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Grundwasserspiegel - Der Pegel ist dank der häufigen Regenschauer gestiegen / Trotz einiger Nachteile war der Niederschlag für die Felder wichtig

Wasserspeicher zum Teil wieder aufgefüllt

Von 
Barbara Englert
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Der Regen ist eine Wohltat. © Marinelli

Main-Tauber-Kreis. Nicht nur der Waldboden hat von diesem niederschlagsreichen Sommer profitiert. Auch den Feldern der Region sowie dem Grundwasserspiegel im Allgemeinen hat der Regen gutgetan.

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Während man in den letzten Jahren um diese Zeit häufig Meldungen über Dürre und Trockenheit hörte, fällt der Sommer in diesem Jahr ein wenig aus Reihe – zum Glück für Wald, Felder und Grundwasserspiegel.

Den Berichten der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) zufolge seien Ende August im Land überdurchschnittliche Grundwasserverhältnisse verzeichnet worden. So hätten die anhaltenden, überdurchschnittlichen Niederschläge seit Juli für eine Grundwasserstabilisierung gesorgt. Wegen dieser Beobachtungen seien großräumige Engpässe in der Wasserversorgung auszuschließen.

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Barbara Englert
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Dem landesweiten Trend folge auch der Kreis. Der Pegel der Messstelle Rödersteingraben in Großrinderfeld bestätige den steigenden Grundwasserspiegel in Zusammenhang mit den Regenereignissen, wie Aylin Wahl, Pressesprecherin des Landratsamts in Tauberbischofsheim, mitteilt. Allerdings seien die Grundwasserreserven noch nicht aufgefüllt. „Das wirklich Außergewöhnliche ist eher, dass dieser Anstieg im Sommerhalbjahr zu verzeichnen war“, erklärt Wahl.

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Dabei hätten die regelmäßigen Niederschläge den Boden in den letzten zwei Monaten leicht angefeuchtet, so dass das Wasser auch bei Starkregen gut aufgenommen worden sei. Schließlich seien die Bäche sowie die Tauber nicht übermäßig angeschwollen, was darauf hinweise, dass der Regen zumeist versickert und nicht oberflächlich abgelaufen sei. Bezüglich der Bodenfeuchtigkeit und des Grundwassers jedoch gebe es Unterschiede innerhalb des Kreises. Die Höhe der Bodenauflage sowie die Beschaffenheit des darunterliegenden Substrats seien von Bedeutung, berichtet Wahl. Auf der oberen Hohenloher Ebene herrsche etwa eine gute Wasserhaltefähigkeit. Der Tonboden verursache Wasserstau, was sehr positiv sei. Ebenso zeichneten sich die Lettenkeuperstandorte mit hoher Lehmauflage durch ihre gute Wasserhaltefähigkeit aus. Dagegen seien die Kalkböden mit geringerer Lehmauflage im mittleren Kreis wasserdurchlässiger. Diese Bereiche hätten jedoch von den immer wiederkehrenden Niederschlägen profitiert.

„In der Landwirtschaft hat sich der Niederschlag vor allem auf den flachgründigen Standorten ertraglich positiv ausgewirkt“, so die Pressesprecherin. Allerdings hätten die überdurchschnittlichen Regenmengen den eigentlich besseren Böden hinsichtlich der Erträge keine Vorteile bieten können. Außerdem habe die Feuchtigkeit Pilzkrankheiten in den bisher gedroschenen Feldern begünstigt. Für die noch zu erntenden Kulturen – Mais und Zuckerrübe – würden jedoch gute Erträge erwartet. Ebenso herrschten aktuell gute Bedingungen für die Kulturen, die im Herbst ausgesät werden.

Trotz der Nachteile freut sich Stefan Fröber, Geschäftsführer des Bauernverbands Main-Tauber, über den regenreichen Sommer. „Nach den Trockenjahren 2018, 2019 und 2020 ist der Niederschlag in diesem Jahr dringend nötig“, äußert er sich gegenüber den FN. Gewitter hätten vereinzelt zu Abschwemmungen geführt, etwa in Tauberbischofsheim oder in den Bereichen Niederstetten und Creglingen. Hierbei hätten die Landwirte bereits zuvor präventive Maßnahmen ergriffen, um das Risiko zu minimieren – mit Erfolg. Die gefährdeten Flächen seien pfluglos, in Mulchsaat und quer zur Hangneigung angebaut worden.

Zudem habe der Regen die Ernte verzögert und behindert. Da das Getreide trocken eingefahren werden soll, mussten die Sonnentage gut genutzt werden. „Leider konnte nicht immer Rücksicht auf den Boden genommen werden“, bedauert der Geschäftsführer. Die schweren Maschinen hätten die Böden verdichtet. Falls eine Winterkultur folge, müsse man die Fahrspuren mechanisch durch tiefe Bodenbearbeitung entfernen. Wenn im Frühjahr eine Sommerkultur angebaut werde, würden Zwischenfruchtmischungen mit tief wurzelnden Komponenten eingesetzt. Im Allgemeinen ist Stefan Fröber dennoch zufrieden: „Zusammenfassend gleichen die positiven Effekte die negativen Folgen mehr als aus.“

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