In der Gemeinschaftsunterkunft - Somalische Flüchtlinge dankten MdB Dr. Schlegel für ihren Einsatz Blumen als kleines Dankeschön

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Flüchtlinge aus Somalia dankten gestern MdB Dr. Schlegel für ihre Unterstützung, rechts ist Martin Kuhnt zu sehen.

© Ralf Marker

Asylbewerber müssen mitunter lange warten, bis sie einen Anhörungstermin beim Bundesamt für Migration Flüchtlinge bekommen. Diese Erfahrung machten auch Flüchtlinge aus Somalia, die in Walldürn untergebracht sind.

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Walldürn. Geholfen hat ihnen auf dem Weg zu einer Anhörung MdB Dr. Dorothee Schlegel (SPD), der die Flüchtlinge gestern bei einem Besuch der Abgeordneten in der Gemeinschaftsunterkunft in der Buchener Straße dankten. Ali und Omar überreichten Dr. Schlegel Blumen und Pralinen "für ihre Unterstützung und ihre Hilfe".

Begrüßt wurde Dr. Schlegel von Carina König von der Sozialbetreuung des Landratsamtes und von Martin Kuhnt vom früheren Arbeitskreis Asyl. Der schilderte die Problematik. Im Oktober 2016 haben 27 somalische Asylbewerber mit Hilfe von Martin Kuhnt einen Brief an die Behörde in Karlsruhe geschickt, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Die ersten Asylanträge wurden demnach am 15. April 2014, also damals vor 30 Monaten gestellt. Insgesamt haben sieben somalische Flüchtlinge ihren Asylantrag im Jahr 2014, 15 im Jahr 2015 und drei im Jahr 2016 gestellt. Ein Flüchtling lebt seit acht Monaten in Walldürn und hat noch keinen Asylantrag stellen können. Bei keinem Walldürner Flüchtling aus Somalia ist das Asylverfahren abgeschlossen. Auch hatte noch kein Flüchtling eine Anhörung im Asylverfahren.

Fünf somalische Flüchtlinge hatten zwar einen Anhörungstermin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Karlsruhe, so das Schreiben weiter, wurden aber wieder zurück geschickt oder der Termin wurde abgesagt, weil kein Übersetzter vorhanden war. Sie warten seit Monaten auf einen neuen Termin. "Mittlerweile sind wir ratlos, hat man uns vergessen?" , so die Frage der Flüchtlinge.

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Dieses Schreiben haben die Somalier unter anderem auch an MdB Dr. Dorothee Schlegel verschickt, die sich für die Asylbewerber eingesetzt hat, so Martin Kuhnt. Auf deren Nachfrage bekamen die Flüchtlinge in kurzer Zeit Einladungen zu Anhörungen.

Von den 29 Flüchtlingen aus Somalia hätten mittlerweile 26 eine Anhörung bekommen, sagte Kuhnt. 18 Bescheide habe es gegeben. Zwei Asylbewerber haben Flüchtlingsstatus zuerkannt bekommen, drei den subsidiären Schutzstatus und 13 wurden abgelehnt.

Situation nicht geändert

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Was ihn ein wenig verwundere, so Kuhnt weiter, da somalische Flüchtlinge als solche mit guter Bleibeperspektive gelten, wie Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien, Irak und dem Iran. Sonst sei die Anerkennungsquote bei Somaliern höher, denn in ihrem Land habe sich an der Situation nichts wesentlich geändert. Alle abgelehnten Asylbewerber hätten den Klageweg beschritten.

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Dr. Schlegel überreichte den Flüchtlingen ein kleines Büchlein, in dem es vor allem um zwei Gesetze gehe. Einmal um die Würde und den Wert jedes Menschen, und zweitens um das Recht aus Asyl bei politischer Verfolgung. Dafür bekam sie Applaus von den Somaliern. Sie verwies auf Gesetze und Regeln in Deutschland, die nicht immer leicht zu verstehen seien, an an die man sich aber halten müsse. Da muss man mitunter Geduld aufbringen, die die Flüchtlinge schon gezeigt hätten. Und wenn es große Probleme gebe, dann dürfe man sich gern an die Politiker weden, "denn dafür sind wir da".

Und Dr. Schlegel bekam dann auch gleich noch ein Blatt Papier mit Namen von Flüchtlingen mit auf den Weg, die noch auf ihre Anhörung warten. Nach dem offiziellen Teil gab es noch persönliche Gespräche. Und mancher Somalier nutzte die Gelegenheit zu einem Selfie mit der Bundestagsabgeordneten. mar