„Locker im Lockdown“ (Teil 3) - In den Wochen der Pandemie Gewicht reduziert und die Fitness gesteigert / Im Walldürner Forst unterwegs Auf der Strecke ist es einfach herrlich

Von 
Ralf Marker
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Zuschnüren und los geht’s: Laufen ist fast wie eine Sucht. Einmal gewohnt, will man es nicht mehr missen. Drei bis vier Läufe pro Woche sind angesagt. © Kai Remmers / dpa

Den Walldürner Wald haben während des Lockdowns viele Menschen neu entdeckt. Andere sind dort aber schon seit Jahren regelmäßig unterwegs. Läufer etwa, die im Forst ihre Runden drehen.

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Dazu gehöre ich. Und meine Frau. Gelaufen bin ich schon immer, mal mehr, mal weniger – aber kontinuierlich. Seit März hat sich die Lage aber geändert. Mit dem Lockdown und den damit verbundenen Einschränkungen ist die Bewegungskurve steil nach oben gegangen. Mangels anderer Angebote wurde das Laufen gesteigert.

Aus der alljährlichen Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern kommend wurde die Idee geboren, in diesem Jahr nicht gleich wieder in den alten Rhythmus zu verfallen. Der Einschnitt wegen Corona bot sich da an, das gewohnte Leben wurde von einem Tag auf den anderen umgekrempelt. Warum nicht gleich ein paar Gewohnheiten über Bord schmeißen?

Echtes Opfer

Der erste Entschluss: Süßigkeiten sind weiter tabu. Zumindest mal bis Pfingsten. Der zweite Entschluss: läuferisch neue Ziele setzen. Immer dieselbe Route, das ist irgendwann fade! Also neue und vor allem längere Wege laufen. Der erste Entschluss war ein echtes Opfer. Auf Schokolade oder Kuchen zu verzichten, das ist schon hart. Der zweite Entschluss war zumindest am Anfang schwer. Die Kondition für länger laufen musst Du Dir erst mal erarbeiten. Das geht aber fließend und überraschend schnell. Und man läuft plötzlich Strecken, die drei oder vier Wochen zuvor nicht möglich schienen. Drei Routen – fünf, sieben oder zehn Kilometer – sind jetzt im Angebot.

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Beim ersten Lockdown waren viele Menschen im Wald. Auf Wegen, auf denen man sonst alleine unterwegs war, herrschte ordentlich Betrieb. Der Wald war auf einmal ein Ort für Freizeitgestaltung. Und ein Ort der Begegnung. Da Treffen sonst untersagt waren, hat man halt im Wald sein Schwätzchen gehalten, wenn einem andere Spaziergänger begegnet sind. Natürlich mit Abstand! Am Abend standen viele und lange Spaziergänge auf dem Programm. Das Wetter war ja auch geradezu eine Aufforderung, sich in der Natur aufzuhalten. Öfter führte der Weg zum Wildgehege in Walldürn . Hier machte der Anblick der Frischlinge viel Spaß. Diese scheue Neugier – „soll ich die Zwei mal aus der Nähe beschnuppern, oder lieber doch nicht...“ – meistens lieber doch nicht. Das Fazit nach dem Frühjahr und dem Sommer: Gewicht verloren, Fitness gesteigert. Damit sind wir zufrieden, ein gutes Gefühl. Und wir laufen natürlich auch im Winter weiter!

Redaktion Stellvertretender Redaktionsleiter Buchen, zuständig für Walldürn.