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Freilandmuseum Gottersdorf

Die Darre rauchte wieder

Nach zweijähriger Pause lockte das Grünkernfest zum Besuch

Von 
hape
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Beim Grünkernfest im Odenwälder Freilandmuseum war für die Besucher wieder viel geboten. © Joachim Hahner-Pestel

Gottersdorf. Es war das ideale Wetter, am v Sonntag dem Odenwälder Freilandmuseum Gottersdorf einen Besuch abzustatten. Am Wochenende stand das Grünkernfest wieder im Mittelpunkt. Hier informierten sich die Besucher über die Gewinnung von Grünkern.

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Grünkern ist eine Spezialität aus Bauland und Odenwald. Zu dieser Region zählen auch einige hiesige Ortsteile und Gemeinden, nämlich alle jene nördlich der Jagst. Diese Getreidevariante wurde aus der Not heraus geboren. Vor über 300 Jahre musste der „Spelz“, eine spezielle Dinkelsorte, bedingt durch Hungersnöte und verregnete Sommer, vorzeitig geerntet werden. Um ihn haltbar zu machen, wurde das Getreide im Backofen nachgetrocknet. Dabei entdeckte man den würzigen Geschmack des „grünen Kerns“.

Nach traditioneller Art

Später baute man kleine Scheunen, in denen von unten Feuer geschürt wurde, das einen darüber befindlichen Blechrost beheizt. Die Dinkelähren, die bereits auf dem Feld vom Stroh getrennt werden, kamen für etwa vier Stunden zum Trocknen und alle 15 Minuten zum Wenden auf den Rost. Der Rauch des Holzfeuers würde über die Ähren geleitet und durch häufiges Umschaufeln bekam das Getreide sein typisches rauchiges Aroma.

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Der aus Sindolsheim stammende Jürgen Stätzler hatte am Vormittag die Darre in Betrieb genommen und die Besucher erlebten mit, wie nach traditioneller Art auf der Rauchdarre halbreifer Dinkel zu Grünkern gedarrt wurde. Schätzler erklärte jeden Besucher den Vorgang der Grünkerngewinnung. In der Mühle ,,gerbt“ der Müller den Grünkern, das heißt , der Spelz wurde von den Samenkörnern getrennt. In der heimischen Küche wurde der Grünkern überwiegend als Schrot verarbeitet, hauptsächlich zu Suppen.

Auch für die Kinder war einiges geboten. Junge Turnerinnen des TV Walldürn hatten den Kindern auf derren Gesichtern mit Kinderschminke Tiermotive gemalt. Aufgebaut war auch eine kleine Olympiastrecke mit Hula-Hopp-Reifen, Dosenwerfen und Sackhüpfen.

Kräuterführung

Auch Kräuterpädagogin Doris Öppling war mit einem Stand und einer Vielzahl verschiedener Kräuter vor Ort. Schon am Vormittag führte Öppling die Besucher mit einer Kräuterführung durch das Museumsgelände. Vor dem Schäfershaus präsentierten zwei Damen ihr Können in Klöppelarbeiten.

Am Mittwoch, 27. Juli, steht eine weitere Attraktion auf dem Programm. Extrembotaniker Jürgen Feder streift gleich zweimal je vier Stunden mit den Besuchern durch das Museumsgelände, einmal ab 9 Uhr einmal ab 18 Uhr.

Auch nach zweijähriger Zwangspause findet wieder das Fest für traditionelle Musik, „Winnewehr“, statt – am Samstag, 30. Juli, von 10 bis 22 Uhr und am Sonntag, 31. Juli, von 10 bis 18 Uhr. hape

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