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76. Liobafest - Pfarrer Werner Florian betont die Vorbildfunktion der heiligen auch in der heutigen Zeit / Gut besuchter Festgottesdienst und rege genutzte Möglichkeit zur Begegnung

Viele Menschen feierten beim 76. Liobafest in Tauberbischofsheim mit

Beim 76. Liobafest in Tauberbischofsheim feierten trotz der coronabedingten Einschränkungen viele Menschen mit und suchten die Begegnung mit anderen.

Von 
Kurt Baumann
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Der Festgottesdienst mit Pfarrer Werner Florian und Dekan Gerhard Hauk bildete einen Höhepunkt des Liobafests in Tauberbischofsheim. © Kurt Baumann

Tauberbischofsheim. Der Festgottesdienst war sehr gut besucht. So mancher nutzte sicherlich auch die Gelegenheit, um den früheren Pfarrer und Vorgänger von Dekan Gerhard Hauk, Werner Florian, wieder einmal zu hören und ihm zu begegnen. Der Dekan wies darauf hin, dass der Liobatag nicht irgendein Tag, sondern ein Festtag sei.

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Lichterkette

Kinder, Jugendliche bis hin zu den Senioren hatten in verschiedenen Gottesdiensten der Heiligen Lioba ebenso gedacht wie am Vorabend mit einer Lichterkette um die Stadtkirche. Dabei wurde mit Texten, Liedern und Gebeten das Anliegen der „Bewahrung der Schöpfung“ aufgegriffen, gerade angesichts der Naturkatastrophen der vergangenen Wochen und Monate. Schweigend trugen dabei die indischen Schwestern die Reliquien der Heiligen Lioba.

Auch heute sei es wichtig, sich von Gott in seinen Dienst nehmen zu lassen, betonte der Dekan. Er freute sich, dass neben Pfarrer Werner Florian der neue Kaplan Arul Arockiasamy erstmals beim Liobafest dabei war. Cordula Hogg habe mit dem Liobaspiel viele Akzente gesetzt, um den Kindern das Leben und Wirken der Heiligen nahe zu bringen.

Pfarrer Werner Florian erklärte, viele Erinnerungen an Tauberbischofsheim seien bei ihm schon am Vorabend wach geworden. Er freute sich nicht nur über die herzliche Aufnahme, sondern auch darüber, dass diesem Feiertag weiterhin ein solch hoher Stellenwert in der Stadt zukomme.

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Bedeutung der Zeit

Am Beispiel einer großen Sanduhr machte er deutlich, wie schnell die Zeit verrinnt, aber letztlich nichts davon verloren geht. In einem Sprichwort heiße es: „Der Kalender zeigt an, wie die Zeit vergeht. Dein Gesicht zeigt, was du aus ihr gemacht hast.“ Gesichter geben oft Auskunft über das Leben eines Menschen, manchmal mehr als Worte, betonte der Seelsorger. Gott habe jedem Talente und Charismen gegeben, dem einen mehr, dem anderen weniger. Und er habe jedem eine bestimmte Lebenszeit geschenkt.

Viele tun sich heute mit der Kirche schwer, stellte Pfarrer Florian weiter fest. Ihr äußeres Erscheinungsbild wirke auf manche antiquiert. Hinzu kämen die Skandale der jüngsten Zeit, unter anderem mit den Missbrauchsthemen. Das habe das Vertrauen in die Kirche stark erschüttert. Die Christen dürften die frohe, befreiende Botschaft aber nicht verschweigen. Als Gläubige müsse auf das Gute und Gelingende, Lebensfördernde und Befreiende im Glauben hingewiesen werden.

Wenn heute von jungen, besonders dynamischen und selbstbewussten Frauen die Rede sei, falle oft das Wort „Frauenpower“. So könne man sich, so der Pfarrer weiter, die junge Lioba sicher vorstellen, die im Alter von 25 Jahren nach Tauberbischofsheim kam: Als ungewöhnliche Frau, die Kraft und Stärke ausstrahlte und sich vor über 1200 Jahren im Auftrag von Bischof Bonifatius auf das Wagnis „Bischofsheim“ einließ. Könne Lioba nicht für jede und jeden von uns ein Vorbild sein, fragte Florian. Der christliche Glaube spreche jede und jeden an und fordere eine Antwort, die nicht delegiert werden kann, auch nicht anderen, die vielleicht besser ausgebildet sind oder größere Fähigkeiten haben.

Im Glauben verwurzelt

Lioba habe gesagt, als Christin/Christ zu leben und handeln heiße, sich der Aufgabe zu stellen, die Gott einem aufträgt, Verantwortung für die anderen zu übernehmen. Dies könne man aber nur erfüllen, „wenn wir wie die Heilige Lioba einen festen Grund haben, auf dem wir stehen. Das können wir, wenn wir in unserem Glauben lebendig verwurzelt sind.“ Dazu sei aber die Unterstützung der Eltern notwendig, die Kindern die Wege ins Leben zeigen, wo Lebenspartner und Freunde einander in Rat und Tat zur Seite stehen, anderen bei der Last des Alters helfen. Dort werde aus dem Miteinander ein Füreinander.

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Weiter ging Pfarrer Florian auf die Bildung ein, die auch ein zentrales Anliegen der Heiligen Lioba gewesen sei. Die nächste Generation brauche besondere Aufmerksamkeit, müsse gefördert und begleitet werden, nicht nur im Erwerb von Kenntnissen und Techniken, auch in der Religion, bei der Vermittlung von Werten und des Vertrautseins, im Raum der Familie aber auch der Pfarrgemeinden und der ganzen Gesellschaft. Eine Pfarrgemeinde solle der Ort sein, in dem die junge Generation dem Evangelium begegnet, seinem Zuspruch, aber auch seinem Anspruch, das Leben als Christ zu leben. Deshalb gelte, so Werner Florian abschließend: „Der Kalender zeigt an, wie die Zeit vergeht. Die kommende Generation zeigt, was du aus ihr gemacht hast. Und das ist es, was bleibt, wenn die Zeit verronnen ist.“

Der Gottesdienst wurde musikalisch von Michael Meuser an der Orgel mitgestaltet. Zu den Liobaliedern musizierten vier Bläser, als Kantor war Georg Maluck dabei.

Zum Abschluss erfolgte die Segnung der Liobabrötchen, die anschließend durch die Ministranten an die Gottesdienstbesucher verteilt wurden. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Christian Wamser dankte Pfarrer Florian mit einem Geschenk.

Anschließend stand rund um die Kirche die Begegnung im Mittelpunkt. Dazu gab es Mittagsessensangebote von den Gastronomen „Arena“ und „Theo’s mobiles Bistro“. M, musikalische Unterhaltung bot Gustav Endres mit der Band „Dixie Eight“.

Kasperle-Theater

Viele Kinder fanden sich im Klösterlegarten ein. Dort verfolgten sie gespannt die Geschichte „Kasperle und das verschwundene Zauberbuch“, das die Erzieherinnen der Kita St. Martin aufführten. Nach der Segnung der Verkehrsteilnehmer und der Fahrzeuge auf dem Marktplatz (siehe weiteren Bericht) waren die NeubürgerInnen zu einer Stadt- und Kirchenführung eingeladen. Bk

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