Grünanlage in der Miltenberger Straße - Arbeiten entgegen des ursprünglich erteilten Auftrags ausgeführt Blühwiese vor der Blüte gemäht

Von 
Ralf Scherer
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Als Blühwiese soll die städtische Fläche zwischen dem Friedhof und der Miltenberger Straße Insekten Lebensraum bieten und den Arbeitsaufwand zur Pflege des Geländes verringern. In der vergangenen Woche wurde die angehende Blütenpracht abgemäht. © Ralf Scherer

Walldürn. Wildblumen sollen auf der Fläche zwischen Friedhof und Miltenberger Straße Insekten wie Bienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Florfliegen anlocken und ihnen mit ihrem Nektar und Pollen eine wichtige Nahrungsgrundlage bieten. Das hat der Ausschuss für Technik und Umwelt im Oktober 2019 beschlossen und dem Rückbau der maroden Treppen, Wege und Sitzgelegenheiten in der Grünanlage zugestimmt.

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Auf eine üppige Blütenpracht werden dort Insekten allerdings noch eine Weile warten müssen. Zwar waren die von Passanten kaum noch genutzten Treppen und Wege planmäßig entfernt und mit einer Blumenmischung eingesät worden. In der vergangenen Woche haben jedoch Mitarbeiter eines mit der Pflege der Anlage beauftragten Unternehmens die mitten im Wachstum befindlichen Wildblumen abgemäht.

Kein Auftrag erteilt

„Die von uns seit Jahren beauftragte Firma hat offensichtlich versehentlich die von uns als Blühwiese vorgesehene Fläche gemäht“, erklärte Bürgermeister Markus Günther auf Anfrage der Fränkischen Nachrichten. Die Mäharbeiten seien entgegen des ursprünglich erteilten Auftrags erfolgt. Zusätzliche Kosten seien der Stadt nicht entstanden, weil die Firma auch andere städtische Flächen im Rahmen eines Zeitvertrages pflege.

Die Arbeiter des Unternehmens hätten offenbar die bisherige Wiese mähen sollen, nicht ab die frisch eingesäten Blühstreifen. Zuständig für die Pflege städtischer Grünflächen und die Koordination dafür notwendiger Arbeiten ist das Stadtbauamt.

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Im Gegensatz zu Rasenflächen werden Wildblumenwiesen höchstens ein bis zwei Mal im Jahr gemäht. Der erste Schnitt zwischen Mitte Juli und Ende August sorgt dafür, dass kurzlebige Arten länger leben und fördert die Selbstaussaat einjähriger Blumen.

Ende September bis Ende Oktober können Blumenwiesen ein weiteres Mal gemäht werden. Dieser Rückschnitt soll verhindern, dass sich in den Wintermonaten aus den abgestorbenen Pflanzenresten zu viel Humus auf der Fläche bildet.

Redaktion Ralf Scherer ist als Redakteur in der Lokalredaktion Buchen und im Online-Bereich tätig. In seiner Heimatstadt Walldürn, aber auch in vielen anderen Gemeinden des Neckar-Odenwald-Kreises ist er seit 14 Jahren als Lokaljournalist unterwegs.