Kiliansparcours - In drei Monaten wurde das Projekt des Kinder- und Jugendheims St. Kilian umgesetzt / Schwerpunkt liegt im Niedrigseilbereich Auf Schatzsuche rund um die Welt

Von 
Ralf Marker
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In rund drei Monaten Bauzeit wurde der Parcours des Kinder- und Jugendheims in Rippberg errichtet. © St. Kilian

Das Gemeinschaftsgefühl und die Sozialkompetenz stärken – das ist im Parcours des Kinder- und Jugendheims St. Kilian möglich. Dort begibt man sich auf eine Schatzsuche rund um die Welt.

Namen und Stationen

Hauptverantwortlich: Manuel Schwarzbach, Konzepterstellung und Leitung des Projektes; Grigori Dahaldijan, Umsetzung und Bauarbeiten.

Unterstützend beim Bau: Renè Haun, Heiko Hussong, Hausmeister in St. Kilian; junge Menschen, die in St. Kilian leben, und Schüler der Nardini Schule; Tobias Karaula, Baggerarbeiten

Administrativ: Sabrina Slepkowitsch, Organisation/Koordination von Kundenanfragen; Elke Feit, Fundraising.

Stationen: 1. Die Wüste; 2. Das Grab des Pharaos; 3. 3. Die Steilwand; 4. Das Dunkelmoor; 5. Die Schlucht; 6. Der Dschungel; 7. Der Kerker; 8. In der Antarktis.

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Walldürn/Rippberg. Über den Parcours und was dort auf die Besucher wartet, haben sich die FN mit Direktorin Iris Hellmuth-Gurka, Erlebnispädagoge Manuel Schwarzbach und Mitarbeiterin Elke Feit unterhalten. Mit am Tisch saß auch der 15-jährige Kamil, der bei den Bauarbeiten mitgeholfen hat und auch schon Stationen des Parcours getestet hat.

Sturm richtete Schäden an

Der Vorgänger des Parcours –Forest Jump – wurde im Jahr 2002 als erster Hochseilgarten und Teamparcours im Neckar-Odenwald-Kreis in Rippberg gebaut. Er war aber in die Jahre gekommen und so stellte sich Ende 2019 die Frage: Den Park sanieren oder schließen? Sturm „Sabine“ hat dann im Frühjahr Forest Jump außerdem noch zugesetzt und Schäden verursacht. Die Hochseilelemente mussten abgebaut werden. Schließen war keine Option, also rückte der Umbau in den Blickpunkt. Manuel Schwarzbach hat sich an die Arbeit gemacht und ein Konzept für das hausinterne Projekt ausgearbeitet. Im März begannen die Arbeiten, drei Monate wurde eifrig gewerkelt, bis der Parcours fertig war. Der Schwerpunkt liegt im Niedrigseilbereich. Von Beginn an waren Bewohner des Hauses und Schüler der Nardinischule von St. Kilian in das Projekt eingebunden. „Wir haben viel in Eigenregie gebaut, also haben wir kostengünstig gebaut“, sagte Schwarzbach. Weiterer Effekt: Bewohner und Schüler identifizieren sich mit dem Parcours. Das wird klar, wenn man sich mit Kamil über den Parcours unterhält. „Die Arbeit hat Spaß gemacht, auch wenn sie nicht immer einfach war.“ Und finanzielle Unterstützung durch Spenden gab es auch. Elke Feit hat sich etwa mit dem SWR in Verbindung gesetzt, der das Projekt im Rahmen der „Herzenssache“ mit 3000 Euro unterstützt hat.

Nutzen können ihn die Bewohner von St. Kilian und externe Gruppen. Acht feste Elemente hat der Parcours, so Iris Hellmuth-Gurka, „er kann aber durch weitere flexible Elemente auf über 20 erlebnispädagogische Aufgaben erweitert werden“. An allen Stationen sind ausgebildete Trainer von St. Kilian dabei.

