Jahresrückblick - Auf dem Areal des ehemaligen Depots „Leinenkugel“ entsteht Neues / Messe vor schwieriger Zukunft Bauplätze mitten in der Stadt

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Auf dem Areal des früheren Depots „Leinenkugel“ entstehen Bauplätze und ein Seniorenzentrum des ASB. © Ralf Marker

Bauplätze in begehrter Lage mitten in Walldürn, die entstehen auf dem Areal des ehemaligen Depots „Leinenkugel“. Dort hat im Sommer der Abbruch der Gebäude begonnen.

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Walldürn. Die ausgemusterten Laherhallen des früheren Bundeswehr-Depots „Leinenkugel“ in der Gregor-Mendel-Straße wurden von Baumaschinen zerstört, bald schon türmten sich die Beton-Trümmer der Hallen auf dem Gelände. Was früher ein geschützter und bewachter Bereich war, wird jetzt einer neuen Nutzung zugeführt – die Konversionsfläche wird für eine neue Wohnbebauung vorbereitet. Im kommenden Jahr sollen dann auch die grünen Lagerhallen rechter Hand der Zufahrt abgebrochen werden.

Die Stadtverwaltung wird einen Plan erstellen, wie das Areal aufgeteilt und erschlossen werden kann. Potenzial bietet das 28 300 Quadratmeter große Gelände für circa 25 Bauplätze. Begehrt in der Kernstadt, nachdem die Plätze im Baugebiet „Lindig“ zur Neige gehen.

Aber nicht nur eine Wohnbebauung ist vorgesehen: Der Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg (Region Heilbronn-Franken) plant im vorderen Bereich in Richtung Waldstraße ein Zentrum für pflegebedürftige Senioren. Vorgesehen sind zweigeschossige Gebäude mit Wohnhöfen, in denen zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften für je zwölf Bewohner, eine Tagespflege und 16 Wohnungen untergebracht werden.

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Das Ziel des Konzepts ist es, älteren Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben und gleichzeitig den Anschluss an eine starke Gemeinschaft zu ermöglichen. Im Landkreis betreibt der ASB in Mosbach, Buchen und Hardheim Seniorenzentren. Ein Weiteres ist in Billigheim in Planung. Den Baubeginn strebt der ASB im Frühjahr 2019 an. Bezugsfertig soll das Seniorenzentrum dann im Frühjahr 2020 sein.

Während hier hoffnungsvoll in die Zukunft geschaut wird, ist an anderer Stelle noch unklar, wie es weiter gehen wird. Bei der Drei-Länder-Messe „Trend und Technik“ ist offen, ob es eine Neuauflage geben wird; und wenn, in welcher Form. Die Messe 2018 im April litt unter einem massiven Besucherschwund. Veranstalter und Stadt waren danach nicht zufrieden und zogen eine alles andere als berauschende Bilanz.

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Sicher ist: Mit dem Veranstalter der Jahre 2016 und 2018 wird es nicht weiter gehen: Die Firma „nsp sports & experience GmbH“ in Mosbach hat im Oktober einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Damit steht die Zukunft einer Veranstaltung in Frage, die beim Blumen- und Lichterfest 1996 in kleinem Rahmen ihre Premiere feierte, im Laufe der Jahre immer weiter gewachsen und 2002 in die Nibelungenhalle und das Areal darum herum umgezogen war.

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Besucher in den vergangenen Jahren bemängelten, dass der regionale Charakter der „Trend und Technik“ ein Stück weit verloren gegangen ist. Eventuell liegt hier ein Schlüssel für eine gelungene Neuauflage der Verbrauchermesse.

2018 war in der Stadt wieder einiges „unterirdisch“: Viel Geld floss in den Untergrund. Etwa in die Fertigstellung des Zuleitungskanals in der Würzburger Straße von der Marsbachstraße bis zur Kuhne-Brücke, den Kanalanschluss für das Freilandmuseum Gottersdorf, die Ertüchtigung der Kläranlage Rippberg oder den Neubau des Regenüberlaufbeckens 1 in Walldürn mit Zulaufkanälen. In das Abwassersystem in der Kernstadt und den Ortsteilen wurde außerdem in Sanierung und Erweiterung groß investiert. Pflichtaufgaben einer Kommune, die viel Geld kosten, aber kein Renommee bringen.

2019 wird in Walldürn Stadtjubiläum gefeiert. Eine Reihe von Veranstaltungen stehen auf dem Programm. Erster Höhepunkt wird der Narrenringumzug mit vielen interessanten Gruppen und einem besonderen Gast sein: Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird am 24. Februar nach Walldürn kommen und sich das bunte Treiben anschauen. Und einer der ersten Gratulanten sein, die Walldürn alles Gute wünschen. mar