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Leserbrief - Zum Bericht „Vielen Wasserkraftanlagen droht das Aus“ (FN, 2. Mai) und „Beeinträchtigung der Gewässerökologie“ (5. Mai) „Wasserkraft erzeugt saubere Energie“

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Es kann nicht sein, dass die einseitige Diskriminierung und die geringe Wertschätzung der Naturkraft Wasser durch das Wirtschaftsministerium unwidersprochen bleiben kann. Es wird Zeit, die anscheinend vorhandenen Vorurteile und Verunglimpfungen gegen die Wasserkraft auszuräumen. Als Beispiel dafür folgt die Geschichte und der Werdegang der Dorfmühle in Gamburg.

Diese im Laufe der Jahrhunderte in die Natur eingewachsene Mühle wurde bereits um 1380 erstmals urkundlich erwähnt. Ein dazu gehöriges Wehr besteht nachweislich, aufgrund gefundener Steinsetzungen und Fachwerkfundamente, mindestens seit 1500 und früher. Seit dieser Zeit wurde Getreide gemahlen und seit 1910 auch Strom erzeugt, dies alles, auf umweltfreundliche und saubere Art. Fische gab es früher genug, viele Arten. Flusskrebse und Muscheln waren auch vorhanden, da war die Fischwelt noch in Ordnung.

Gerne erinnert man sich an die Zeit, als Jungangler zurück, an viele Fänge von gesunden Fischen. Diese Zeiten scheinen leider vorbei zu sein. Was ist geschehen im Laufe der Jahre? Warum, hat sich das verändert? Mit Sicherheit, nicht aufgrund der vorhandenen Mühlen und Wasserkraftwerke. In deren Technik hat sich seit der Erfindung und Konstruktion der Kaplan und Francis Turbinen um 1890, als Nachfolger der Wasserräder, kaum etwas verändert. Leider hatten ganz wenige Wasserkraftwerke keine engeren Rechenstäbe als Fischschutz. Bei diesen kam es dann zu Fischbeschädigungen und Verlusten und diese wenigen schwarzen Schafe haben dann zu den Vorurteilen gegenüber der gesamten Wasserkraft geführt.

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Inzwischen wurden die Rechenabstände bei diesen geändert und reduziert, so dass der Fischschutz, dort nun auch gewährleistet ist. Anzumerken wäre noch, dass ein gesunder Fisch vor der Mühle/Wasserkraftwerk und deren Rechen abdreht und sich einen anderen Weg sucht. Die wenigen Wanderfische der Tauber nutzen für ihre Wanderungen die Zeit des Übertrömens der Wehre, nach erfolgten Niederschlägen.

Unbeachtet bleibt bei der Gewässerökologie der sogenannten Experten der Regierung, die im Übrigen in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, die Verbindung der Gewässerbelastung mit der heute doch überwiegend intensiv betriebenen Landwirtschaft, die es früher auch so nicht gab. Große Mengen an ausgebrachten Kunstdünger und Spritzmitteln gab es bis Anfang der 1960er Jahre noch nicht. Massenhaft Kunststoffverpackungen, wie heute überall verwendet, gab es auch nicht. Leider werden diese Kunststoffe auch in den Gewässern entsorgt und müssen an den an den Wasserkraftanlagen wieder herausgefischt werden.

Für jedes kleine Leiden wurden nicht gleich ein Medikament oder eine Pille verwendet, die dann, wie heute, im Müll oder in der Toilette entsorgt werden und somit auch die Gewässer belasten. Schnell hat man jetzt, nachdem man sich seitens der Behörde/Umweltverbände an der Windkraft bereits die Zähne ausgebissen hat, nun einen neuen Sündenbock für alles Ungemach mit der Wasserkraft gesucht.

Völlig zu unrecht, versucht man jetzt, eine Energieform zu diskriminieren, deren Bestand bis zu den Römern zurückreicht und den Menschen in vielen Jahrhunderten mit der Naturkraft des Wassers ihr Getreide zu Mehl, als Grundnahrungsmittel gemahlen hat. Denken sollte man auch daran, dass die Wasserkraft als fast einzige Energieform schwarzstartfähig ist, das heißt, in Kriegs- oder Notzeiten kann die Wasserkraft die örtliche Stromversorgung, auch beim Ausfall anderer Stromversorger ersetzen. Sie ist und bleibt also seit Jahrhunderten ein sauberer Erzeuger von sauberer Energie.

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