Coronavirus - 16 neue Fälle wurden am Freitag für den Main-Tauber-Kreis bestätigt / Weitere Klinik in Bad Mergentheim unter Quarantäne gestellt Zahl der Infektionen steigt auf 198

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lra
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Karte mit der Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 3. April, 16 Uhr). © Landratsamt Main-Tauber-Kreis

Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist am Freitag im Main-Tauber-Kreis um 16 Fälle auf 198 gestiegen.

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Main-Tauber-Kreis. „Die betroffenen Personen befinden sich teils in stationärer Behandlung, teils in häuslicher Isolation. Die jeweiligen Kontaktpersonen werden ermittelt. Für sie wird häusliche Isolation angeordnet“, teilte das Landratsamt am späten Nachmittag mit.

Die 198 Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen Ahorn (0), Assamstadt (4/ein neuer Fall), Bad Mergentheim (49/5), Boxberg (4), Creglingen 14/1), Freudenberg (3), Großrinderfeld (6), Grünsfeld (8), Igersheim (9), Külsheim (4/1), Königheim (2), Lauda-Königshofen (15/2), Niederstetten (20/3), Tauberbischofsheim (19/1), Weikersheim (21/2), Werbach (3), Wertheim (15) und Wittighausen (2).

Im benachbarten Neckar-Odenwald-Kreis wurden neun weitere Fälle gemeldet – dort haben sich insgesamt 134 Personen nachweislich mit dem Virus infiziert. Fünf davon starben bereits.

Fachklinik neu betroffen

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„Auch in der Fachklinik Schwaben in Bad Mergentheim sind Coronavirus-Infektionen aufgetreten. Diese betreffen zwei Mitarbeiter. Deshalb hat das Gesundheitsamt für die Rehaklinik vorsorglich und bis auf Weiteres Quarantäne angeordnet“, so das Landratsamt.

Zurzeit sind in der Fachklinik Schwaben 66 Patienten untergebracht. Diese Personen werden in ihren Patientenzimmern isoliert und dürfen die Klinik derzeit nicht verlassen. Es besteht striktes Besuchsverbot. Neue Patienten dürfen derzeit nicht aufgenommen werden.

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„Um den Klinikbetrieb sicherzustellen, darf das Personal arbeiten, jedoch nur in Schutzkleidung. Das Gesundheitsamt hat eine sofortige Abstrichuntersuchung sämtlicher Patienten und Mitarbeiter angeordnet.

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Die Proben werden umgehend ausgewertet. Sobald die Ergebnisse vollständig vorliegen, wird über das weitere Vorgehen entschieden.“

Bislang seien insgesamt 128 Patienten und Mitarbeiter der Median Klinik Hohenlohe positiv auf das Coronavirus getestet worden. Davon leben 47 im Main-Tauber-Kreis. Unterdessen sei in der Klinik Hohenlohe das Entlassmanagement gestartet worden, das sich noch auf die nächsten Tage erstrecken werde. „Die geordnete Abreise der Patienten, die jetzt in häusliche Isolation wechseln können, wird durch die Freiwillige Feuerwehr Bad Mergentheim koordiniert“, so ein Sprecher des Landratsamts.

Konkret dürfen positiv getestete Patienten, die keine Krankheitssymptome aufweisen, sowie nicht infizierte Patienten in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und dem behandelnden Arzt in häusliche Isolation wechseln. Die Rückkehr in ein Pflegeheim oder eine Wohngruppe ist dagegen nicht möglich.

Für den Wechsel in die häusliche Isolation gelten strenge Auflagen. Voraussetzung ist unter anderem, dass die eigenständige Versorgung des Patienten zu Hause sichergestellt ist. Die Rückfahrt von der Klinik zur Wohnung ist nur mit Privat-Pkw erlaubt und muss ohne Pausen möglich sein.

Es dürfen dazu keine öffentlichen Verkehrsmittel und auch keine Taxis genutzt werden. Als enge Kontaktpersonen müssen zudem die abholende Person ebenso wie eventuell betreuende Familienangehörige unter Isolation gestellt werden.

Für Menschen, bei denen eine Covid-19-Erkrankung mit leichter Symptomatik diagnostiziert und daher eine häusliche Isolierung angeordnet wurde, hat das Robert Koch-Institut (RKI) ein informatives Merkblatt herausgegeben.

Es wurde für die Patienten und deren Angehörige konzipiert und enthält wichtige Informationen und Maßnahmen, wie in dieser Zeit im häuslichen Umfeld agiert werden soll. Hygieneregeln, Anleitungen zur Reinigung und zur Abfallentsorgung sowie Informationen zur geeigneten Unterbringung in der Wohnung sind aufgeführt. Der Flyer kann unter https://kurzelinks.de/lnv1 im Internet heruntergeladen werden.

Hohe Bußgelder

Bürgern, die sich nicht an die Landesverordnung zur Eindämmung des Coronavirus halten, drohen empfindliche Bußgelder. Das Land hat einen entsprechenden Bußgeldkatalog veröffentlicht. Bei Aufenthalt im öffentlichen Raum mit mehr als zwei Personen können die Ortspolizeibehörden ein Bußgeld von 100 bis 1000 Euro pro Person verhängen.

Wer eine eigentlich geschlossene Einrichtung wie etwa einen Frisörsalon, eine Bar oder einen Club weiterbetreibt, muss 2500 bis 5000 Euro bezahlen. Personen, die eine für den Besucherverkehr geschlossene Einrichtung wie ein Krankenhaus oder ein Pflegeheim betreten, riskieren ein Bußgeld von 250 bis 1500 Euro. Bei wiederholten Verstößen stehen Bußgelder bis zu 25 000 Euro im Raum. lra