Guter Beginn - Tauberbischofsheimer Unternehmen präsentierte bei der Auftaktpressekonferenz zur Ligna in Hannover gute Zahlen Weinig startet stark trotz Branchenminus

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Meldeten auf der Ligna-Pressekonferenz gute Weinig-Zahlen (von links): Gerald Schmidt (Vorstand Finanzen), Dr. Mario Kordt (Vorstand Technik), Gregor Baumbusch (Vorstandsvorsitzender) sowie Klaus Müller, Leiter Marketing Kommunikation. © Michael Weinig

Die Weinig AG präsentierte auf der Weltleitmesse Ligna gute Zahlen. Mit Hilfe der neuen, kundenorientierten Strategie „Via Weinig“ soll der Erfolg auch in Zukunft sichergestellt werden.

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tauberbischofsheim/Hannover. Auf seiner Pressekonferenz zum Auftakt der bedeutendsten Messe der internationalen Holzwirtschaft in Hannover konnte Weinig über eine sehr erfreuliche Geschäftsentwicklung berichten. „Die Weinig Gruppe erzielte im Ligna-Jahr das beste erste Quartalsergebnis der Unternehmensgeschichte“, verkündete Vorstandsvorsitzender Gregor Baumbusch.

Mehr Aufträge

Beim Auftragseingang stand im Vergleich zur gleichen Vorjahresperiode eine Steigerung um 5,9 Prozent zu Buche, beim Umsatz ein Zuwachs um 8,7 Prozent. „Die Aussichten für dieses Jahr sind bis dato sehr positiv“, so der Vorstandsvorsitzende des führenden Technologieanbieters für Massivholz- und Holzwerkstoffbearbeitung zufrieden. Weinig rechnet mit einem sehr guten Auftragseingang auf der Ligna.

Im deutschen Maschinenbau sieht die Lage dagegen ganz anders aus. Im ersten Quartal 2019 wurde hier ein deutlicher Rückgang der Aufträge verzeichnet. Im Umfeld erwiesen sich vor allem politische Unstabilitäten und Handelsstreits als schädlich. Branchenintern kam es zu Überkapazitäten.

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Aber Weinig wollte auch den eigenen Anteil am Ergebnis nicht kleinreden: „Da haben wir wohl einiges richtig gemacht“, kommentierte Gregor Baumbusch den Erfolg. Das betriffe vor allem die modulare Ori-entierung des Portfolios und die Ausrichtung auf die Systemtechnik. Grundlegend für die positive Entwicklung seien die zu Jahresbeginn akquirierten CLT-Projekte im Holzbau gewesen. Weiterhin habe die Weinig Gruppe in der jüngsten Vergangenheit gezielt in den Ausbau von Kapazitäten investiert und den Aufbau des Mitarbeiterstabes in Schwerpunktbereichen forciert.

Als entscheidenden Schritt für die Zukunft bezeichnete Gregor Baum-busch die neue Strategie „Via Weinig“. Damit richtet Weinig den Fokus konsequent auf den Kunden und seine Bedürfnisse. Ziel sind einfache und schnelle Entscheidungsprozesse. „Heute schlucken die Schnellen die Langsamen“, warnte Gregor Baumbusch. Eine zentrale Maßnahme sei zudem die stärkere Berücksichtigung regionaler Märkte und ihrer speziellen Anforderungen bei der Entwicklung von Produkten.

Rekordfläche auf der Ligna

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Mit dem Gesamtpaket an Maßnahmen sieht sich Weinig gut aufgestellt für die Herausforderungen durch die aktuellen Megatrends. Dazu gehören die Digitalisierung in all ihren Facetten, die vernetzte Holzbearbeitung mit maßgeschneiderten Lösungen und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressource Holz.

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Mit 5000 Quadratmetern belegt die Weinig Gruppe in diesem Jahr eine Rekordfläche auf der Ligna. Präsentiert werden insgesamt 55 Exponate. Darunter befinden sich allein 19 Weltneuheiten beziehungsweise Entwicklungen, die das erste Mal in Hannover zu sehen sind. Technikvorstand Dr. Mario Kordt stellte auf der Pressekonferenz die einzelnen Maschinen und Systeme vor.

Highlight ist eine komplexe, hochautomatisierte Zuschnitt- und Keilzinkenlinie. Darin verkettet ist eine Vielzahl von Komponenten, die den gesamten Prozess der Bearbeitung bis zum Halbfertigprodukt abbilden. Zum Einsatz kommt unter anderem Roboter- und Scannertechnologie. Die zentrale Steuerung erfolgt über die neue Weinig Control Suite, ein offenes System, das auch die Einbindung von Fremdmaschinen ermöglicht. Weinig sieht darin eine zentrale Anforderung an zukünftige Maschinenkonzepte. Unter dem Titel OPC UA /Plug & Work arbeitet Weinig zusammen mit anderen führenden Herstellern von Holzbearbeitungsmaschinen derzeit an einem neuen internationalen Kommunikationsstandard für die Branche.

Im Bereich „Cloudtechnologie“ ist die Weinig Gruppe auf der IoT-Plattform MindSphere engagiert. Dr. Kordt zeigte sich in Hannover zuversichtlich, dass sich MindSphere als Standard in der Industrie durchsetzen wird. „In der Anwenderorganisation MindSphere World entwickeln wir kontinuierlich die Plattform weiter und stellen so unseren Technologievorsprung sicher“, betonte der Technikvorstand.

Ein weiterer wichtiger Baustein im „Digital Business“ des Taubertäler Unternehmens ist die Weinig App Suite, die auf der Ligna in einer neuen Evolutionsstufe gezeigt wird. Zu den neuen Funktionen gehört eine sensorunterstützte Überwachung der Maschinenzustände.

Klare Ausrufezeichen

Neben klaren Ausrufezeichen bei Digitalisierung und Vernetzung, unterstreicht Weinig in Hannover seine Innovationskraft bei konventionellen Bearbeitungstechnologien. Neuheiten bei den Hobel- und Profilierautomaten sind auf dem Stand genauso zu finden, wie die schnellste Optimierkappsäge der Welt. mit einer atemberaubenden Vorschubge-schwindigkeit von 550 m/min.

Mehrere Neuentwicklungen

Auch im Produktbereich Fensterfertigung setzt Weinig in Hannover Akzente. Das neue, in Tauberbischofsheim produzierte CNC-Center Conturex Vario S, verfügt mit dem PowerGrip Motion 2D/3D über ein spezielles System zur Verhinderung von Umspannfehlern.

Einen guten Teil zum Erfolg trage auch die zweite Marke der Weinig Gruppe, Holz-Her, bei, so Baumbusch. Die Spezialisten für die Holzwerkstoffbearbeitung präsentieren in Hannover mehrere Neuentwicklungen in den Bereichen CNC-Bearbeitung, Kantenanleimen und Plattenaufteilen. Darüber hinaus ist mit Automation Pro eine hochattraktive vernetzte Zuschnittlösung für den Handwerksbetrieb am Start.