AdUnit Billboard
Eisernes Priesterjubiläum - Robert Geiger wurde vor 65 Jahren zum Priester geweiht. Feierliche Eucharistie am Sonntag, 5. Juni,um 10.30 Uhr

Von klein auf stets die Kirche im Blick gehabt

Von 
Herbert Bickel
Lesedauer: 
Pfarrer Robert Geiger wurde vor 65 Jahren zum Priester geweiht. © Herbert Bickel

Tauberbischofsheim. Schon von klein auf hatte er stets die Kirche im Blick: Nachdem sein Elternhaus in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadtkirche St. Martin stand, nämlich an der Stelle, an der sich heute das Nebengebäude des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis befindet, durfte es eigentlich nicht verwundern, dass der einstige Ministrant und als Ältester unter vier Geschwistern am 1. März 1931 in Tauberbischofsheim geborene Robert Geiger seiner Berufung folgte. An Pfingsten 1957 als Primiziant in St. Martin im Mittelpunkt, feiert nun der vor 65 Jahren zum Priester geweihte Pfarrer und Geistliche Rat ebenfalls am Pfingstfest in diesem Gotteshaus sein Eisernes Weihejubiläum.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Am Sonntag, 5. Juni, beginnt dazu um 10.30 Uhr die feierliche Eucharistie in Mitwirkung mit den eingeladenen Seelsorgern, wobei Dekan Geistlicher Rat Gerhard Hauk die Festpredigt hält. Während hier nach dem Segen die Möglichkeit zur Gratulation in der Kirche besteht, schließt sich später um 18 Uhr noch eine Vesper mit Vorstellung der neuen Bezirkskantorin Julia Kohler an.

Neben den Gesangsteilen und der musikalischen Gestaltung dürften dabei in den Wortbeiträgen sicherlich Hinweise auf die tiefe Verbundenheit von Robert Geiger zu Bretten erfolgen, wirkte er doch von 1971 bis 2003 ganze 32 Jahre als Stadtpfarrer von St. Laurentius in der Großen Kreisstadt, ehe er am 16. Juni 2003 offiziell in den Ruhestand versetzt wurde. Seit dem darauffolgenden 1. Juli dieses Jahres als Subsidiar – also ehrenamtlicher Helfer – in der Seelsorgeeinheit Tauberbischofsheim tätig, hält der Priester seitdem als gerngesehener pastoraler Mitarbeiter, Prediger und Zelebrant in der Kernstadt selbst und den umliegenden Gemeinden regelmäßig und dabei zeitgemäß gestaltete Gottesdienste.

Denn Robert Geiger, dem die „Glaubwürdigkeit des Glaubens“ besonders am Herzen liegt, befindet sich nach zuletzt erheblicher Beeinträchtigung und diversen Aufenthalten auf dem besten Weg der Besserung. Bald sei er wieder voll „fit“, wie es so schön heißt.Und nachdem er sich schon immer kontaktfreudig zeigte und gerne mit Menschen zu tun hat, erfüllt er sicherlich auch künftig wie gewohnt seine Aufgaben stets mit ganzer Hingabe.

Angefangen hatte dabei alles nach dem Abitur am Matthias-Grünewald-Gymnasium (1951), als er noch im gleichen Jahr ergänzenden Unterricht in Griechisch und Hebräisch in Sasbach nahm. Ab 1952 folgte dann das Studium der Philosophie und Theologie an den Universitäten in Würzburg und Freiburg, vorerst gekrönt durch die Diakonenweihe am 10. Februar 1957 in der Seminarkirche St. Peter. Der Priesterweihe am 2. Juni 1957 ebenfalls in St. Peter durch den damaligen Erzbischof Dr. Eugen Seiterich schloss sich daraufhin an Pfingsten desselben Jahres die feierliche Primiz in St. Martin in der Kreisstadt an, ausgerichtet unter dem Primiz-Spruch „Ich will hintreten zum Altare Gottes, zu Gott, der mich erfreut von Jugend auf“ – einem Vers aus dem Psalm 43,4.

Nach Stationen in St. Jakobus Schutterwald und Herz-Jesu in Pforzheim von 1957 bis 1963 schloss sich für Robert Geiger daraufhin bis 1971 eine Phase als Militärpfarrer bei der Bundeswehr an, eine engagierte Tätigkeit, die ihm viel gegeben habe, wie er heute noch betont, ehe er schließlich als Stadtpfarrer von St. Laurentius in Bretten von 1971 bis 2003 ein in jeder Hinsicht erfüllendes Aufgabenfeld vorfand. Ebenso Schuldekan von 1974 bis 1997, der auch zehn Jahre als freier Mitarbeiter beim Süddeutschen Rundfunk agierte und unter anderem 1998 als Autor des Kunstführers „Katholische Stadtkirche St. Laurentius Bretten“ hervortrat, vereinte der jetzige Jubilar überhaupt in der Großen Kreisstadt viele ehrenamtliche Wirkungskreise auf sich.

Als Vorsitzender der Caritas in Bretten (von 1971 bis 2003) und der kirchlichen Sozialstation von 1975 bis 2003 in dieser Kommune, bildete es keine Frage, den überaus engagierten Priester auch von 1980 bis 2003 in den Verwaltungsrat des Caritasverbandes für den Landkreis Karlsruhe zu berufen, Funktionen, die natürlich nach seinem Weggang endeten, während er seit 1999 weiterhin als Diözesanleiter der Unio Apostolica Freiburg amtiert.

Dass bei einem solch vielfältigen Leben als Seelsorger diverse Ehrungen nicht ausblieben, versteht sich dabei von selbst, so erhielt der am 12. Mai 1986 zum Geistlichen Rat ernannte Robert Geiger am 4. März 1996 das Bundesverdienstkreuz am Bande, während man ihm am 4. März 2001 das Ehrenzeichen in Gold des Deutschen Caritasverbandes verlieh, noch einmal getoppt am 18. Mai 2003 durch die Aushändigung der Ehrenmedaille der Großen Kreisstadt Bretten. An diesem Tag erfuhr der scheidende Stadtpfarrer von St. Laurentius außerdem noch eine besondere Würdigung, als man die kirchlichen Räumlichkeiten in den „Pfarrer-Robert-Geiger-Saal“ umbenannte.

Inzwischen hat sich der 91-Jährige natürlich schon längst wieder in seiner Heimatstadt eingelebt, in der er jetzt am Pfingstsonntag im Umfeld der Seelsorgeeinheit Tauberbischofsheim sein Eisernes Priesterjubiläum feiert. Man kann davon ausgehen, dass danach Robert Geiger, der Stifter von zwei Friedhofsglocken und mittlerweile begeisterter Maler, auch weiterhin mit dem gewohnten Elan seine diversen Tätigkeiten in der Kreisstadt und Umgebung ausübt, wobei er sich stets auf neue Begegnungen freut, die ihn zudem jung erhielten, wie er erklärte: „Man muss sich halt immer etwas einfallen lassen.“

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1