Zahlen zum Haushalt 2021 - Kämmerer Joachim Dörr gab einen Überblick über das aktuelle Zahlenwerk „Erster Coronahaushalt ist gut gelungen“

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mar
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Walldürn. Der Haushalt 2021 der Stadt war der Schwerpunkt der Sitzung des Gemeinderates am Montag in der Nibelungenhalle. Kämmerer Joachim Dörr gab den Räten noch einmal Zahlen an die Hand.

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„Corona-Pandemie“ sei unlängst zum Wort des Jahres gekürt worden, es begleitet uns nun schon beinahe ein ganzes Jahr und ein Ende ist noch nicht in Sicht. „Haushaltsplanung in Krisenzeiten ist eine schwierige Aufgabe, doch können wir heute den ersten Corona-Haushalt vorstellen und er ist gut gelungen“, sagte der Kämmerer.

Der Ergebnishaushalt schließe bei Erträgen von rund 29,4 Millionen Euro und Aufwendungen von 32, 9 Millionen Euro mit einem Minus von rund 3,4 Millionen Euro ab. Steuern und ähnliche Abgaben tragen mit 46 Prozent der Einnahmen bei, Zuwendungen und Zuweisungen mit 28 Prozent, Kostenerstattungen und Leistungsentgelte machen 13 Prozent der Erträge aus. Beim Aufwand sind die Transferaufwendungen, davon hauptsächlich die Finanzausgleichsumlage und die Kreisumlage mit 36 Prozent des Haushaltsvolumens zu nennen. Die Personalaufwendungen benötigen 23 Prozent, die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen 22 Prozent.

Im Finanzhaushalt sind die Investitionen dargestellt. Die geplanten Einnahmen belaufen sich auf rund 6,8 Millionen Euro. Darunter als Haupteinnahmequellen erhoffte Fördermittel mit 3,56 Millionen und die Veräußerung von Sachvermögen, in der Hauptsache Grundstücke, mit 2,278 Millionen Euro. Im Ausgabenbereich ist die Rekordsumme von 14,409 Millionen Euro eingeplant. 11,2 Millionen Euro entfallen auf Baumaßnahmen. Über 100 Projekte stehen im Jahr 2021 im Plan, „ein sportliches Vorhaben, das personelle Ressourcen erfordert, um das alles realisieren zu können“, so der Kämmerer weiter. Für Grunderwerb seien 2,2 Millionen Euro vorgesehen.

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Auf die zehn größten Investitionsprojekte in diesem Jahr entfallen mit knapp elf Millionen Euro über drei Viertel des gesamten Investitionsvolumens. Saldiert man die Einnahmen und Ausgaben, besteht ein Finanzierungsbedarf von rund 7,6 Millionen Euro. Tilgungen sind 2021 mit 1,27 Millionen Euro vorgesehen, eine Kreditneuaufnahme ist nicht erforderlich.

Abschließend warf Joachim Dörr noch einen Blick in die Zukunft, in den Finanzplanungszeitraum 2022 bis 2024. 2022 werde in finanzieller Hinsicht aufgrund der hohen Steuerkraft 2020 desaströs. Im Ergebnishaushalt ist ein Minus von 14,2 Millionen Euro prognostiziert, hinzukommen im Investivbereich 6,3 Millionen, die es zu finanzieren gilt. Trotz vorhandener hoher Liquidität ist bei planmäßigem Haushaltsverlauf eine Kreditneuaufnahme von 4,63 Millionen Euro im Jahr 2022 erforderlich, um die Mindestliquidität zum Jahresende 2022 nicht zu unterschreiten. Erst 2023 kann wieder mit schwarzen Zahlen gerechnet werden.

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Seit 2018 wurden keine neuen Darlehen aufgenommen, seit 2017 erfolgt jährlich ein Schuldenabbau. Der planmäßige Schuldenstand sinke zum Jahresende 2021 auf 10,773 Millionen Euro und damit auf eine Pro-Kopf-Verschuldung von 928 Euro.

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Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen werden die städtischen Haushalte sicherlich noch auf Jahre hinaus belasten, so die Einschätzung Dörrs bei der Sitzung des Rates. „Dem können wir nur mit einer weiterhin verantwortungsvollen Haushaltspolitik begegnen. Die Pandemie wird uns weiter begleiten und trotzdem müssen alle anstehenden, teilweise auch liegengebliebenen Aufgaben erfüllt werden und das vor dem Hintergrund roter Zahlen. Für 2021 hoffen wir alle auf eine möglichst schnelle Rückkehr zur Normalität für unsere Bürgerinnen und Bürger und einen wirtschaftlichen Aufschwung für unsere Unternehmen und damit auch wieder auf finanziell bessere Zeiten für die Stadt.“ mar