Große Hilfsbereitschaft - Vierjährige aus Sennfeld unheilbar erkrankt / Finanzielle Unterstützung für Reit- und Delfintherapie 5072 Euro für Klara Bischoff gespendet

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Große Hilfsbereitschaft: Das „Zapfsäulenteam“ der Esso-Station in Walldürn hat 4572 Euro gespendet, um der schwer kranken Klara Bischoff aus Sennfeld eine Reit- und Delfintherapie zu ermöglichen. Der Kindergarten Sankt Josef Waldstetten spendete 500 Euro. © Bernd Stieglmeier

Das „Esso-Zapfsäulenteam“ Walldürn und der Kindergarten Sankt Josef Waldstetten unterstützen eine Reit- und Delfintherapie für Klara Bischoff mit insgesamt 5072 Euro.

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Walldürn/Sennfeld. Die vierjährige Klara Bischoff aus Sennfeld ist aufgrund einer Genmutation unheilbar erkrankt. Ihr schweres Schicksal begann im Sommer 2017, als das Mädchen plötzlich müde und schlapp war. Nach eingangs unauffälligen Befunden diagnostizierten die Ärzte bei Klara das sogenannte „Ewing-Sarkom“. Ein besonders bösartiger Knochenkrebs wucherte bei Klara zwischen Herz und Lunge. Dieser von den Ärzten festgestellten Krankheitsdiagnostik folgten im Laufe von 200 Tagen 14 Chemotherapien und damit verbunden lange Krankenhausaufenthalte.

Nach einer zweiten Operation von Klara traf Familie Bischoff ein weiterer Schicksalsschlag, denn die Mediziner stellten bei Klara auch noch das Rett-Syndrom fest. Eine unheilbare Krankheit, die auf eine Genmutation zurückzuführen ist und ausschließlich bei Mädchen im Kindesalter auftritt. Die Betroffenen leiden unter Autismus, Parkinson, zerebralen Lähmungen, Epilepsie und Skoliose. Mittlerweile kann Klara weder sprechen noch laufen. Sie ist auf eine 24-Stunden-Betreuung angewiesen, die ausschließlich ihre Mutter Julia übernimmt. Dennoch ist Klara der Sonnenschein der ganzen Familie und eine große Kämpferin.

Koordination fördern

Derzeit hofft Familie Bischoff, dass sie ihrer Klara mit einer Delfin- und Reittherapie helfen kann, denn beides fördert den Hautkontakt und die Fähigkeit zu spüren. Gleichzeitig fördern die speziellen Bewegungen sowohl die Koordination als auch ein Bewusstsein für den eigenen Körper. Das Training mit Tieren zählt zu den wenigen Therapien, die nachweislich bei dieser Krankheit helfen können.

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Viele Firmen, Betriebe und Einzelpersonen aus der Region haben im vergangenen Jahr gespendet, um Klara eine Reittherapie zu ermöglichen, die inzwischen für Klara zur Wirklichkeit geworden ist. Auf dem Hof von Großvater Werner wurde ein Zelt aufgestellt, das als Reithalle dient. So konnte die Reittherapie beginnen und helfen, Klaras Leben etwas zu erleichtern und der Familie die Hoffnung geben, gemeinsam die Krankheit durchzustehen. Auch die Forschung lässt momentan den Glauben an eine spätere Heilung des Rett-Syndroms nicht ausschließen.

In den Pfingstferien steht die lang ersehnte Delfintherapie auf Curacao (Niederländische Antillen) an. Diese Therapie ist eine weitere Möglichkeit, die Sinne der Patienten zu fördern und sie empfänglicher für die Reize ihres alltäglichen Umfeldes zu machen. Im Rahmen einer Delfintherapie werden positive Veränderungen erreicht. Die Patienten zeigen Fortschritte in Fein- und Grobmotorik, Sprache, in der kognitiven Entwicklung, und die sozialen und funktionalen Lebenskompetenzen werden unterstützt, was sich positiv auf die physische Entwicklung auswirkt, die Kommunikation verbessert und mehr Selbstbewusstsein und Entspannung schafft.

20 000 Euro Therapiekosten

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Allerdings werden weder Reit- noch Delfintherapie von den Krankenkassen unterstützt. Die Delfintherapie auf Curacao kostet rund 20 000 Euro, und Julia und Tobias Bischoff sind überglücklich, dass diese in einem der wenigen Therapiezentren weltweit dank der Unterstützung durch den Verein „Dolphin aid“ in Düsseldorf und viele Firmen, Betriebe und private Spender stattfinden kann.

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Von Klara Bischoffs Schicksal sehr bewegt, hat das „Zapfsäulenteam“ der Esso-Tankstelle in Walldürn spontan beschlossen, die Familie bei der Realisierung der Delfintherapie zu unterstützen.

So gingen in den vergangenen Monaten in der in der Esso-Station bereitgestellten Box zahlreiche Spenden ein.

Außerdem kommt der Erlös aus dem Getränkeverkauf des „Zapfsäulenteams“ beim Kneipenfestival „Nightgroove“ und beim Betriebsfest „80 Jahre Esso-Tankstelle Spieler“ der Familie Bischoff zugute. Am Montagabend überreichte das „Zapfsäulenteam“ im Rahmen einer Feierstunde im Gasthaus „Zum Burgtörle“ einen Betrag in Höhe von 4572 Euro.

Tief beeindruckt

Der Kindergarten Sankt Josef aus Waldstetten schloss sich mit einer Spende aus dem Erlös der Sankt- Martin-Aktion an. Elternbeiratsvorsitzende Sabrina Berberich und Erzieherin Kathrin Sauer überreichten einen Spendenscheck in Höhe von 500 Euro.

Julia und Tobias Bischoff zeigten sich überwältigt und tief beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft. Sie dankten dem „Zapfsäulenteam“ und dem Kindergarten Sankt Josef Waldstetten für die finanzielle Unterstützung. ds