CDU-Kreistagsfraktion tagte - Über anonyme Anzeige gegen Kliniken beraten "Aktion schädigt den Ruf"

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Walldürn. Vor Beginn ihrer Fraktionssitzung besichtigte die CDU-Kreistagsfraktion die Müllsortieranlage der Firma Alba Recycling in Walldürn, wo Geschäftsführer Ingo Blase und Platzmeister Sascha Kober auch zum Gespräch zur Verfügung standen. Danach bewertete die Fraktion die anonyme Anzeige eines Mitarbeiters der Neckar-Odenwald-Kliniken.

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Interessant war zu hören, dass die Walldürner Anlage europaweit eine der leistungsfähigsten und voll ausgelastet ist. Hauptauftraggeber ist das Duale System Deutschland. Das Einzugsgebiet reicht von Baden-Württemberg nach Hessen und Bayern. Für etwa zehn Millionen Ein-wohner wird der Inhalt des gelben Sacks sortiert. Ziel ist eine Sortenreinheit von 92 Prozent. Die Wertstoffe (Kunststoffe, Tetra, Folie, Eisen oder Aluminium) werden in Bunkern gesammelt und verpresst. In Walldürn sind etwa 120 Mitarbeiter beschäftigt. Trotz modernster Technik kommt man nicht ohne händisches Verlesen aus, um die Sortenreinheit zu erreichen.

Danach befasste sich die CDU-Fraktion sehr umfassend mit dem "wenig appetitlichen Vorgang einer anonymen Anzeige", so Neser, die auch der Presse zugespielt worden war und die inzwischen von der Staatsanwaltschaft verworfen wurde. Die CDU-Fraktion verurteilt die Vorgehensweise auf das Schärfste. Es könne nicht angehen, auf diese Weise interne Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat zu beeinflussen und öffentlich Stimmung zu machen.

Allen sei bekannt, dass die Kliniken noch längst "nicht über dem Berg" und noch in der Sanierungsphase seien; solche Aktionen schädigten aber ihren Ruf. "Alle, die in den Kliniken arbeiten, sollten wissen, dass der Ast, auf dem sie sitzen, sehr dünn ist", so CDU-Fraktionsvorsitzender Neser.

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Deshalb sei es aus Sicht der CDU mehr als befremdlich, dass sich der Betriebsrat von der Anzeige nicht in der Presse distanziert haben.