Neuer Internetauftritt - Symbolischer Mausklick durch Bürgermeister Markus Günther / Sina Berberich und Meikel Dörr haben viel Arbeit investiert Digitales Angebot ist jetzt barrierefrei

Von 
(pmd)
Lesedauer: 
Symbolischer Mausklick: das Bild zeigt (von links): Bürgermeister Markus Günther, Leiter der Stabststelle Meikel Dörr und dessen Kollegin Sina Berberich © Dörr, Meikel

In einer neuen und modernen Optik präsentiert sich nach dem Relaunch der Internetauftritt der Stadt Walldürn. Der ist jetzt barrierefrei, womit eine Vorgabe der EU erfüllt wird.

AdUnit urban-intext1

Walldürn. Ganze neun Monate dauerte die Konzeption, die Gestaltung und der Aufbau der neuen Internetseite der Stadt Walldürn (die FN berichteten). Diese wurde anhand der EU Richtlinie 2016/2102 erstellt, welche den barrierefreien Zugang zu den Websites öffentlicher Stellen regelt und somit auch für alle Kommunen verbindlich umzusetzen ist.

Eigentlich sollte die neue Internetseite bereits im September publiziert werden, doch die Corona-Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung. Am Montag, 25. Januar, war es jedoch soweit und die neue Internetseite wurde mit einem symbolischen Mausklick von Bürgermeister Markus Günther für die Öffentlichkeit freigeschaltet.

Mehr als nur die Schriftgröße

„Mit Barrierefreiheit verbinden Menschen meistens bauliche Einfügungen an Gebäuden, wie zum Beispiel eine Rampe für einen Kinderwagen oder einen Rollstuhl. Ziel muss es jedoch sein, ein digitales Angebot bereitzustellen, dass auch seh- oder hörbehinderte Menschen, aber auch Menschen mit Lernbehinderung und motorischen Einschränkungen einen Zugang zu Kommunikation und Information erhalten. Und dies wollen wir mit unserem neuen Internetangebot umsetzen. Denn es gehört viel mehr dazu, als nur die Schriftgröße variabel anpassbar zu machen,“ führt Bürgermeister Markus Günther aus.

AdUnit urban-intext2

Doch bevor die Freischaltung erfolgen konnte, wurde das grundlegend überarbeitete Internetangebot von einem externen Dienstleister erfolgreich dem BITV-/WCAG Test unterzogen. Einem in Deutschland anerkannten Prüfverfahren, das die Anforderungen der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) handhabbar und ihre Umsetzung überprüfbar macht. Meikel Dörr, Leiter der Stabsstelle des Bürgermeisters, und dessen Kollegin Sina Berberich, zeigten sich nach der Freischaltung sichtlich erleichtert. Beide investierten während der Projektlaufzeit zusammen mehrere hundert Arbeitsstunden.

So wurden unter anderem zum Download bereitgestellte PDF-Dokumente wie Satzungen, Verordnungen oder Formulare barrierefrei erstellt und diesbezüglich interne Schulungen für die Bediensteten der Stadtverwaltung organisiert und durchgeführt. Die redaktionellen Texte wurden einer Prüfung unterzogen und entsprechend den BITV-Richtlinien in das richtige Format gesetzt.

Bilder und Grafiken optimiert

AdUnit urban-intext3

Eingebundene Bilder und Grafiken wurden für den Internetauftritt optimiert und mit einem sogenannten Alternativtext versehen. Diese benötigen Hilfsprogramme aus dem Segment der Screenreader, welchen so zum Beispiel sehbehinderten Menschen eine aussagekräftige Bildbeschreibung vorlesen.

AdUnit urban-intext4

„Wir möchten unseren Bürgern wie Gästen ein barrierefreies Webangebot zur Verfügung stellen. Auch wenn es aus technischer Sicht, wie zum Beispiel bei der 360˚-Innenansicht der Basilika, noch nicht immer ganz umsetzbar ist, soll es für die Menschen jedoch so barrierearm wie nur irgendwie möglich sein,“ sagt Meikel Dörr.

Sina Berberich ergänzt: „Über ein Feedbackformular kann man uns schwer zugängliche oder unklare Inhalte melden. In den nächsten Wochen stellen wir auch noch ein Video in Gebärdensprache online, um damit unsere Stadt vorzustellen.“

Mit der Neugestaltung hat der Onlineauftritt ein modernes und klares Erscheinungsbild erhalten. Weit über 5000 Unterseiten wurden dafür neu strukturiert – alles unter dem Aspekt der Benutzerfreundlichkeit. Soweit es möglich war, wurden Themen auch ämterübergreifend aufbereitet und dargestellt. Einen Mehrwert bietet dabei ebenfalls die neue Kachel-Optik. Mit ihr können die Nutzer schnell und übersichtlich in den Menüpunkten navigieren.

Das Hauptmenü mit den Punkten „Rathaus & Leben“, „Tourismus & Freizeit“, „Wirtschaft & Bauen“ sowie „Wallfahrt“ ist mit einem Klick über das – umgangssprachlich sogenannte – „Hamburger Menü“ zu erreichen. Leicht zu erkennen an den drei kurzen horizontalen Linien.

Bei der Erstellung der Seite wurde viel Wert daraufgelegt, dass die Seitenstruktur, unabhängig vom jeweiligen Endgerät wie PC oder Smartphone, für den Nutzer möglichst gleich aussieht und sich variabel anpasst. Denn inzwischen hat sich das Userverhalten deutlich geändert. „Fast 70 Prozent aller Seitenaufrufe von wallduern.de erfolgen von mobilen Endgeräten wie Tablets und Smartphones aus,“ erläutert Meikel Dörr.

Die letzte grundlegende Überarbeitung des Webangebotes erfolgte im Jahr 2014. In den sechs Jahren des Betriebs wurden über 1,1 Million Seitenaufrufe gezählt.

Zusammen mit den beiden vorhergehenden Internetangeboten aus dem Jahr 1996 und dem Jahr 2004 kann die Stadt Walldürn etwas mehr als vier Millionen Informationsanfragen aus 171 verschiedenen Länder verbuchen.

Die altbekannten Funktionalitäten wie der Veranstaltungskalender, die Stadtnachrichten sowie die Vereins- und Unternehmerdatenbanken, in welchen sich die Vereine, Firmen und Selbstständige eintragen können, bleiben auch auf der technisch und grafisch überarbeiteten Internetseite erhalten.

„Der Start des neuen Internetangebotes ist eine gute Möglichkeit für unsere Vereine, Gastgeber und Firmen, ihre bestehenden Einträge auf Aktualität zu überprüfen und anzupassen. Sollte es dabei Probleme geben, sind wir wie immer gerne behilflich“ merkt Sina Berberich abschließend an. (pmd)