Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber - Ausführlicher Bericht zum Projektstatus von Wolfgang Vockel / Thomas Maertens ist neuer Vorsitzender „Wasserwerk bereit für den Echtbetrieb“

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Fabian Greulich
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Blick in das neue Wasserwerk Taubertal, das sich seit 23. April in der Inbetriebnahmephase befindet. © Fabian Greulich

In seiner letzten Sitzung als Vorsitzender des Zweckverbands Wasserversorgung Mittlere Tauber gab Bürgermeister Wolfgang Vockel einen ausführlichen Bericht zum Projektstatus.

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Tauberbischofsheim. Wolfgang Vockel ist nicht länger Vorsitzender des Zweckverbands Wasserversorgung Mittlere Tauber (wvmt). Der Tauberbischofsheimer Bürgermeister gab in der Verbandsversammlung am Donnerstag sein Amt, das er seit der Gründung 2014 inne hatte, offiziell ab (die FN berichteten). Neuer Vorsitzender ist nach einstimmiger Wahl Thomas Maertens. Der Bürgermeister von Lauda-Königshofen war bis dato Vockels Stellvertreter. Dieses Amt übernimmt ab sofort Anette Schmidt, Bürgermeisterin von Großrinderfeld.

Der Wechsel ging geräuschlos über die Bühne. Die Beendigung seiner Tätigkeit als Verbandsvorsitzender erfolgte aus einem „wichtigen Grund“ nach Paragraf 16 der Gemeindeordnung. Die Begründung für seine Entscheidung sei den Mitgliedern in nichtöffentlicher Sitzung ausführlich erläutert worden, sagte Vockel.

„Der aktuelle Projektstatus ist geeignet, dass ein anderer Kollege den Vorsitz des Verbands übernimmt und mit seiner Verwaltung die intensive Begleitung und Unterstützung des kleinen wvmt-Teams am Wörtplatz und in Dittigheim fortführt“, hatte der scheidende Vorsitzende bereits im Vorfeld gegenüber den FN betont. Bei einer Enthaltung (Gemeinde Werbach) wurde dem Vorschlag Vockels zugestimmt. Die Neuwahl von Thomas Maertens und Anette Schmidt erfolgte danach einstimmig. Ganz unkommentiert blieb der Wechsel an der Spitze des Zweckverbands dann aber doch nicht. Der Tauberbischofsheimer Gemeinderat Gernot Seitz wollte es nicht versäumen, Wolfgang Vockel für dessen engagierte Arbeit als Verbandsvorsitzender zu danken.

„Schlagkräftiges Team“

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Dem schloss sich auch Thomas Maertens an: „Wir haben ein schlagkräftiges Team und in den vergangenen Jahren ganz ordentliche Arbeit geleistet. Immerhin handelt es sich bei diesem Projekt um eine der größten Investitionen in der Geschichte der Region.“ Maertens dankte seinem Vorgänger ausdrücklich für dessen Arbeit und Einsatz als Vorsitzender.

Werbachs Bürgermeister Ottmar Dürr schloss sich an: „Die Gemeinde Werbach war mit der Arbeit von Wolfgang Vockel in all der Zeit außerordentlich zufrieden. Wir bedauern seinen Rückzug in hohem Maße.“ Vockel selbst dankte seinen „fleißigen Mitarbeitern“ und wünschte dem neuen Vorstand eine gute Hand.

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Quasi als letzte Amtshandlung hatte Vockel zuvor noch einen ausführlichen Bericht zum Projektstatus gegeben.

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Das Gesamtinvestitionsvolumen liege derzeit bei rund 59 Millionen Euro, vorausgesetzt, alle auf Verbands- wie auf kommunaler Seite anvisierten Maßnahmen würden in vollem Umfang realisiert. Aktuell seien Aufträge mit einem Volumen von rund 28 Millionen Euro vergeben beziehungsweise bereits umgesetzt. Maßnahmen mit einem Gesamtumfang von etwa 31 Millionen Euro stünden noch aus.

Man gehe davon aus, so Vockel, dass die Gesamtkosten durch nicht förderfähige Maßnahmen und weitere Baunebenkosten – überschlägig geschätzt – bis zum Abschluss des Projekts nochmals um zehn Prozent ansteigen werden, auf dann rund 64 Millionen Euro. Die Summe der Förderbeträge belaufe sich, sofern alle Anträge vom Land bewilligt werden, auf rund 36 Millionen Euro.

Das neue Wasserwerk sei weitestgehend fertiggestellt und befinde sich seit 23. April in der Inbetriebnahmephase. Die weiteren Funktionsabschnitte liegen laut Wolfgang Vockel im Plan, wobei man bei der Umsetzung der einzelnen Schritte auch immer wieder Hürden überspringen müsse. So etwa aktuell im Abschnitt „Lauda-Königshofen“, wo Probleme geologischer Art für Kopfschmerzen bei den Verantwortlichen sorgen und eine Neuplanung erforderlich machen.

Zudem seien noch nicht alle Fragen der Organisation des Betriebs abschließend geklärt: „Technisch ist das neue Wasserwerk bereits im Stande, aufbereitetes Wasser an die Ortsnetze abzugeben. Es ist bereit für den Echtbetrieb. Organisatorisch fehlt jedoch noch die technische Betriebsführung gemäß den vorgeschriebenen Anforderungen. Der Zweckverband verfügt nicht über das Personal mit Qualifikationen, die aufgrund der Größe des Versorgungsgebiets mit rund 40 000 Menschen erforderlich sind“, so Vockel. Ziel sei eine Ausschreibung der „Technischen Betriebsführung“ als Dienstleistung durch einen externen Anbieter gewesen. Per Beschluss vom 19. Juni sei von der Verbandsversammlung dann aber mehrheitlich beschlossen worden, zur Bestellung einer technischen Führungskraft (Betriebsführung) eine neue Ausschreibung für fünf oder zehn Jahre vorzunehmen.

In der Zwischenzeit sei die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des Wasserwerks erforderlich. Pro Sekunde werden deshalb von Dittigheim aus 20 Liter Wasser ins neue Werk gepumpt, die dann die neue Verfahrenstechnik durchlaufen, anschließend jedoch wieder in die Tauber abgelassen werden müssen.

Als „nächste Schritte“ nannte Wolfgang Vockel die Aufgabenabgrenzung innerhalb des Zweckverbands, die Fortsetzung der laufenden Investitionen (inklusive notwendiger Umplanungen) und – ganz besonders – die anstehenden Verhandlungen mit dem Land für die nächste Förderrunde. Für 2019 sei ein Gesamtpaket mit einem Volumen von 8,5 Millionen Euro vorgesehen. Der Bedarf an Fördergeldern liege hier bei 5,6 Millionen Euro.

Abschließend vergaben die Verbandsmitglieder noch die Bauleistungen für den ersten Teil der Fernwirktechnik für die Außenbauwerke sowie die Leitwarte des Roh- und Reinwasserverbunds an die Firma Siemens für rund 474 000 Euro.

Redaktion Leiter der Redaktionen Tauberbischofsheim, Wertheim und Regionales