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Leserbrief - Zum Bericht „Vielen Wasserkraftanlagen droht das Aus“ (FN, 2. Mai)

„Zuverlässige Energiequellen zu fördern, ist ein Muss“

Von 
Reinhard Lausch
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Wasserkraftanlagen sind zwar mit etwa 20 TWh (Milliarden kWh) Stromerzeugung (vier Prozent von 490 TWh) ein relativ kleiner, aber, weil grundlastfähig, bedeutungsvoller Beitrag zur Stromerzeugung.

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Herr Mendes Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er die gegenwärtige schwierige Zeit der Energieversorgung anspricht. In dieser Zeit ist es geradezu ein Muss, erneuerbare, zuverlässige, grundlastfähige Energiequellen zu fördern, statt an den Kragen zu gehen.

Herr Habeck jedoch macht das Gegenteil: Ausstieg aus grundlastfähiger Kern- und Kohleenergie, stattdessen massiver Ausbau volatiler Energie. Wind und Sonne können in begrenztem Maße einen Beitrag zur Stromerzeugung leisten, aber nie und nimmer die fossilen Kraftwerke ersetzen.

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2021 ist die Stromeinspeisung aus Wind und Sonne ein Gebirge mit hohen Gipfeln und Tälern, stunden- bis tagelang ohne Stromerzeugung. Und wenn, dann sind es kurze heftige Stromstöße, die ins Netz gejagt werden. Strom aus Kohle und Gas gleichen die Schwankungen aus, so lange noch vorhanden. Das wird immer schwieriger, je mehr volatile Energien hinzukommt. Strombedarf und -erzeugung müssen übereinstimmen, schon geringe Abweichungen führen zum Netzzusammenbruch.

Denkt man sich die konventionelle Energie weg, sind wir im Jahr 2030: Schließung der letzten fossilen Kraftwerke.

Windräder erzeugen mit der Hälfte aller Umdrehungen weniger als zehn Prozent der möglichen Leistung; kommt mehr Wind und die Drehzahl verdoppelt sich, springt die Stromeinspeisung plötzlich um das Achtfache. Mal 30000 Windräder, ein Kraftakt für die Netzbetreiber. PV-Anlagen bitte auf die Dächer und nicht auf Ackerland, da sollte man Weizen anbauen.

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Was noch vor 15 Jahren eher die seltene Ausnahme war, sind durch die Zunahme volatiler Energien mit mehr als 5000 Korrekturmaßnahmen (Redispatch ) pro Jahr die Regel. Kosten 2018 etwa 1,4 Milliarden Euro. Im letzten Jahr war der Anteil der Stromerzeugung aus Wind und Sonne 33 Prozent, Ideologen und deren „Experten“ multiplizieren nun mit drei und glauben, damit das 100 Prozent-Ziel der Energiewende fast geschafft zu haben. Stattdessen droht ständig ein Blackout, so lange dieser Weg beibehalten wird.

Windparks werden mit der Brechstange durchgesetzt: Für nicht mal einen Hektar Fläche, die ein Windrad benötigt, wird bereits 282000 Euro Jahrespacht geboten (in Eberbach/Neckar). Geradezu pervers im Vergleich zur Pacht eines Waldstücks zwecks Bewirtschaftung.

Bei der Stromwende reden wir von derzeit 500 TWh, der gesamte „zu wendende“ Energiebedarf liegt jedoch bei 2500 TWh. Der Strombedarf wird enorm zunehmen: Zig tausend Ladesäulen für Elektroautos (die eigentlich ausschließlich von Wind und Sonne versorgt werden sollten) und Millionen von Wärmepumpen anstelle von Heizöl und Erdgas. Auch die Industrie steht vor gewaltigen Umstrukturierungen: Weg von Erdgas und Öl, hin zu Strom. Es war mal Plan, die Versorgungslücken, die die Erneuerbaren hinterlassen, per Rückverstromung aus Wasserstoff zu schließen. H2 hergestellt per Elektrolyse aus Ökostrom. „Und aus dem überschüssigen Wind machen wir Wasserstoff“ wurde gejubelt, naiv wie eine Strophe aus einem Kinderlied. Man hatte nicht bedacht, dass 3 kWh Ökostrom benötigt werden, um nach der Elektrolyse, komplizierter Einlagerung und Speicherung des Wasserstoffs und Rückverstromung mittels Brennstoffzellen nur 1 kWh Strom entsteht. Teuer, zu teuer. Die Speicherung ist daher kaum noch Thema, einige Experimente laufen noch. Eine zuverlässige Stromversorgung geht aber nicht ohne gewaltige Energiespeicher. Nun entstand die irre Idee, verpackt unter Begriffen wie Smart Grids, Systemkopplung, Bidirektionales Laden (Abzapfen von E-Auto-Batterien), dass sich die Verbraucher der Stromverfügbarkeit anzupassen haben. Unternehmer und Gewerkschaften können sich schon mal Gedanken machen bezüglich neuer Arbeitszeitmodelle. Ein Lastabwurfplan erlaubt, Unternehmen und Kommunen auch mal den Stecker zu ziehen. Energiewende Made in Germany – quo vadis?

Während andere mit Hochdruck an atommüllarmen Thorium-Flüssigsalz-Reaktoren und Atommüll-Neutralisierung arbeiten, bei uns ein absolutes Tabu, holzen wir für weitere 30000 Windräder Wälder ab. Wald aber speichert CO2, gehört deshalb geschützt. Während sich die Menschheit verdoppelt hat, wurden der weltweite Waldbestand halbiert und Moore trockengelegt, daher der Klimawandel.

Ein Zitat von Reinhold Messner: „Alternative Energieerzeugung ist sinnlos, wenn sie das zerstört, was man durch sie schützen will: Die Natur.“

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