Letzter Wallfahrtssonntag in Walldürn - Weihbischof Ulrich Boom aus Würzburg hielt das Pontifikalamt "Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer"

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Im Mittelpunkt des letzten Wallfahrtssonntags in Walldürn stand ein von Weihbischof Ulrich Boom aus Würzburg zelebriertes Pontifikalamt. Das Bild zeigt die Zelebranten und Ministranten bei der Abholung des Bischofs vor dem Pfarrheim.

© Stieglmeier

Walldürn. Im Mittelpunkt des letzten Wallfahrtssonntags in Walldürn stand ein von Weihbischof Ulrich Boom aus Würzburg zelebriertes Pontifikalamt, das kirchmusikalisch festlich umrahmt wurde vom Walldürner Singkreis, einem Orchester und Solisten unter der Leitung von Robert Schmeiser, die gemeinsam die "Missa civilis in B" von Valentin Rathgeber aufführten.

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Nachdem die Konzelebranten und Ministranten Weihbischof Boom vor dem Pfarrheim abgeholt und über den Wallfahrtsplatz durch die Wallfahrtsbasilika zum dortigen Hochaltar geleitet hatten, hieß Stadtpfarrer und Wallfahrtsleiter P. Josef Bregula, OFM sie und die zahlreichen Gläubigen, Wallfahrer, Bürgermeister Markus Günther, Gemeinde- und Pfarrgemeinderäte mit Vorsitzenden Wolfgang Eisenhauer an der Spitze sowie die Pilgergruppen aus Ellwangen, Neubrunn und Rodenbach willkommen.

Vor vier Wochen habe er an gleicher Stelle mit dem Freiburger Domkapitular Thorsten Weil die Wallfahrt eröffnen dürfen. Nun sei die vierwöchige Hauptwallfahrtszeit unter dem Leitwort "Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer" zwischenzeitlich schon wieder wie im Fluge vergangen und am Abend werde der Blutschrein wieder geschlossen. In den vergangenen vier Wochen habe er viele Bischöfe und geistliche Würdenträger willkommen heißen dürfen, und vier Wochen lang hätten sich Pilger von nah und fern auf den Weg nach Walldürn gemacht - sei es aus Dankbarkeit, aus Verzweiflung, aus Trauer und Schmerz, um zur Ruhe zu kommen, Gott näher zu sein, mit sich und Gott alleine zu sein oder einfach um an diesem besonderen Gnadenort christlichen Glaubens Augenblicke inneren Friedens zu erleben.

Die Menschen müssten wieder zur wahren Erkenntnis Gottes kommen - erkennen, wer Gott in Wirklichkeit sei, die Barmherzigkeit Gottes suchen und annehmen. Gott sei Liebe, Gott sei Barmherzigkeit und er sei gerecht. Seine Barmherzigkeit gebe den Menschen ihre Würde und ihr wahres Gesicht zurück.

Gnadenort

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In diesem Sinne sollte sich ein jeder an diesem Gnadenort des kostbaren Heiligen Blutes Jesu Christi anregen lassen von der Barmherzigkeit Gottes und gestärkt - nicht nur für sich, sondern auch für die Hilfe an seinen Mitmenschen - hinausgehen in den Alltag.

Weihbischof Ulrich Boom stellte das Leitwort der diesjährigen Wallfahrt "Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer" (Matthäus 9,13) in den Mittelpunkt seiner Predigt. Für ihn als ehemaligen Pfarrer der Stadt Miltenberg und nunmehrigen Weihbischof habe dieses Leitwort in vielerlei Hinsicht eine ganz besondere Bedeutung.

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Schon sehr früh sei das Evangelium ins Land zwischen Main und Neckar gekommen und schon früh habe es Christen in dieser Region gegeben. Heute würden dort neben Christen auch viele Juden und Muslime leben, deren Stammvater ebenfalls Abraham sei. Sie alle würden auf Gott vertrauen - nicht auf einen Gott des Opfers, sondern auf einen Gott der Barmherzigkeit. Ein Gott der Barmherzigkeit, der für die gläubigen Menschen sichtbar geworden sei durch seinen Sohn Jesus Christus, der gelitten habe und gestorben sei, um wieder aufzuerstehen und den Menschen so einen Weg aufzuzeigen und sie hinzuführen zum ewigen Reich Gottes.

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Es sei sehr wichtig, nicht wegzulaufen vor Gott, der nicht Opfer fordere von den Menschen, sondern sich selbst geopfert habe, um den Menschen zu sagen, wie nah Gott ihnen sei und wie sehr er sie liebe. Barmherzigkeit sei nicht ein Wohlgefühl - nein, sie gehe an die Substanz. Ein jeder sei aufgefordert, in dieser Spur der Barmherzigkeit zu gehen und dabei allzeit die existenten Lebensrealitäten anzunehmen und nicht vor ihnen wegzulaufen.

Barmherzigkeit baue auf Vertrauen auf, sei uneigennützig und übe keine Gewalt aus. Es gelte, die Barmherzigkeit Gottes stets im eigenen Herzen zu bewahren. Gerade in der heutigen Zeit würden viele Menschen immer mehr dieser Barmherzigkeit bedürfen. ds