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Erlebnispädagogik – das ist die Kernaufgabe des Parcours. „Die Besucher sollen Gemeinschaft erleben. Das Gefühl bekommen, sich auf andere zu verlassen und verlassen zu können. Eine Gruppendynamik entwickeln. Den anderen auf eine Art und Weise kennenlernen, wie sie ihn bisher eventuell noch nicht gekannt haben“, so Schwarzbach. Möglich wird das durch die Aufgabenstellung: Die Stationen des Parcours können nur als Gemeinschaft, als Team geschafft werden. Mit dem Bau der Anlage ist es für die Bewohner und Nardini-Schüler aber nicht getan. Sie sollen Aufgaben übernehmen, wenn externe Gruppen den Parcours absolvieren, ihn in Firmen oder Schulen mit einer Präsentation vorstellen, so Schwarzbach weiter.

Die Anlage – die den Namen „Kilansparcours“ trägt – besteht aus einem ausgedehnten Niedrigseilparcours, einer Axt- und Bogenschießanlage sowie einem rund 13 Meter hohen Kletterbaum. Die Grundidee hinter dem Konzept des Kiliansparcours besteht darin, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gemeinsame, naturnahe Erlebnisse zu ermöglichen. Es geht darum, dass sich Gruppen und Teams zusammenfinden, gemeinsam Aufgaben lösen und dadurch das Selbstbewusstsein der Teilnehmer gestärkt wird. Um möglichst viel Authentizität zu gewinnen, wurde beim Bau soweit wie möglich darauf geachtet, die Seilparcours-Elemente aus Holz und anderen natürlichen Rohstoffen herzustellen. Die Grundelemente bestehen aus Robinienholz, welches extrem belastbar und witterungsbeständig ist. Alle Aufgaben und Elemente sind im „Kiliansparcours“ in eine Geschichte eingebunden, um die Teilnehmer auf eine abenteuerliche Reise mitzunehmen. Untermalt wird diese Reise nicht nur durch die entsprechende Moderation und den gesamten Aufbau des Parcours, sondern auch durch eine passende Geräuschkulisse, die mithilfe vorhandener Lautsprecher entsteht. Durch die offen gestalteten Elemente ist es möglich, die Geschichte regelmäßig zu verändern und um neue Aufgaben zu erweitern.

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Die Gruppe geht als Forscherteam auf Schatzsuche rund um die Welt und ist an verschiedenen Orten rund um den Globus unterwegs. Dort suchen sie Hinweise auf einen versteckten Schatz. Jedes Element stellt dabei einen anderen Ort dar. Die Reihenfolge der absolvierten Orte ist dabei nicht wichtig und variabel. Die Stationen orientieren sich an realen Orten, die es tatsächlich gibt.

Hinweise für Karte

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Nur wenn die Aufgabe am jeweiligen Ort erfolgreich absolviert wurde, erhält die Gruppe einen Hinweis, welcher in eine Schatzkarte eingetragen wird. Diese Hinweise führen nach erfolgreicher Absolvierung mit Hilfe der Karte zu einem versteckten Schatz. Die Gruppe hat für jede Aufgabe 30 Minuten Zeit, wobei fünf Minuten als Besprechungs- und Reflexionszeit vorgesehen sind. Die Aktionszeit beträgt somit 25 Minuten pro Station.

Die Trainer agieren bei der Expedition als Forschungsleiter, die die Gruppe an allen Stationen einweisen und bei Bedarf helfend zur Seite stehen. Die Reise beginnt unter der glühenden Sonne der ägyptischen Wüste. Getestet haben den Parcours etwa Azubis der Firma Göttfert aus Buchen oder Schüler der Frankenlandschule. „Das Feedback ist positiv“, so Hellmuth-Gurka und Schwarzbach.

Redaktion Stellvertretender Redaktionsleiter Buchen, zuständig für Walldürn.