Hochhäuser Dorftheater - Die Komödie „Residenz Schloss & Riegel“ sorgte im Konradsaal für prächtige Stimmung beim Publikum Wenn der Knast zum Seniorenheim wird

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Die Laienspieler des Hochhäuser Dorftheaters sorgten wieder für beste Unterhaltung. © Hochhäuser Dorftheater

Für gute Unterhaltung sorgte an vier Abenden das Hochhäuser Dorftheater im Konradsaal mit dem Stück „Residenz Schloss & Riegel“.

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Hochhausen. Das Hochhäuser Dorftheater präsentierte in Kooperation mit dem Musikverein Hochhausen anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Laientheater die Komödie „Residenz Schloss & Riegel“ im Konradsaal. Dabei glänzten die Akteure des Dorftheaters Hochhausen wieder einmal mit tollen schauspielerischen Leistungen und bereiteten dem Publikum vier vergnügliche Aufführungen.

Der bei den Vorstellungsterminen jeweils gut besuchte Konradsaal bildete eine tolle Kulisse für die Aufführungen und war für die Darsteller eine besondere Herausforderung und Motivation.

Die zahlreichen Theaterfreunde aus nah und fern hieß Regisseur Arno Gärtner willkommen und führte sie in das Stück ein. Eine Besonderheit bei diesem Stück stellte die als Justizvollzugsanstalt gestaltete Bühne dar, die von Thomas Stiegler stilvoll entworfen wurde.

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Dabei erlebte das Publikum sehr humorvolle Abende, bei denen die pointenreichen Dialoge immer wieder Lachsalven und Szenenapplaus auslösten.

Zum Inhalt: Durch die Verkettung unglücklicher Umstände ist das Rentnerehepaar Irmgard und Hermann nicht in ihrer neuen Seniorenresidenz, sondern in der Justizvollzugsanstalt gelandet. Eigentlich wollte sich Sandra (Marie-Luise Dangelmaier), die Leiterin der Anstalt und Nichte von Irmgard um einen Platz in einer Seniorenresidenz kümmern. Aber in ihrer Funktion als Psychologin in der Anstalt ist sie total überfordert und unkonzentriert und steht kurz vor dem Burnout. So hat sie die beiden Rentner versehentlich in die JVA bestellt und bricht bei deren Eintreffen bewusstlos zusammen.

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Irmgard (Elke Seethaler), die nach einem Sturz und Kniescheibenbruch noch auf Gehhilfen angewiesen ist und ihr tüdeliger Mann Hermann (Thomas Schultes) sind der Meinung, dass sie in der Seniorenresidenz angekommen sind. Diesen Umstand versuchen der unschuldig einsitzende Häftling Kalle (Thomas Koll), ein gutmütiger Pechvogel („Immer bin ich zur falschen Zeit am falschen Ort“) und die ebenfalls inhaftierte Gangster-Rapperin Bad-Girl-Jaqueline (Birgit Koll-Ehl) auszunutzen, um zu zeigen, dass sie sich gebessert haben, und hoffen, so Hafterleichterungen zu bekommen und damit Kalle den langersehnten Hafturlaub erhält, um seine Freundin zu heiraten. Um die beiden älteren Herrschaften nicht zu beunruhigen, bestärken sie die beiden in dem Glauben, sich in einer Seniorenresidenz zu befinden. Jaqueline („Gibt es gutere Menschen als welche, die sich um so alte Schrumpelgurken kümmern?“) gibt sich den beiden Rentnern als „Bett-Girl“ zu erkennen und stellt den verkleideten Kalle als Mitbewohner vor. Es beginnt nun ein Verwechslungsspiel in der vermeintlichen Residenz, denn es gilt für die beiden, gleichzeitig den anderen inhaftierten Bewohnern glaubhaft zu machen, dass das Ehepaar ebenfalls inhaftiert wurde.

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Das Verwirrspiel bleibt lange Zeit unentdeckt, bis die sich ebenfalls inder Haftanstalt befindliche Wirtschaftskriminelle und äußerst intelligente feine Dame Marlene von Heinrichs (Tina Marks) den beiden auf die Schliche kommt („Ihr beide habt das schauspielerische Talent zweier Hausstaubmilben im Wachkoma“). Sie wird eingeweiht und soll mithelfen, alles vor dem wortkargen und grobschlächtigen Mithäftling Boris Brandner (Sven Geier), Mitglied einer Rockerbande und vor allem vor der Justizvollzugsbeamtin Frau Kunz (Lara Gärtner), die sich durch ihr strenges und unerbittliches Auftreten Respekt verschafft, geheim zu halten.

Durch Zufall entdeckt Irmgard das Verwirrspiel und dreht nun gemeinsam mit Hermann den Spies um. Sie entlarven das Treiben, werden aber durch Jaqueline und Kalle von der „guten“ Absicht ihres Tuns überzeugt und wollen Kalle beim „Ausbruch“ helfen, indem sie ihn in ihrem Koffer verstecken wollen, wenn sie von Sandra abgeholt und in die neue Seniorenresidenz abgeholt werden sollen.

Aber dies wird durch die Anstaltsleiterin entdeckt, und Kalle ist vollkommen verzweifelt, da seine Chance auf den erhofften Hafturlaub vertan ist. Als sich alle bereits mit dem Schicksal von Kalle abgefunden haben, erhält Sandra die Mitteilung, dass Kalle unschuldig einsitzt und sofort entlassen werden kann. Auf die Frage, was er nun außer der Heirat in seiner Freiheit zukünftig weiter plant, kommen Irmgard und Hermann mit dem Angebot auf Kalle zu, dass er bei ihnen zu Hause als Pflegekraft arbeiten könne.

Als Boris von diesem Angebot der beiden erfährt und er Kalle fragt:“ Wie, du bist kein Knacki mehr?“ beantwortet er diese Frage zum Abschluss der Theateraufführung mit den Worten: „Nein, ich pflege jetzt alte Knacker“.

Abgerundet wurde das Ensemble durch Christiane Feige und Marianne Koper als Souffleusen. Für die tolle Ausarbeitung der Maske zeigten sich Sabine Schäffer und Petra Schulze verantwortlich.

Nach dem letzten Vorhang wurden die Akteure jeweils mit stürmischem Applaus bedacht.