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Leserbrief - Zu „Ohne Energiespeicher . . .“ (FN, 10. Januar) „Wir müssen uns entscheiden”

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Herrn Lausch ist in seiner Problemanalyse unbedingt zuzustimmen. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass die Tüftelidee von Walter Egenberger von einem der regionalen Stromversorger oder einer technisch kompetenten Firma aus der Region aufgegriffen wird. Sie könnte ein Baustein in einer Reihe von Problemlösungen für Energiespeicher werden. Unsere lokalen Politiker in Landtag und Bundestag nehmen sich hoffentlich dieser Idee an.

Eine eher satirisch gemeinte Umfrage in der Bevölkerung könnte so aussehen: „Wollt ihr Atomkraft? Nein! Wollt ihr Stein- und Braunkohle? Nein! Wollt ihr Winderäder auf jedem zweiten Berg? Nein! Wollt ihr Solarflächen auf jedem Dach und jeder freien Wiese? Nein! Was wollt ihr dann? Strom aus der Steckdose.“

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Wer sich mit der Klimakrise ernsthaft beschäftigt, dem ist klar geworden, unter welchen klimatischen Veränderungen unsere Kinder und Enkelkinder leben werden. Wer verantwortungsbewusst an die zukünftigen Generationen denkt, der muss die Energiewende unterstützen. Ich finde viele Windräder in der Landschaft auch nicht schön. Doch ich kann nicht alles haben.

Stromleitungen sind hässlich, doch wir brauchen sie, weil auch niemand von uns auf Strom zu jeder Tages- und Nachtzeit verzichten will. Wir müssen uns für eines entscheiden: sichere Stromversorgung, ja oder nein – mit den entsprechenden Konsequenzen.

Ich halte die Abschaltung der Atomkraftwerke um jeden Preis für falsch, da unsere Stromversorgung anfälliger geworden ist. Wir können aus moralischen Gründen nicht auf den Atomstrom aus Frankreich, Belgien und Tschechien setzen, um Lücken bei uns zu schließen. Das wäre heuchlerisch.

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Damit wird der Finger in die Wunde gelegt: war es weitsichtig und klug, den raschen Atomausstieg durchzusetzen, ohne den gleichwertigen Ausgleich sicher zu stellen? Gas als Übergangstechnologie ist zweischneidig: unsere Abhängigkeit von Russland macht uns leichter erpressbar. Die Grünen haben sich ein Problem geschaffen: jeder Stromausfall wird ihnen angelastet werden, nicht Frau Merkel.

Radikale Forderungen nach schnellerem Kohleausstieg sollten stets mit der Gegenfrage beantwortet werden: Wo kommt der Strom her? Wer in der Stadt lebt, kann leichtfertig mehr Windräder fordern. Wer auf dem Land lebt, hat sicher andere Vorstellungen von der Gestaltung seiner Heimat. Doch haben wir wenig andere Möglichkeiten. Wir müssen uns entscheiden.

Hilfreich wäre ein bundesweiter politischer Konsens zwischen allen Parteien, sich wissenschafts- und technikorientiert mit den Problemen der Zukunft auseinander zu setzen.

Leider fehlt insbesondere bei der CDU die Vision der Energieversorgung in der Zukunft; weder unsere gewählten Abgeordneten noch die Junge Union scheinen Visionen für die nächste Generation zu haben. Die Wähler haben es gemerkt.

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