Exkursion in Walldürn

Bestände zu stabilen Wäldern entwickeln

Forstbetriebsgemeinschaft traf sich zur Jahreshauptversammlung

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Bei der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft stand auch ein Vor-Ort-Termin im Wald auf der Tagesordnung. © Trabold

Walldürn. Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) trafen sich dieser Tage zur Hauptversammlung auf der Walldürner Höhe.

Die zuständigen Forstrevierleiter Thomas Riemer und Florian Pogorzelski stellten den Privatwaldbesitzern verschiedene Bestandsbilder im Stadtforst vor. Insbesondere gingen sie auf die standörtlichen Gegebenheiten und die daraus abzuleitende richtige Baumartenwahl ein.

Bei den langfristigen Entscheidungen im Waldbau rücke derzeit insbesondere der Standortfaktor – Klima, zunehmend in den Mittelpunkt der Betrachtung, so der Tenor.

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Als klimastabil geltender Waldbestand, wurde den Waldbesitzern eine Fläche mit Eichen, die bereits vor über 40 Jahren begründet wurde, vorgestellt. Das Ziel starker alter Eichen sei zwar noch weit entfernt, aber der Weg beginnt bereits heute, wie die beiden Revierleiter erläuterten.

Zukunfstbäume im Bestand

Derzeit wähle man sogenannte Zukunftsbäume im Bestand aus und stelle sie mittels Durchforstung von Bedrängern frei, um die Bestände zu stabilen Wäldern entwickeln zu können. Dies geschehe natürlich auch unter Belassung von passenden Mischbaumarten wie beispielsweise Linde und Hainbuche, nicht zuletzt auch zur Risikostreuung und Angepasstheit dieser Waldbestände für die Zukunft.

Es sei auch ratsam, auf eine Vielzahl verschiedener, standortgerechter Baumarten pro Verjüngungsfläche zurückzugreifen, um, im sich wandelnden Klima, möglichst wenig Rückschläge durch flächiges Absterben zu erleiden, wie abschließend an einer aktuellen Kulturfläche besprochen wurde. Nicht immer habe die natürliche Verjüngung auch die besten Zukunftsaussichten, weshalb stabile Baumartenanteile regelmäßig herausgepflegt oder ergänzt werden müssen.

Burkhard Trabold, Vorstand der FBG, begrüßte nach der Exkursion durch den Walldürner Wald alle anwesenden Mitglieder zur Hauptversammlung im „Landgasthof Linde“ in Gerolzahn.

In seinem Rückblick ließ er noch einmal das Jahr Revue passieren. Nach seinem Bericht über das Geschäftsjahr kam es zur einstimmigen Entlastung des Vorstands und der Geschäftsführung auf Antrag von Markus Baumann.

Alle Konten und Kassen wurden einwandfrei geführt. Die ehrenamtlich Tätigen der FBG wurden für ihre Arbeit gelobt.

Situation am Holzmarkt

Forstrevierleiter Thomas Riemer berichtete über die Situation am Holzmarkt. Dieser sei beim Laubholz erfreulich. Die örtlich vorhandenen Eichen und Buchen seien derzeit gefragt und gut bezahlt.

Beim Nadelholz müsse genauer hingeschaut werden, welche Sortimente gerade angedient werden sollten. Dabei sollte es sich nicht um Zwangsnutzungen handeln, da einige Sägewerke durch die gelieferten Mengen im Jahresverlauf noch überversorgt sind und der Preis infolge dessen bei einigen Sortimenten zurückgegangen sei. Nach direkter Absprache mit den zuständigen Revierleitern und passgenauer Aushaltung könne man einzelne Sortimente auch über die Fvob in Buchen vermarktet werden.

Es erfolgen in den kommenden Monaten immer wieder Nachverhandlungen mit den Sägewerksbesitzern sowie neue Vertragsabschlüsse.

Seinen Dank richtete Trabold insbesondere an die zuständigen Förster, die stets eine gute Zusammenarbeit mit den Privatbesitzern der Walldürner Wälder leisten.