AdUnit Billboard
Wolfgangstritt - Die Traditionsveranstaltung jährt sich nach der Wiederaufnahme 1947 an Pfingsten zum 75. Mal

Zeugnis eines lebendigen Glaubens

Von 
ubü
Lesedauer: 
Ankunft der Prozession an der Distelhäuser Wolfgangskapelle im Jahr 1949. Viele Gäste wohnten dem imposanten Zug bei. © Heer, Sammlung Uwe Büttner

Distelhausen. Der Wolfgangsritt in Distelhausen hat eine lange Tradition. An Pfingsten jährt sich das Fest zum75.Mal.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Bereits im Jahr 1469 erteilte der Mainzer Erzbischof Adolf II. die Erlaubnis zum Bau der Wolfgangskapelle. Vor 550 Jahren, im Jahr 1472, wurde das kleine Kirchlein an der Tauber als Stiftung durch Hans Klinger von Hall erbaut. Durch päpstliche und erzbischöflich mainzische Ablässe wurde die kleine Kapelle an der Tauber zur Wallfahrtskapelle ernannt.

Die Beurkundung im Mainzer Ingrossaturbuch ist auf den 16. Mai 1485 datiert. Im gleichen Jahr pilgerten erstmals zahlreiche Wallfahrer zur Bittprozession nach Distelhausen, um ihren Schutzpatron, den Heiligen Wolfgang, um Schutz vor Krankheiten für Mensch und Vieh anzurufen.

Wiederaufnahme 1947

Während des Zweiten Weltkrieges ruhten die Prozessionen. Vor 75 Jahren konnte von Pfarrer Eugen Reinhard erstmals wieder eine Pferdeprozession abgehalten werden. Im Mai 1947 berichtete der Distelhäuser Ortspfarrer über die Pfingstprozession: „Das diesjährige St. Wolfgangsfest am Pfingstmontag war wiederum ein Hochfest für unsere Pfarrgemeinde. Recht zahlreich gingen die Pfarrangehörigen schon am heiligen Pfingstfest, wie am Pfingstsonntag, zu den heiligen Sakramenten. Aushilfe leistete H.H. Pater Angelos O.M. Cap. von Mergentheim. Die Prozession unter Anteilnahme der ganzen Pfarrgemeinde und Klängen der Musik sowie den zahlreich erschienen Reitern war beim herrlichen Sonnenschein erhebend schön.“

Der Festgottesdienst war im Freien vor der Wolfgangskapelle. Die Musik begleitete mit entsprechenden Liedern das Hochamt. H.H. Festprediger wusste mit seiner zu Herzen gehenden Predigt meisterhaft die zahlreiche Volksmenge zu fesseln. Sein Thema war: Der einzige Weg aus der Not der Zeit zu finden: 1. In einem lebendigen Glauben, 2. in einem christlichen Leben, 3. in christlicher Liebe, 4. in Recht und Gerechtigkeitm und 5. in unerschütterlichem Vertrauen.

Die Segnung der Tiere mit der St. Wolfgangsreliquie fand nach dem Amt statt. Hierauf ging die Prozession unter Musik und Gesang wieder zur Kirche zurück. 53 Pferde wurden gesegnet. Der Festtag nahm mit einer schönen Feierstunde im Saal des Grünen Baumes seinen Abschluss. H.H. Stadtpfarrer Ullrich aus Tauberbischofsheim hielt die Festansprache über religiöse Zeitfragen. Gedichte, Musikstücke und Lieder umrahmten die gut gelaufene Feier. Abschließend schrieb er in seinem Pfarrbericht: „St. Wolfgang segne unsere Gemeinde!“

Zwei Jahre Zwangspause

Nach zwei Jahren Zwangspause kann zur Freude der Distelhäuser Pfarrgemeinde endlich wieder eine Pfingstprozession stattfinden. Jedes Jahr pilgern über 1000 Gläubige aus der näheren Umgebung und oft über 100 Reiter und zahlreiche prächtige Gespanne zum traditionellen Wolfgangsritt nach Distelhausen.

Vom 4.Juni bis zum 6.Juni gibt es in diesem Jahr wieder ein buntes und attraktives Rahmenprogramm rund um das Festzelt am Sportplatz mit Musik- und verschiedenen Aktivitäten für die großen und kleinen Festbesucher in Distelhausen. ubü

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1