar) „Etwas mehr Toleranz und Gelassenheit“

Von 
Leserbrief-Schreiber: Volker Hermeth
Lesedauer: 

Mit Aufmerksamkeit lese ich jeden Tag die FN und natürlich auch die von den Lesern verfassten Leserbriefe.

AdUnit urban-intext1

Den Leserbrief von Herrn Pfitzner aus Gottersdorf mit der Überschrift „Rechtsstaat muss durch Judikative nicht jedes Handeln von Bürgern vorschreiben“ habe ich sogar zweimal gelesen, weil ich wirklich den Kopf schütteln musste bezüglich der dort formulierten Einstellung gewissen Dingen gegenüber.

Deshalb möchte ich nicht so sehr auf die Gedanken, die Herrn Pfitzner umtreiben, eingehen, sondern mehr auf die Frage: Was steckt hinter solch einem Schreiben? Ich lese in diesem Artikel sehr oft die Wörter „Recht“ und „Freiheit“. Es sei an dieser Stelle aber auch einmal erwähnt, dass es auch Pflichten gibt. Meine Frage geht dahin: „Kann man es in dieser „Demokratie“ noch irgend jemanden recht machen?“

Gerade in der Aufstellung dieses Schilds, was in meinen Augen doch eher eine Banalität darstellt, zeigt sich doch, wie tief die Reizschwelle innerhalb von Teilen unserer Gesellschaft ist. Jeder beharrt nur noch auf seinen Rechten und sucht nach Möglichkeiten, sie durchzusetzen. Da wird geklagt, was das Zeug hält. Was macht man sich doch für eine Mühe, um die Rechtmäßigkeit einzelner Maßnahmen zu hinterfragen. Was gut gemeint ist, wird sofort wieder in Frage gestellt. Egal was man macht oder nicht macht, es ist immer verkehrt.

AdUnit urban-intext2

Ich meine, etwas mehr Gelassenheit und Akzeptanz wären mancherorts wohl angebracht.

Um nochmals auf den konkreten Fall einzugehen, stelle ich die Frage mal anders herum: „Was würde wohl passieren, wenn dieses Schild nicht da stünde, jemand in das Eis einbrechen würde und im schlimmsten Fall ums Leben käme?“ Der Aufschrei wäre wahrlich groß: „Wie kann man nur ... Hätte man da nicht ein Schild aufstellen müssen? ... Und so weiter.“

AdUnit urban-intext3

Schlussendlich würde mich mal das Verhalten von Herrn Pfitzner interessieren, wenn er morgens um 3 Uhr an eine Verkehrsampel kommt und die zeigt „Rot“ – und kein Auto weit und breit zu sehen wäre?

AdUnit urban-intext4

Es steckt nicht hinter jeder Maßnahme eine Bevormundung oder Gängelung. Manchmal eben nur ein gut gemeinter Rat.

In diesem Sinne: Bleiben wir alle etwas toleranter und gelassener.