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Landgericht Würzburg - Es geht jetzt um 44 000 Euro

Würzburg: Polizist räumt den Betrug ein

Am zweiten Verhandlungstag vor dem Würzburger Landgericht hat ein derzeit suspendierter Polizeibeamter erstmals eingeräumt, Geld beiseitegeschafft zu haben. Es steht jetzt eine Summe von 44 000 Euro im Raum.

Von 
Klaus T. Mende
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Main-Tauber-Kreis/Würzburg. Dem in einer Würzburger Landkreisgemeinde wohnenden Beamten, der bis zu seiner Beurlaubung in einem Polizeirevier im Main-Tauber-Kreis seinen Dienst verrichtet hatte, wird in dem Prozess vorgeworfen, seinem schwerkranken und inzwischen gestorbenen Vermieter Betreuung vorgegaukelt zu haben, um in betrügerischer Absicht an dessen Vermögen zu gelangen. Erstinstanzlich war der Angeklagte, dem auch mehrfacher Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz zur Last gelegt wird, bereits zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft hatten Berufung eingelegt (wir berichteten).

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Am zweiten Verhandlungstag hat der angeklagte Polizist die Betrugsvorwürfe eingeräumt. © Klaus T. Mende

In einer von seinem Anwalt Nikolaus Gwosdek vorgetragenen Erklärung war bereits zu erkennen, dass dieser und sein Kollege Christian Köhler ihrem Mandanten geraten hatten, die Flucht nach vorn anzutreten. Gwosdek verlas unter anderem, dass der Angeklagte Mitte 2017 beschlossen habe, Geld zur Seite zu schaffen, um am Vermögen des Vermieters „zu partizipieren“. Da kaum Belege oder sonstige Unterlagen vorhanden gewesen seien, habe man eine Summe von 44 000 Euro errechnet.

Bei der anschließenden Befragung ließ sich Vorsitzender Richter Konrad Döpfner nicht ins Bocks-horn jagen, obwohl der Beamte zunächst in seinen Antworten teilweise „herumeierte“. Schließlich sah der Angeklagte keinen Ausweg mehr und musste Farbe bekennen. Er gab zu, eine Summe von mehr als 40 000 Euro – ein Großteil des Geldes war in einem Bankschließfach in Tauberbischofsheim sichergestellt worden – zu seinem eigenen Vorteil abgezwackt zu haben und räumte somit den Tatbestand des Betrugs ein.

Die Verhandlung wird am 18. November um 9 Uhr vor dem Landgericht fortgesetzt. Nach diesem Geständnis deutet viel darauf hin, dass der Mann auch im Berufungsverfahren mit einer Haftstrafe rechnen muss.

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Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt

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